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Durch die benachbarte Tegetthoffstraße spaziert man von hier in zwei Minuten zur Kaisergruft auf dem Neuen Markt, wo in teilweise höchst kunstvoll gefertigten Sarkophagen 145 Mitglieder der Habsburgerfamilie - von Kaiserin Maria Theresia und deren Gemahl über Joseph II. bis zu Franz Joseph, seiner Sisi und Sohn Rudolph - ihre letzte Ruhe fanden.

Zurück auf dem Albertinaplatz, wandert man die gleichnamige Straße entlang zum Josefsplatz, einem dank seiner stilistischen Einheitlichkeit atemberaubend schönen Barockensemble. Gleich links findet sich das Haupttor der Augustinerkirche, der Pfarrkirche des kaiserlichen Hofs, in der die Habsburger ihre Hochzeiten feierten und die Herzen ihrer Ahnen aufbewahren. Die Längsfront des Platzes nimmt der Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek ein - eine grandiose Schöpfung der beiden Barockarchitekten Fischer von Erlach senior und junior, die Sie unter allen Umständen besichtigen sollten. Unerlässlich ist auch eine Vorstellung der Lipizzaner in der benachbarten Winterreitschule.

Schlendern Sie nun durch den Arkadengang und die schmale Reitschulgasse weiter zum Michaelerplatz. In seiner Mitte haben Archäologen kürzlich die Reste eines römischen Hauses freigelegt. An seiner Nordseite erhebt sich das Looshaus, mit dessen ornamentloser Fassade Adolf Loos kurz vor dem Ersten Weltkrieg einen anfangs heftig kritisierten Meilenstein der modernen Architektur schuf. Vor wenigen Jahren erst hat eine örtliche Bank diesen Symbolbau einer ganzen Epoche bis ins Detail originalgetreu renovieren lassen. Seither begeistern die Fassade aus Marmor und das holzgetäfelte Foyer durch ihre schlichte Eleganz den Betrachter noch mehr.

Wen an dieser Stelle nach einem kleinen Einkaufsbummel gelüstet, dem sei der angrenzende Kohlmarkt als eine der elegantesten - aber freilich auch teuersten - Konsummeilen Wiens ans Herz gelegt. Erst kürzlich haben hier neben den altehrwürdigen Läden auch eine Reihe glamouröser Modehäuser globalen Rangs, von Prada über Gucci bis Louis Vuitton, Niederlassungen eingerichtet und die Preise noch weiter in die Höhe geschraubt. Wer hingegen lieber bei Kaffee und Kuchen rasten will, findet dazu im Griensteidl am Michaelerplatz 2, oder, ein paar Schritte entfernt, im Demel am Kohlmarkt 14, beste Gelegenheit. Beide Etablissements zählen zu Recht zu den Klassikern der Wiener Kaffeehausszene. Wobei das Demel neben den weithin bekannten süßen Gaumenfreuden auch regelmäßig mit Augenschmausen in Form aufwändig dekorierter Figurengruppen aus Zuckerguss aufwartet, die aus den Fenstern des Lokals die Passanten grüßen.

Der eigentliche Weg aber bringt Sie nun zur Hofburg, und zwar zunächst durch das von einer mächtigen grünspanigen Kuppel überwölbte Michaelertor in den Inneren Burghof. Rechter Hand, im so genannten Reichskanzleitrakt, befindet sich der Eingang in die Kaiserappartements, die Arbeitsräume und Privatgemächer Kaiser Franz Josephs und seiner über alles geliebten Elisabeth. Derselbe Aufgang führt in die ebenfalls sehenswerte Silberkammer und ins neue Sisi-Museum. Gehen Sie von der Südostecke des Hofs durch die Ladenpassage, so stehen Sie wenig später auf dem Heldenplatz. Auf dieser gewaltigen Freifläche umfängt einen die ganze feudale Pracht des einstigen habsburgischen Riesenreichs. Vor Ihnen liegt die Silhouette einiger der berühmtesten Ringstraßenbauten: Im Nordwesten sehen Sie das Parlament, dahinter das Rathaus, gleich links vom Parlamentsgebäude den Justizpalast sowie im Südwesten, hinter dem festungsartigen Äußeren Burgtor, das ursprünglich als Denkmal für die Völkerschlacht von Leipzig errichtet wurde, das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum. Im Rücken haben Sie den Leopoldinischen Trakt, in dem heute Österreichs Bundespräsident residiert.

