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Kanada ist in aller Munde. Nicht nur als Running Gag vieler AmerikanerInnen, die seit der Trump-Präsidentschaft darüber scherzen, dorthin auszuwandern. Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau, seines Zeichens überproportional mit gutem Aussehen und Charisma ausgezeichnet, hat es bis zum Internet-Phänomen geschafft und die Herzen der Menschen aus aller Welt erwärmt, geht er doch als positives Beispiel für Toleranz, Vielfalt und humorvolle Diplomatie voran.

Darüber hinaus lohnt es sich, einen genaueren Blick auf den flächenmäßig zweitgrößten Staat der Welt zu werfen. Nacheinander kamen die First Nations, die Inuit, die Franzosen und die Engländer, die allesamt die Vielfalt des Landes geprägt haben. Wir haben uns an den Versuch gewagt, euch einen kleinen Überblick und Reisetipps für dieses gigantische nordamerikanische Land mit seiner umwerfenden Natur und seiner multikulturellen Gesellschaft zu geben! 

Die Qual der Wahl?

Sofern man sich nicht halbes Jahr frei nehmen kann, sollte man sich vor einer Kanada-Reise gut überlegen, worauf der Fokus liegen soll. Je nachdem, welche Art von Urlaub einem vorschwebt, kann man sowohl in Luxushotels absteigen und lebhafte Städte miterleben, oder aber wochenlang durch unberührte Wälder streifen und mit dem Campingmobil mitten im Nirgendwo den Sternenhimmel betrachten. Allerdings kann der Städte- und Abenteuerurlaub auch kombiniert werden: Die meisten Städte sind per Air Canada per Charterflug verbunden, und viele liegen unweit der allgegenwärtigen Natur. Heißer Tipp für alle mit mehr Zeit und Geduld im Gepäck: die Transkontinentallinie The Canadian tuckert die gesamte Strecke von Toronto im Osten bis Vancouver im Westen ab, damit kann man das Land bereisen und es dabei auch noch aus nächster Nähe vorbeiziehen sehen.

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Das Bild Kanadas könnte man kurz und knapp so zusammenfassen: im Westen die steilen Berge der Kordilleren (darunter der höchste Berg Kanadas, der Mount Logan mit 5959 Metern Höhe), im Osten die sanften Hügel der Appalachen, in der unermesslichen Fläche dazwischen die Inneren Ebenen. Diese sind einerseits grün gefleckt – mehr als 46 Nationalparks und Provincial Parks gibt es in Kanada – andererseits ist das Land mit unzähligen Seen jeder Größe bedeckt. Kanada ist damit nicht zuletzt ein Paradies für Wanderer und Angler.

Schlittenfahren mit Hunden, Skifahren ohne Pumas

Die Abenteuerlichen unter euch werden Kanada nie wieder verlassen wollen. Den Aktivitäten sind keine Grenzen gesetzt: im Winter etwa Skifahren, Langlaufen, Hundeschlittenfahren und Schneeschuhwandern, besonders im Bundesstaat British Columbia gibt es Skigebiete für Anfänger bis Profis. Sommerurlauber können hingegen Wandern, Campen und Raften – für Campingurlaube sind die Nationalparks ein wahres Eldorado. Die meisten davon sind außerdem mit einem eigenen Campingplatz ausgestattet. Am Rande der Rocky Mountains liegen die ältesten Parks Kanadas, der Jasper National Park und der Banff National Park. Beide sind von Vancouver aus gut erreichbar und bieten sich für unverschämt schöne Postkartenmotive an, mit türkisen Seen und majestätischen Bergen.

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Damit man beim Skifahren nicht von Pumas und beim Campen nicht von Bären überrascht wird, ist es unbedingt empfehlenswert, sich über etwaige tierische Besucher zu informieren, von denen es in den Parks und außerhalb nur so wimmelt.

Yes yes, oui oui – Kanadas Städte zwischen modern und gemütlich

Will man es lieber etwas belebter, haben Kanadas Städte auch einiges zu bieten. Toronto, Ottawa, Vancouver, Montréal: jede kanadische Stadt hat ein eigenes Flair für sich. Eine kleine Auswahl:

Toronto, das wirtschaftliche Herz Kanadas, ist eine moderne, trendige Millionenmetropole. Die Stadt am Ontariosee ist kulturell so vielseitig, dass man sich hier durch den kulinarische Reichtum der ganzen Welt durchkosten kann.

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Das entspannte Vancouver an der Westküste ist ideal gelegen, wenn man einen Städteurlaub mit Natur und Skifahren verbinden will, liegt es doch inmitten der Rocky Mountains und nahe des Banff Nationalparks. Ein Highlight ist die Capilano Suspension Bridge, eine frei schwingende Seilbrücke 70 Meter über dem Capilano River gelegen, von der aus man einen herrlichen Ausblick unter anderem auf die weltweit größte Sammlung indianischer Totempfähle hat.

Die Bewohner der kanadischen Hauptstadt Ottawa sind sowohl englisch- als auf französischsprachig. Besonders sehenswert ist das Regierungsviertel, das aussieht, als befände man sich plötzlich mitten in London. Aber Vorsicht: der Parliament Hill zieht viele Touristen an, mit Wartezeiten von mehreren Stunden ist daher zu rechnen.

In Montréal ist der französische Einfluss stark zu spüren, sowohl in der Sprache als auch in der Architektur. Die Stadt im Südwesten Quebecs hat eine lebendige Kunst-, Kultur- und Festivalszene, im Winter kann es hier allerdings richtig kalt werden.

Montréal hat daher die größte Untergrundstadt der Welt aufgebaut: Anhand eines Tunnelsystems mit über 32 Kilometern Gesamtlänge werden u.a. U-Bahn-Stationen, Bahnhöfe, Geschäfte, Kinos und Veranstaltungshallen miteinander verbunden. Auf diese Weise können sich Fußgänger im strengen Winter vor der Kälte geschützt fortbewegen.

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Praktisches

  • Es gibt sowohl staatliche als auch private Campingplätze: die staatlichen sind günstiger, die privaten dafür besser ausgestattet.
  • In der Regel ist ein Visum für die Einreise erforderlich, mit einem europäischen Pass reicht es dagegen, wenn man ein Rückflugticket und eine Einreisegenehmigung vorweisen kann.
  • Um ein Auto zu mieten, muss man mindestens 21 oder teilweise 25 Jahre alt sein, hierfür reicht meist ein nationaler Führerschein.
  • Eine Reiseversicherung sollte unbedingt abgeschlossen werden, sofern die eigene Versicherung diese nicht übernimmt: für Krankenhausaufenthalte können 1000-2000 kanadische Dollar pro Tag anfallen!

 

Wart ihr schon mal in Kanada oder falls nicht: Wie weit oben steht das wunderschöne Land auf eurer Wunschliste?

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