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Wie ein mächtiger Schutzwall aus weißem Kalkgestein schotten die beiden Karstgebirgszüge Cicarija und Ucka die herzförmige Halbinsel Istrien nach Norden vom kroatischen und slowenischen Binnenland, nach Osten zum Adriawasser der Kvarner-Bucht ab. Zentralistrien birgt im oberen Teil ein grünes Hügelland mit fruchtbaren Tälern. Im unteren Teil neigt sich eine von roter Erde überzogene Hochfläche mit sanftem Gefälle zur stark gegliederten Westküste, die schon durch den Tourismus das Wirtschaftszentrum Istriens ist.

Das Binnenland kennt keine nennenswerten Ballungen von Industrieanlagen, keine Massen von Menschen, außerhalb der Hauptverkehrswege keine Lawinen von Autos. Die Zeiten sind allerdings vorbei, als man sich seinen Weg durch die Idylle über staubige, holprige Sandpisten bahnen musste. Eng und kurvig sind die Nebenstrecken zwar geblieben, und dem Autofahrer wird einige Aufmerksamkeit abverlangt, aber fast alle Straßen hat man inzwischen mit Asphalt überzogen.

Üppige Palmen wachsen in den Gärten von Opatija. Im milden Klima des Seebades am Fuße des Uckagebirges kurten schon Kaiser und Könige. Die noblen Hotelpaläste der Belle Époque, umgeben von gepflegten Parkanlagen, bestimmen noch heute zum großen Teil das Bild des Städtchens. Sein k. u. k. Flair erstickt allerdings zunehmend in den Abgasen der Autoflut, die sich rund ums Jahr über den schönsten Ferienort im Norden der kroatischen Adriaküste ergießt.

Im Uckagebirge, das die Riviera von Opatija bis zur Bucht von Plomin vor rauem Wind und Wetter schützt, können Sie frische Luft in freier Natur atmen und herrliche Ausblicke genießen: auf die Kvarner-Bucht mit der Hafenstadt Rijeka und auf die beiden vorgelagerten Inseln Cres und Krk.

Etwa 3 km außerhalb des Zentrums von Opatija, in Matulji, zweigen zwei Straßen ab, die durch das Uckagebirge ins Landesinnere führen. Trotz höheren Verkehrsaufkommens ist die neue Schnellstraße durch den Uckatunnel die zeitsparendste Verbindung von Opatija nach Pazin und Porec. Parallel dazu verläuft die alte Straße durch Veprinac und windet sich hinauf zum Poklonpass auf 922 m Höhe. Vom dortigen Hotel kann man zu Fuß auf den 1401 m hohen Vojak, den höchsten Gipfel im Uckagebirge, wandern und den wunderbaren Ausblick aufs Meer genießen.

Hinter der Passhöhe windet sich die Straße in Serpentinen bergab. Zur rechten Seite erhebt sich das gewaltige Cicarijamassiv. Vor Ihnen liegen die grünen Hügel Zentralistriens. Vom Poklonsattel fahren Sie nach 10 km auf die Hauptstraße nach Pazin, die hier aus dem Uckatunnel kommt. Noch etwa 8 km, dann zweigt der Weg nach Hum ab. In der kleinsten Stadt der Welt, zur Zeit ihrer Blüte eine schwer befestigte Garnisonsstadt, stehen heute nur noch zehn Häuser. Die Konoba, ein hervorragendes istrisches Landgasthaus, ist darum kaum zu übersehen. In Hum endet die 6 km lange Allee der Glagoliter, an der auf dem Weg nach Roc zehn glagolitische Denkmäler aufgestellt sind - zur Erinnerung an altkroatische Kulturgeschichte und nationale Identität.

10 km weiter erreichen Sie Buzet. Die von einer Wehrmauer umgebene Altstadt von Buzet liegt wie die meisten Ortschaften im Binnenland von Istrien auf einem Hügel am Fuße des Cicarijagebirges. Durch das enge Stadttor geht man am besten zu Fuß über das Kopfsteinpflaster hinauf zum Hauptplatz mit der barocken Marienkirche und dem Palast der alten Stadtverwaltung. Von der Festungsmauer haben Sie einen schönen Blick ins Tal der Mirna, durch das die Landstraße nach Buje parallel zum Fluss verläuft.

Auf der Weiterfahrt sollten Sie genau hinschauen, denn der Wegweiser, der 4 km hinter Buzet in Richtung Buje die Abzweigung nach Sovinjak kennzeichnet, ist leicht zu übersehen. Wer diese enge, steile Straße hinauffährt, kennt meist den Weg. Nur Mut, es lohnt sich: Die nächsten 24 km über Sovinjsko Polje, Prodani und Draguc bis Cerovlje liefern Ihnen nicht nur die schönsten Panoramablicke. Hier, weit weg vom Tourismus an der Küste, können Sie noch das ursprüngliche Istrien erleben, Menschen, die in ihrer Lebensweise mit der urwüchsigen Landschaft tief verwurzelt sind.

Cerovlje führt die Hauptstraße hinunter nach Pazin, Istriens Verwaltungszentrum. Um zurück an die Kvarner-Bucht zu kommen, wählen Sie den Weg über das sehenswerte Gracišce nach Plomin. Die letzten 36 km bis Opatija folgen Sie der Küstenstraße, die sich auf einem schmalen Uferstreifen an den steilen Felswänden des Uckagebirges entlangschlängelt. Von Brestova startet die Autofähre zur Insel Cres. In Brsec beginnt die Riviera von Opatija, an die sich von Mošcenicka Draga bis ins k. u. k. Seebad die Ferienorte nahtlos aneinander reihen. Gönnen Sie sich zum Abschluss nach der langen Fahrt einen Spaziergang auf dem 12 km langen lungomare, dem Uferpromenadenweg, der von Lovran nach Opatija führt.
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