Das mächtige Halbrund im Osten schließlich ist die Neue Hofburg. Im linken Flügel ist das Kongresszentrum untergebracht - ein Konferenzort, wie ihn so exquisit wohl kaum eine zweite Stadt bieten kann. Die Appartements Kaiserin Maria Theresias und Feldmarschall Radetzkys, ferner Marmor-, Metternich-, Zeremonien- und Großer Redoutensaal, wo schon im 18. Jh. pompöse Barockopern uraufgeführt wurden und wo die Hochzeitstafel Kaiser Josephs II. stattfand... Auf einer Fläche von über 11 000 m², ausgestattet mit üppigem Stuckdekor und moderner Kommunikationstechnik, festigen diese Räume Wiens Ruf als Metropole der internationalen Diplomatie.

Doch gehen Sie zurück in den Inneren Burghof. Hier wenden Sie sich nach rechts und gelangen durch das mit Wappen verzierte Renaissancetor in den ältesten Teil des verschachtelten Schlosskomplexes - in den erstmals bereits gegen Ende des 13. Jhs. urkundlich erwähnten Schweizerhof. Hier müssen - jawohl: müssen - Sie unter allen Umständen der Schatzkammer  einen Besuch abstatten. Weshalb? Nun, sie enthält die weltweit bedeutendste Sammlung ihrer Art - einen fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Kronschatz, nämlich die Reichsinsignien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, des Weiteren die Schätze der Burgunder und des Ordens vom Goldenen Vlies sowie die unveräußerlichen Erbstücke des Hauses Habsburg. Ein bauliches Juwel aus der Zeit der Gotik stellt die in einem angrenzenden Höfchen versteckte Burgkapelle dar, in der die Wiener Sängerknaben - ein unvergessliches Erlebnis - an Sonn- und Feiertagen Mozart-, Haydn- oder Schubertmessen singen (Karten etliche Wochen im Voraus schriftlich bei der Hofmusikkapelle, Hofburg, A-1010 Wien bestellen).

Den fulminanten und hochmodernen Schlussakkord setzt das vor wenigen Jahren eröffnete Museumsquartier. Man erreicht es, indem man vom Heldenplatz aus über den Burgring und zwischen den beiden Museen hindurchwandert. Hauptattraktionen dieses weitläufigen Areals, dessen barocke Gebäude ursprünglich den kaiserlichen Pferden als Stallungen dienten, sind das Museum Moderner Kunst und, im weißen Kubus gegenüber, das Leopold-Museum. Dahinter lockt, über Stiegen erreichbar, der Spittelberg mit einer Vielzahl gemütlicher Lokale." marked_deleted="0" modified="2009-09-08 09:21:24.727927" modifier_id="258" privacy="1" static_map_url="http://maps.google.com/staticmap?hl=en&amp;maptype=roadmap&amp;format=png&amp;markers=48.202650,16.368850,reda%7C48.204670,16.368520,redb%7C48.205510,16.368500,redc%7C48.206430,16.370890,redd%7C48.205190,16.368240,rede%7C48.206740,16.366960,redf%7C48.207960,16.366250,redg%7C48.208220,16.366750,redh%7C48.208170,16.366190,redi%7C48.208560,16.367220,redj%7C48.207700,16.366520,redk%7C48.206060,16.363480,redl%7C48.203590,16.359250,redm%7C48.202393,16.354595,redn&amp;key=ABCDABCD&amp;size=123123123x123123123&amp;path=rgb:0x0000ff,weight:5|48.202650,16.368850|48.204670,16.368520|48.205510,16.368500|48.206430,16.370890|48.205190,16.368240|48.206740,16.366960|48.207960,16.366250|48.208220,16.366750|48.208170,16.366190|48.208560,16.367220|48.207700,16.366520|48.206060,16.363480|48.203590,16.359250|48.202393,16.354595" status="0" sum_locations="14" sum_votes="3" title="Rund um die Hofburg und ins Museumsquartier" triplocation_id="967" />
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Weiter führt der Weg durch schmale Quergässchen über die Schulerstraße und die Wollzeile in die von renommierten Szenelokalen wie etwa dem Restaurant Neu Wien oder dem Prominentenbeisl Oswald &amp; Kalb gesäumte und deshalb stets belebte Bäckerstraße. Auf dieser ostwärts gelangen Sie zum Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, einem der eindrucksvollsten, allabendlich wunderschön illuminierten Plätze der Stadt. Die frühbarocke Fassade an seiner Nordseite ist die der Jesuitenkirche. Hinter ihr zur Linken, in der Aula der Alten Universität, ist Österreichs Akademie der Wissenschaften zu Hause.

