Manche Überraschungen sind gut, andere hingegen weniger. Was auch immer sonst über das Reiseland Indien gesagt werden kann, es bleibt unbestreitbar überraschend. Wer nach Indien reist, wird garantiert über die folgenden fünf Dinge staunen!

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1. Der Straßenverkehr

Auf Indiens Straßen konkurrieren Tuk Tuks, Kühe, teure Sportwägen, Packesel, kunstvoll bemalte Lastwägen und Motorräder, auf denen entgegen den Gesetzen der Physik ganze Familien Platz finden, um den Vorrang.

Der Verkehr funktioniert generell etwas anders als in Westeuropa. In Indien weiß man gesetzliche Vorschriften als gut gemeinte Richtlinien zu schätzen. Die Regeln der Straßenpraxis haben damit aber wenig gemeinsam. Wer am lautesten hupt, gibt seinen Anspruch auf Vorrang bekannt. Die „Hupen verboten“-Schilder, die überall dort stehen, wo besonders viel gehupt wird, wirken vor der ohrenbetäubenden Kulisse des Straßenverkehrs recht drollig. Einbahnen werden durchaus als reguläre, beidseitig befahrbare Straßen interpretiert, vor allem von den kleinen, wendigen Tuk Tuks. Der Rikschafahrer ist allgemein ein sehr exaltierter Verkehrsteilnehmer.

2. Das Nebeneinander von Vergangenheit und Zukunft

In Indien gibt es Apps für alles, was man sich vorstellen kann, gleichzeitig sind Wassermangel und Stromausfälle sogar in der Hauptstadt eine alltägliche Erscheinung. Baudenkmäler aus dem 15. Jahrhundert säumen dicht befahrene mehrspurige Straßen; brandneue, schicke SUVs überholen schwer beladene Esel, ihre Säcke randvoll mit Steinen für eine Baustelle. Die ruhige Vergangenheit und der lautstarke Trubel der hypertechnologischen Zukunft existieren hier nebeneinander.

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3. Die Menschenmengen und der Fotostress

Nichts prägt das Reiseerlebnis Indien so sehr wie die Menschenmengen. In der Innenstadt, bei bekannten Sehenswürdigkeiten, am Bahnhof: Überall, wo es sonst auf der Welt auch Menschenansammlungen gibt, bietet Indien unendlich viel mehr Getöse. Besonders an religiösen Feiertagen schafft es dieses Land auch dem gewandten Touristen, der meint, bisher von Menschenmassen unbeeindruckt gewesen zu sein, zu imponieren.

Bei Touristenattraktionen passiert es zudem oft, dass man als ausländischer Tourist selbst zur Attraktion wird. Ob Großfamilien mit vielen Kindern, Jünglinge oder schüchterne junge Damen: alle wollen sich mit dem/der/den Fremden fotografieren lassen. Man bereite sich darauf vor, alle fünf Minuten gefragt zu werden.

4. Ausgeklügelte Maschen und beinhartes Feilschen

Der als Tourist zu erkennende Reisende ist einer breiten Palette an teils sehr einfallsreichen Gaunereien ausgesetzt. Ein Beispiel aus dem echten Leben:
Ich bin zum ersten Mal am Hauptbahnhof in Delhi, alleine, und suche mit meinem Zugticket in der Hand nach dem richtigen Eingang. Ein hilfreicher Mann deutet mir, hier ist er. An diesem Eingang steht ein zweiter, gut angezogener Mann, fast uniformiert sieht er aus. Er begutachtet mein Ticket und sagt mir, dass mein Zug leider ausfällt, er könne mir aber zeigen, wo ich ein neues Ticket bekäme. Kurze Panik, dann besinne ich mich und finde im Bahnhofsareal meinen Zug ganz normal auf der Anzeigetafel.

Es sind hier aber nicht nur die Maschen ausgeklügelt: Auch wer gut im Feilschen ist, findet in Indien seinesgleichen. Die Preise sind für ausländische Touristen oft exorbitant hoch und besonders der Rikschafahrer ist in der Regel ein extrem guter Feilscher. Es sei jedoch angemerkt, dass auch der offizielle Tourismusbetrieb so geregelt ist, dass ausländische Touristen bei Sehenswürdigkeiten höhere Eintrittspreise zahlen, da der durchschnittliche indische Tourist weniger Geld zur Verfügung hat als der durchschnittliche ausländische Besucher.

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5. Orte von unglaublicher Schönheit und Energie

Ja, irgendwie ist man ja schon vorbereitet. Man wird imposante historische Bauten sehen. Obwohl der Taj Mahal in natura etwas kleiner wirkt als auf den Fotos, ist dieses Denkmal nur eines von unzähligen märchenhaften, spirituell aufgeladen wirkenden Bauwerken, die dieses magisch schöne Land schmücken. Die pulsierende Energie, die die gläubigen Sikhs und Besucher beim nächtlichen Umrunden des Goldenen Tempels in Amritsar ausstrahlen, ist unvergleichlich. Die Festungsanlage Mehrangarh schießt wie ein Traumschloss über die blau bemalten Häuser der Altstadt von Jodhpur in die Höhe. Sogar das „Baby Taj“, ein vergleichsweise winziges Mausoleum in der Stadt Agra, in der auch der Taj Mahal steht, hat eine ganz besondere Ausstrahlung.

Indien ist eine Erfahrung für sich. Und auch für den im Voraus bestens informierten Reisenden gilt: Das Staunen bleibt!

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