Irgendwer hat mal treffend festgestellt: „Radfahren kommt dem Flug der Vögel am nächsten.“ Heutzutage ist das Radfahren weit mehr als bloß ein Sportutensil oder Mittel zum Zweck, es ist zum essentiellen Teil eines Lifestyles geworden, der die „Slow-Bike-Bewegung“ hervorgebracht hat. Nicht nur im Alltag, auch auf Reisen greifen immer mehr Menschen auf den Drahtesel zurück, sei es für sportliche Langstreckenfahrten oder für gemütliche kleine Touren.

Viele schrecken vor mehrtägigen Radtouren zurück, etwa weil sie nicht über ein voll ausgestattetes High-Tech-Rad verfügen oder meinen, nicht fit genug zu sein – zu Unrecht! Es muss nicht gleich die Tour de France sein, denn glücklicherweise gibt es Routen, die auch für legere RadlerInnen optimal sind. Wir haben für euch zusammengefasst, was das Reisen per Rad zu einem unvergleichlichen Erlebnis macht, worauf man achten sollte und schlagen euch bei der Gelegenheit auch gleich ein paar gemütliche Strecken vor!

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Mittendrin statt nur dabei

Vieles spricht für das Reisen mit dem Rad. Zum einen ist es ein ausgezeichnetes Ganzkörpertraining für alle Altersklassen, dabei aber schonender für die Gelenke und für den Rücken im Vergleich zum Laufen. Aber nicht nur der Körper freut sich, denn Radfahren ist außerdem Balsam für die Seele. Anders als beim Auto- oder Zugfahren ist man mitten im Geschehen: Man nimmt alle Düfte, Geräusche und seine Umwelt unmittelbar wahr, und man kann jederzeit spontan stehenbleiben, wenn man mit Passanten plaudern möchte oder etwas Interessantes entdeckt hat. Nicht zuletzt ist man am Ende des Tages unbeschreiblich stolz, eine Strecke mit eigener Kraft gemeistert zu haben.

Doch es gibt auch praktische Gründe. Auf dem Drahtesel kann man – wenn man will – richtig schnell unterwegs sein und die Dörfer und Städte an sich vorbeiziehen sehen. Dabei bestimmt man selbst das Tempo – selbst für vermeintlich Unsportliche sind 30-40 Kilometer pro Tag in der Regel kein Problem. Aber Achtung: Wenn man lange Strecken nicht gewöhnt ist, sollte man es anfangs lieber langsamer angehen und seine Energie einteilen, um die Erschöpfung nicht mit sich zu ziehen.

Wie gehe ich es an?

Wie beim Backpacken gilt: Weniger ist mehr! Das Fahren macht umso mehr Spaß, je leichter man beladen ist. Dennoch ist es faszinierend, wie wenig man das Gewicht beim Fahren im Endeffekt spürt, selbst wenn man sein Gefährt beladen hat wie der Nomade seinen Esel. Besonders praktisch sind spezielle Gepäckträgertaschen, diese sind schnell angebracht, entfernt und – besonders wichtig! – wasserdicht. Bei all der Sparsamkeit beim Packen sollte man außerdem keinesfalls auf die wichtigsten Essentials für’s Fahrrad verzichten, wie etwa Flickzeug, eine Fahrradpumpe im Reiseformat, kleine Werkzeuge und einen Ersatzschlauch.

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Unsere zwei Lieblingsrouten

Glücklicherweise gibt es Routen, die für RadfahrerInnen ideal sind, da die Strecken größtenteils für den motorisierten Verkehr gesperrt und landschaftlich wunderschön sind. Hier ein paar Möglichkeiten:

Der Ciclovia Alpe Adria: Insgesamt führt der Alpe-Adria Radweg vom österreichischen Salzburg bis nach Grado an der Adria, man kann die Strecke aber auch beispielsweise nur in Norditalien befahren. Die Landschaft mit den Alpen, den türkisen Wasserfällen, ausgedehnten Wildflüssen und den kleinen italienischen Dörfern ist überwältigend. Die Strecke ist außerdem besonders, da sie die alte Bahntrasse entlang führt und daher einerseits durch alte Eisenbahntunnel und an vielen verlassenen Bahnhöfen vorbeiführt, aber andererseits kaum Steigungen aufweist.

Avenue Verte von Paris bis London: Die gesamte Strecke der Avenue Verte ist 406 Kilometer lang, doch je nach Geschmack kann man sich den Teil der Route heraussuchen, der einem am meisten zusagt. Landschaftlich ist die Route besonders in Frankreich reizvoll und führt unter anderem durch das Malerdorf Giverny und an diversen Schlössern vorbei.

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