Nun ein Stückchen durch die Sonnenfelsgasse, dann nach rechts, und Sie befinden sich in der auffallend krummen Schönlaterngasse. Hier, am Haus Nr. 7, erinnert ein seltsames Wesen aus Stein an die bekannte Sage vom Basilisken, der Anfang des 13. Jhs. im Brunnen des Hinterhofs gehaust und die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben soll. Gleich daneben führt ein Durchgang in den Heiligenkreuzer Hof, ein großes, besonders idyllisches Häusergeviert. Verlassen Sie es durch das Tor vis-a-vis und wenden sich dann zweimal nach rechts, stoßen Sie nach wenigen Schritten auf Wiens ältestes Restaurant: das vor über 500 Jahren gegründete - und bis heute empfehlenswerte - Griechenbeisl. Auf dem Deckengewölbe eines seiner Gastzimmer finden sich die originalen Autogramme von Dutzenden historischer Geistesgrößen - darunter Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Albert Einstein.

Folgen Sie als Nächstes dem Fleischmarkt in westlicher Richtung, so gelangen Sie jenseits der Rotenturmstraße in das so genannte Bermudadreieck, ein quirliges Bar- und Beislviertel. Als Pionierlokale laden hier das immer noch trendige Restaurant Salzamt ein, die Bar Roter Engel und das Krah-Krah, ein Mekka für Bierfreunde. Als ruhige Oase steht in seiner Mitte eines der ältesten Gotteshäuser der Stadt: das romanische Ruprechtskirchlein. Etwas abseits, in der Seitenstettengasse, blieb der Stadttempel der Israelitischen Kultusgemeinde erhalten. Er ist ein Werk des klassizistischen Architekten Josef Kornhäusel und hat als Einzige der vormals 24 Wiener Synagogen die Reichspogromnacht im November 1938 überstanden.

Durch die Judengasse, die mit ihren zahlreichen Boutiquen ein kleines Mekka für Modenarren darstellt, kommen Sie auf Ihrem Stadtrundgang nunmehr auf den Hohen Markt. Hier sollten Sie zu den Fundamenten der römischen Siedlung Vindobona hinabsteigen. In der Ostecke des Platzes ist die Ankeruhr zu bewundern, deren Jugendstilfiguren täglich um 12 Uhr eine von Orgelmusik begleitete Parade aufführen. Nach einem Abstecher durch die Salvatorgasse zur Kirche Maria am Gestade, einem viel zu wenig beachteten Juwel aus der Gotik, geht es vorbei an zwei herrlichen Barockbauten - der ehemaligen Böhmischen Hofkanzlei und dem Alten Rathaus - über den Judenplatz mit dem neuen Holocaust-Mahnmal durch die Drahtgasse auf den so genannten Hof.

Dieser erstaunlich weitläufige Platz, auf dem der Babenberger Herzog Heinrich II. einst die erste Wiener Residenz erbauen ließ, ist von zahlreichen prächtigen Fassaden gesäumt. Sein Hauptschmuckstück bildet an der Ostseite die Kirche am Hof »Zu den neun Chören der Engel«, von deren Balkon Kaiser Franz II. im Jahr 1806 das Ende des Heiligen Römischen Reichs verkündete." marked_deleted="0" modified="2009-10-13 11:59:03.303281" modifier_id="258" privacy="1" static_map_url="http://maps.google.com/staticmap?hl=en&amp;maptype=roadmap&amp;format=png&amp;markers=48.208545,16.372976,reda%7C48.207490,16.373420,redb%7C48.208200,16.374790,redc%7C48.209363,16.375689,redd%7C48.208914,16.376418,rede%7C48.208780,16.377310,redf%7C48.209590,16.377310,redg%7C48.210689,16.377276,redh%7C48.212060,16.374140,redi%7C48.212030,16.374170,redj%7C48.212270,16.371210,redk%7C48.211800,16.370690,redl%7C48.211260,16.367620,redm&amp;key=ABCDABCD&amp;size=123123123x123123123&amp;path=rgb:0x0000ff,weight:5|48.208545,16.372976|48.207490,16.373420|48.208200,16.374790|48.209363,16.375689|48.208914,16.376418|48.208780,16.377310|48.209590,16.377310|48.210689,16.377276|48.212060,16.374140|48.212030,16.374170|48.212270,16.371210|48.211800,16.370690|48.211260,16.367620" status="0" sum_locations="13" sum_votes="1" title="Zeitreise ins Mittelalter: Durch das historische Herz" triplocation_id="967" />
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