London ist eine unglaublich schöne Stadt, die jeder gesehen haben sollte, keine Frage. Auch die nahegelegenen traditionellen Universitätsstädte Cambridge und Oxford sind nicht ohne Grund beliebte Touristenziele. Sich weiter hinaus ins englische Umland zu wagen, lohnt sich aber ebenso. Abseits der Drehscheibe London hat England einiges an schönen, spannenden und einzigartigen Städten zu bieten. Die folgenden fünf Städte sind eine Reise wert und bestechen mit ihrem ganz eigenen Charakter.

Liverpool. ©️ iStock.com/GordonBellPhotography

Für Popkultur-interessierte Urbanistas: Liverpool

Zugstunden von London: 2-3

Nicht nur passionierte Fußballfans sollten nach Liverpool pilgern. Die als UNESCO Kulturerbe ausgezeichnete Architektur der Stadt reflektiert Liverpools Geschichte als wichtige Hafenstadt. Auch in Sachen Kunst, Kulinarik und Musikkultur überzeugt die Heimatstadt der Beatles. Liverpool beherbergt die größte Anzahl an Museen und Galerien außerhalb von London und das älteste „Chinatown“ Europas. Ach ja, und die einheimischen „Scousers“ sind in England dafür bekannt, besonders freundlich zu sein.

Highlights: Albert Dock ist das revitalisierte ehemalige Zentrum von Liverpools Hafenanlage. In den restaurierten Lagerhallen befinden sich Galerien, Bars, Restaurants und Geschäfte; auch viele Events finden hier statt. In dieser Gegend befindet sich eine große Anzahl von als historisch und architektonisch besonders wertvoll eingestuften Gebäuden („Grade I listed buildings“). So zum Beispiel die sogenannten „Three Graces“, das Port of Liverpool Building, das Royal Liver Building und das Cunard Building. Das Liverpool International Music Festival mit Fokus auf Nachwuchstalenten findet im Juli statt. Am nahegelegenen Crosby Beach kann man die 100 Eisenskulpturen der Kunstinstallation „Another Place“ von Antony Gormley bestaunen.

Für den Szene Hipster: Bristol

Zugstunden von London: 2

In Großbritannien lebt es sich in Bristol am besten. Laut dem „Sunday Times Best Places to Live Guide“ jedenfalls. Wie Liverpool ist Bristol eine historische Hafenstadt, aber die Atmosphäre hier ist ganz anders. Die im Südwesten gelegene Universitätsstadt zieht viele junge Kreative an und die Street Art Szene hier ist nicht nur wegen Banksy bekannt. Unabhängige Läden säumen die Straßen. Es lässt sich hier auch besonders gut Cider trinken, da um Bristol herum viel des guten Stoffs produziert wird.

Highlights: In der Festivalsaison von Mai bis September steht fast jedes Wochenende ein anderes Festival am Programm. Ein beliebter Klassiker bei freiem Eintritt ist das Harbor Festival im Juli, bei dem alles von Musik über Zirkus bis hin zu Bootsschauen über die Bühne geht. Das neuere städtische Musikfestival Love Saves the Day (Mai) hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Die Aussicht im charmanten Park von Brandon Hill sollte man sich nicht entgehen lassen. Inmitten des Parks bietet der dreißig Meter hohe Cabot Tower einen schönen Ausblick über die ganze Stadt.

York. ©️ iStock.com/VladCa

Für Kunstgeschichte-Liebhaber und Mittelalter-Fans: York

Zugstunden von London: 2

Yorks zweitausendjährige Geschichte ist überall in der Stadt spürbar. Hier gibt es die besterhaltenste Stadtmauer Englands, Überreste einer Wikingerstadt aus dem neunten Jahrhundert, und ein malerisches mittelalterlich geprägtes Stadtzentrum mit Kopfsteinpflaster. Auch Schleckermäulchen kommen in York nicht zu kurz, denn wenn der Wind richtig weht, riecht die ganze Stadt aufgrund der nahegelegenen Fabrik nach Schokolade.

Highlights: Wenn wir schon vom Essen sprechen: Das zehntägige York Food and Drink Festival lockt im September hunderttausende Besucher an. Die gotische Kathedrale York Minster besticht mit riesigen mittelalterlichen Buntglasfenstern und das „Great East Window“ aus dem Jahr 1408 ist so groß wie ein Tennisplatz. Auf dem Stadtmauerpfad kann man entlang der alten Mauer York aus erhöhter Position betrachten. Während des Jorvik Viking Festivals (Februar) wird das Wikingererbe der Stadt zelebriert. Im Burgmuseum finden sich Alltagsgegenstände und Kuriositäten aus dem Viktorianischen Zeitalter.

Bath. ©️ iStock.com/csfotoimages

Für den klassikliebenden Ästheten: Bath

Zugstunden von London: 1.5

Wie ein Freilichtmuseum ist diese kleine, feine UNESCO-Weltkulturerbestadt fast flächendeckend mit architektonischen Juwelen aus 2000 Jahren Geschichte übersät. Man kann zu Fuß das römische Vermächtnis sowie die vielen schönen Beispiele georgianischer und neoklassizistischer Architektur bewundern. In Bath gibt es mehr Museen pro Quadratmeile als im restlichen Großbritannien. Außerdem kann man sonst nirgends im Land in so heißem natürlichen Thermalwasser baden.

Highlights: Die gut erhaltenen Roman Baths gewähren einen Einblick in die römische Bäderkultur. Thermae Bath Spa mit seinem Pool am Dach ist der Klassiker unter den Thermen für den Besucher von heute in Bath. Royal Crescent ist ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex im georgianischen Stil, die Nummer 1 Royal Crescent ein Museum, das eine typische Inneneinrichtung des 18. Jahrhunderts zeigt. Literaturliebhaber kommen jeden September beim zehntägigen Jane Austen Festival auf ihre Kosten.

Brighton. ©️ iStock.com/krzych-34

Für Kitschliebhaber: Brighton

Zugstunden von London: 1

Zugegeben: Brighton ist schon längst kein Geheimtipp mehr. Eine schöne Stadt am Meer so nahe bei London könnte das gar nicht sein. Brighton besticht mit Seeküstenromantik, eklektischer Architektur, und einer lebhaften Kulturszene. Hier gibt es auch eine große LGBTQ+ Szene: Das spannendste Pride Festival Großbritanniens findet in Brighton statt.

Highlights: Die Seebrücke Brighton Pier ist das Herzstück der Stadt. 1899 eröffnet, beherbergt die schmiedeeiserne Brücke jetzt einen Rummelplatz, und man kann in viktorianisch anmutenden Cafés die Aussicht genießen. Der Volk’s Electric Railway (VER) ist die älteste elektrische Eisenbahn, die noch in Betrieb ist; man kann mit ihr an der Küste entlang fahren. Der Royal Pavilion ist wahrscheinlich das auffälligste Bauwerk der Stadt. Ab 1787 erbaut, ist es außen dem indo-sarazenischen Stil nachempfunden, innen dem chinesischen. Im Mai geht hier das größte den Künsten gewidmete Festival Englands über die Bühne: Das Brighton Fringe zelebriert experimentelle Performance und kleine Truppen. Im gleichen Monat gibt es Musik, Tanz und Literaturevents beim Brighton Festival. Wem der Trubel zu viel wird, der kann sich in das mittlerweile eingemeindete Hove zurückziehen oder entlang des Undercliff Walks unter weißen Kalkklippen spazieren.

tripwolf findet: In England ist für jeden Städtetrip-Geschmack etwas dabei. Also auf geht’s ins anspruchsvolle Umland! Cheers.

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