Wie eine Schnecke mit Schneckenhaus sind sie unterwegs, die freiheitsliebenden BackpackerInnen, mit ihren sieben Sachen im Rucksack oder außen an diesen drangeschnallt. Wir verbinden Gefühle von Romantik, Freiheit und Abenteuer mit dem Rucksack-Reisen, mit minimalistischem Gepäck und viel Spontaneität, und dieses Bild trifft durchaus zu. Sofern man aber Neuling in der Backpacking-Welt ist, muss es nicht gleich die Wanderung durch die Mongolei sein: Wir empfehlen mit gut erschlossenen, modernen Destinationen zu beginnen, die im Idealfall von vielen anderen RucksacktouristInnen frequentiert und auf diese eingestellt sind. Wir haben ein paar Tipps gesammelt, worauf man achten sollte und welche Gegenden sich für eine erste Backpack-Reise besonders eignen!

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Auswahl der Destination

Man muss es sich nicht gleich zu Beginn schwermachen. Im Idealfall geht es also in Länder, deren Sprache man spricht oder in denen man sich gut auf Englisch verständigen kann.

Gegenden, die viele Rucksack-Nomaden gewöhnt sind, haben sich daran angepasst. So findet man dort außerordentlich viele günstige Unterkünfte, gefüllt mit reichlich kontaktfreudigen BackpackerInnen, mit denen man sich über mögliche Routen und Aktivitäten austauschen oder diese gemeinsam anpeilen kann. Derartige Unterkünfte organisieren auch häufig eine Vielzahl von Touren und Ausflügen in die Umgebung. Außerdem: Je mehr Hostels es gibt, umso größer ist die Chance, dass man auch spontan seinen Plan ändern und länger bleiben kann.

Guter Punkt: Wie spontan soll ich als Backpackerin eigentlich sein? Das hängt ganz davon ab, wie viel Sicherheit man selbst auf Reisen braucht und wie viel Flexibilität man mitbringt. Wir empfehlen, für das erste Backpack-Abenteuer einen ungefähren Plan (vielleicht mit ein paar Unterkunft-Buchungen) zurechtzulegen, dabei aber dennoch Luft für Änderungen zu lassen. Meist sind spontane Verlängerungen oder eine frühere Abreise kein großes Problem, wodurch man sich auf der Reise auch ein wenig treiben lassen kann.

Womöglich sollte man sich auch nicht sofort in den sibirischen Winter oder die Wüstenhitze von Katar stürzen. Idealerweise sucht man sich eine Jahreszeit mit milden, warmen Klimabedingungen aus – und je nachdem, wohin man will, die richtige Jahreshälfte. Denn bei aller Liebe: Sich bei sengender Hitze oder im Monsun mit dem Rucksack auf dem Rücken abzuplagen, ist wenig lustig.

Wohin?

Als besonders Backpacker-freundlich gelten die südostasiatischen Länder (manche mehr, manche weniger), insbesondere Thailand. Hier findet man unzählige Gleichgesinnte, die Infrastruktur ist gut ausgebaut, die Einheimischen gastfreundlich und das Land exotisch und vielseitig. Man kann sich etwa am sogenannten Banana Pancake Trail orientieren, anhand dessen man Hotspots in Südostasien heraussuchen und seine Route danach planen kann. Man kann davon ausgehen, dass es einem entlang dieser Route leichtgemacht wird, Leute kennenzulernen und seine Reise optimal zu gestalten. Die Bezeichnung Banana Pancake Trail ist schließlich eine Metapher, die direkt auf einen westlichen Komfort hinweisen soll (im Sinne von Reisenden, die in den Cafés Banana Pancakes zum Frühstück essen). Vorschläge für Hotspots des Trails gibt es hier.

Auch die mittelamerikanischen Länder gelten als aufsteigende Backpacking-Hotpots. Das Wetter ist meist angenehm, die Natur überwältigend und mit ein wenig Spanisch-Kenntnissen kann man sich auch in weniger erschlossenen Gegenden durchschlagen. Für den Anfang kann man sich jedoch entlang der touristischen Highlights in Mexiko, Guatemala, Belize oder Costa Rica bewegen, und davon gibt es genügend. Sei es der Tauchschein in Belize (hier befindet sich der weltberühmte Blue Hole-Tauchspot), die Besichtigung der Ruinen in Guatemala (wie die bekannte Tikal Maya Ruine), eine Wanderung durch den Regenwald oder die Besteigung eines aktiven Vulkans – langweilen wird man sich in Mittelamerika bestimmt nicht.

Plitvice-Nationalpark. ©️ iStock.com/gydyt0jas

Für einen Einstieg ins Backpack-Dasein ist auch Europa ideal. Je nachdem, wieviel Zeit man mitbringt, kann man diese Reise groß anlegen und etwa mit dem Interrail-Ticket quer durch Europa fahren, oder sich auf eine bestimmte Gegend wie Südosteuropa, Skandinavien oder das Baltikum konzentrieren. Beispielsweise kann man mit dem Rucksack die wunderschönen Strände Kroatiens entlang reisen, dabei ab und zu einen Abstecher ins Inland machen (etwa zum wunderschönen Plitvice-Nationalpark) und am Schluss im charmanten Montenegro mit seinen gemütlichen Städten und seiner imposanten Hügellandschaft landen. Dafür empfehlen wir jedoch eine Reise im Frühling oder Herbst: besonders Kroatien ist in der Hauptsaison stark überlaufen.

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Backpacker-Tipps

Die Auswahl der Ausrüstung muss natürlich im Vorhinein getroffen werden, diese kann die gesamte Reise erheblich erleichtern oder erschweren.
Allgemein gilt: So wenig mitnehmen, wie möglich, so viel, wie nötig. Mehr als etwa 12 Kilo sollte der volle Rucksack nicht auf die Waage bringen, schließlich muss man das Zeug selbst schultern und durch die Welt zerren.

Das ist aber mehr als machbar, denn man sollte vor allem die kleinstmögliche Variante mitnehmen: Statt dem riesigen Spongebob-Strandhandtuch lieber ein handliches Mikrofaser-Handtuch einpacken, bei Platzmangel ein aufblasbares Kissen statt einem echten, und statt der 500ml Flasche Duschgel für die Großfamilie lieber ein kleines Fläschchen im Reiseformat. Im Notfall kann alles nachgekauft werden!
Bewährt haben sich außerdem Packsäcke und Packwürfel, mit denen man ein Chaos im Rucksack vermeiden und alles leicht auffinden kann. Man erleichtert sich die Reise ungemein, wenn man nicht jedes Mal seinen gesamten Rucksackinhalt auf dem Gehsteig verteilen muss, wenn man irgendwas darin sucht.

 

Habt ihr Tipps für einen ersten Backpacking-Urlaub? Wir freuen uns über Kommentare!

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