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Das mittelalterliche Madrid - Reiseplaner

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Das mittelalterliche Madrid

erstellt von marcopolo am 2009-09-08

Auf diesem zweistündigen Rundgang durchs Madrid de los Austrias folgen Sie den wenigen Spuren, die das Mittelalter in Madrid hinterlassen hat.

»Das Madrid, das sie vorfinden, betrachten die Habsburger eines großen Reiches unwürdig. So machen sie sich daran, die Kirchen, Konvente und Klöster auf den Fundamenten der bescheidenen mittelalterlichen Grundrisse neu aufzubauen. So ist das mittelalterliche Madrid eine Stadt, der wir unter den Grundstücken des jetzigen historischen Zentrums nachspüren müssen«, schreibt die Historikerin Cristina Segura. Also hinab in die Unterwelt!

Der Spaziergang beginnt an der Plaza de Oriente an der Einmündung der Calle Felipe V. Dort nehmen Sie die Treppen, die hinunter zur Tiefgarage führen. Sobald Sie die Parkebene betreten, gehen Sie ein paar Schritte nach rechts: Dort sehen Sie hinter Glas die Fundamente einer atalaya, eines Wachturms aus islamischer Zeit (11. Jh.), die beim Bau der Garage entdeckt wurden. Sie befinden sich im Herzen des alten Madrids.

Wieder an der Oberfläche, überqueren Sie die Plaza de Oriente Richtung Königspalast. An seiner Stelle stand bis zum Brand 1734 der Alcázar, die alte Burganlage mit Ursprung im 9. Jh. Sie gehen an der Fassade des Palasts Richtung Süden weiter, vorbei an der Kathedrale, bis zur ersten Straßenkreuzung; dort biegen Sie nach rechts in die Cuesta de la Vega ab. Folgen Sie dem Bogen der Cuesta de la Vega bergab nach links und blicken dann zurück: Sie sehen das einzige über Tage liegende Relikt des maurischen Madrid, die Reste der arabischen Stadtmauer, über die sich die Kathedrale erhebt.

Nehmen Sie den Fußweg von der Cuesta de la Vega hinab zur Calle Segovia. Sie landen fast genau zu Füßen des Viaducto. Hier überqueren Sie die viel befahrene Straße (leider fehlt ein Zebrastreifen) und gehen an der Südseite die Calle Beatriz Galindo (kein Straßenschild) wieder bergan, bis links Treppenstufen im Zickzack den Hügel weiter hinaufführen. Oben angekommen, liegen rechter Hand die Jardines de las Vistillas mit wunderschönem Blick über die Stadt bis zur Sierra im Nordwesten. Die Vistillas waren schon zu maurischen Zeiten besiedelt, sichtbare Spuren davon gibt es aber heute nicht mehr.

Gehen Sie nun die Calle Morería, deren Name an das alte maurische Viertel erinnert, Richtung Osten, kreuzen Sie die Calle Bailén (wieder kein Zebrastreifen!) und folgen weiter der Calle Morería hinein ins tiefste Madrid de los Austrias bis zur kleinen restaurierten Plaza Alamillo. Dort rechts hoch die Calle Alfonso VI, die Sie zur Plaza de la Paja führt, einem belebten Marktplatz schon zu maurischen Zeiten und heute einer der schönsten Plätze Madrids. Überqueren Sie den Platz und nehmen die Calle Príncipe Anglona, an deren Ende Sie die Kirche San Pedro el Viejo sehen, eine der ältesten Madrids, errichtet anstelle der alten Moschee: Im Mauerwerk des Turms ist ein kleiner Hufeisenbogen zu erkennen, ein maurisches Element aus dem späten Mittelalter.

Hinter der Kirche San Pedro kreuzen Sie wieder die Calle Segovia (natürlich ohne Zebrastreifen), diesmal Richtung Norden, und gehen in das Fußgängersträßchen Cordón hinein. Ein paar Treppenstufen hoch, an der Ecke zur Calle Sacramento, stehen Sie an der Rückseite der vielfach umgebauten Casa Cisneros (16. Jh., benannt nach einem Neffen des berüchtigten Kardinals), die einige wenige Renaissanceelemente bewahrt. Ein paar Schritte die Calle Cordón weiter, erreichen Sie die Plaza de la Villa. Links sehen Sie die Casa de la Villa, das Rathaus aus dem 17. Jh., rechts die Torre de los Lujanes (15. Jh.), das älteste erhaltene nichtreligiöse Gebäude Madrids - mit Eingangstor hinter einem Hufeisenbogen.

Biegen Sie anschließend nach links in die Calle Mayor, dann nach rechts in die Calle San Nicolás. Dort steht die Kirche gleichen Namens aus dem Spätmittelalter; auch sie zeigt maurische Elemente im Gemäuer des Turms aus dem frühen 13. Jh. Nun geht es links durch die kurze Fußgängergasse Biombo, dann rechts in die Calle Factor: Von hier aus haben Sie den schönsten Blick auf die Kathedrale und den Königspalast. Folgen Sie der Straße und gehen dann nach rechts in die Calle Noblejas, die Sie zur Plaza Ramales führt. Neben dem Eingang zur Tiefgarage unter dem Platz sehen Sie Fundamentreste der Kirche San Juan Bautista (13. Jh.), die José Bonaparte 1810 abreißen ließ. Von hier aus sind es nur noch ein paar Schritte durch die Calle Lepanto zurück zum Ausgangspunkt, der Plaza Oriente.


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