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Mauritius Tripguru-Guides

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»Südwestpassage«: durch alle Klimazonen

erstellt von tripwolf-partner am 2012-01-11

»Südwestpassage«: durch alle Klimazonen

Die Tour beginnt südlich von Floréal und Curepipe, dort, wo sich die B 3 und die B 70 treffen, und folgt der kleinen Landstraße nach Süden in Richtung Le Pétrin.

Die Landschaft wird hügelig, Kiefernwälder dehnen sich aus. Die Gegend macht fast einen nordisch-herben Eindruck. Nach etwa 10 km erreicht man das Mare aux Vacoas, den größten Süßwassersee der Insel. Er wird sowohl als Trinkwasserreservoir genutzt als auch für den Betrieb eines Wasserkraftwerks. Ein Damm versperrt die Sicht auf den See. Alle paar Hundert Meter jedoch gibt es Treppen, über die man die Dammkrone erreichen kann. Sie befinden sich hier fast 600 m über dem Meer, es ist deutlich kühler als an den Stränden. Und noch immer führt die Straße bergauf.

Le Pétrin verdient es schwerlich, ein Ort genannt zu werden. Wenige Häuschen stehen hier. Nicht zu übersehen ist deshalb der große Wegweiser zur Shivaratree-Tempelanlage am Grand Bassin, dem heiligen See der Hindus. Schon entlang der schnurgeraden Straße stehen kleine Altäre und Schreine. Um so überraschender ist der Anblick der großen Windkraftanlage am Pilgerparkplatz. Mauritius nutzt hier die südöstlichen Passatwinde als Energiequelle.

Von anderer Art ist die Energie, die sich die Hindus von einem Besuch des Grand Bassin versprechen. Laut einer Legende legte Shiva bei einer seiner Weltumrundungen eine Pause auf Mauritius ein. Von einer Amphore auf seinem Kopf, die mit heiligem Wasser aus dem indischen Fluss Ganges gefüllt war, verschüttete er ein wenig, und die Tropfen fielen in den Krater von Grand Bassin. So entstand der See.

Wenn im Februar/März das Maha Shivaratree gefeiert wird, das größte Hindufest außerhalb Indiens, versammeln sich hier Hunderttausende von weiß gekleideten Gläubigen, die zu Fuß, auf Mopeds und mit Bussen zum See pilgern. Tanzend, betend und singend steigen sie in den See und streuen Blumenopfer aus. Den Rest des Jahres ist es ruhig. Halbzahme Affen springen herum und zeigen wenig Respekt vor Opfergaben. Bei gutem Wetter lohnt sich der Aufstieg über eine Treppe zum 700 m hohen Gipfel des Piton Grand Bassin, weniger des kleinen Tempels als der herrlichen Aussicht wegen.

Sie fahren zurück nach Le Pétrin auf die Hauptstraße und biegen links ab Richtung Süden. Über die bewaldete Hochebene Plaine Champagne erreichen Sie das Naturschutzgebiet Macchabée Bel Ombre, gewissermaßen das Dach von Mauritius. Die Landschaft ist karg, rau, bisweilen abweisend, alles andere als tropisch, doch allmählich ändert sich das Bild entlang der 20 km langen Strecke nach Chamarel. Die holprige Straße nimmt zahllose Kurven, und immer wieder biegen kleine Pfade ab in die verborgenen Winkel des Hochlands. Schilder mit der Aufschrift »View Point« weisen auf Aussichtspunkte hin, darunter den über die Alexander Falls. Dann geht es auf unbefestigten Wegen durch Wälder dichten Gestrüpps hin zu steilen Klippen und spektakulären Schluchten: Bilder einer urwüchsigen Dschungellandschaft.

Der wohl schönste Aussichtspunkt ist Black River Gorges, etwa 8 km von Le Pétrin entfernt. 200 m vom Parkplatz entfernt öffnet sich der Blick auf einen gewaltigen Wasserfall. Die Schlucht, die der Fluss hier in den Berg gefressen hat, setzt sich fort bis zum Ozean. Bei guter Sicht ist die Tamarin-Ebene zu erkennen wie auch der Black River Peak, mit 828 m der höchste Berg der Insel. Ein dürftig beschilderter Wanderpfad zum Gipfel beginnt wenige Hundert Meter weiter südlich an der Straße; die Wanderung dauert etwa drei Stunden. Fürchten muss man sich weder vor den Turmfalken, die elegant am Himmel kreisen, noch vor den Affen, deren Geschrei aus den dichten Wäldern dringt. Auf der Weiterfahrt empfiehlt sich eine Pause im Ausflugslokal Varangue sur Morne (€€-€€€) mit seiner Veranda über Bananen- und Ananasplantagen.

Die Straßen werden schlechter, die Kurven enger, die Schlaglöcher tiefer. In Chamarel biegen Sie ab nach Süden und folgen in Cachette den Hinweisschildern nach Terres des Sept Couleurs. Fortan geht die Fahrt durch Zuckerrohrfelder. Erste Attraktion auf diesem Privatweg ist linker Hand der 90 m hohe Wasserfall Cascade Chamarel. Das Ziel aber ist das seltsame geologische Phänomen der »farbigen Erde«. Sanft gewellt liegt hier inmitten der üppigen tropischen Vegetation eine Reihe nackter Hügel. Auf den ersten Blick scheinen sie rostrot zu sein, tatsächlich aber schimmert ihr oxidiertes Lavagestein in sieben Farbtönen.

Zurück auf der Hauptstraße führt die Route bergab in Richtung Süden nach Baie du Cap. Da die Straße endlich ausgebaut und frisch geteert wurde, kann auch der Fahrer die herrliche Aussicht genießen. Eine nicht minder schöne Variante führt zurück nach Chamarel und dann an die Westküste nach Grand Case Noyale. Auf beiden Routen verlässt man rasch die Hochebene und nähert sich auf schmalen, kurvigen Straßen der Küste. Die Aussicht ist oft grandios: Bis zum Horizont schimmert das Meer, die Temperatur steigt mit jedem Meter und damit auch die Erwartung auf ein kühles Getränk und/oder ein Bad im Ozean.
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    Curepipe & Floréal

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    Stadt

    Als um 1850 in Port Louis und Mahébourg Malaria-Epidemien ausbrachen, zog damals, wer es sich lei...

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    Le Pétrin und die Plaine Champagne

    0 Stimmen

    Nationalpark

    Der Nationalpark Black River Gorges liegt nicht nur in der tiefen Schlucht des »schwarzen Flusses...

  • 3
    Mare aux Vacoas

    2 Stimmen

    Gewässer

    Größter Binnensee und wichtigstes Wasserreservoir der Insel, mit Wasserkraftwerk. Benannt nach de...

  • 4
    Grand Bassin

    0 Stimmen

    Gewässer

    Trotz des Namens ist das Grand Bassin nur ein winziger See, keine 20 km östlich von Chamarel. Ber...

  • 5
    Black River Gorges National Park

    8 Stimmen

    Nationalpark

    Unberührte Natur im tiefen Flusstal und auf der Hochebene - Refugium für letzte Mauritius-Turmfal...

  • 6
    Varangue sur Morne

    3 Stimmen

    Restaurant

    Küche und Aussicht konkurrieren in diesem Restaurant auf dem »Dach von Mauritius«. Das ehemalige A...

  • 7
    Chamarel

    4 Stimmen

    Stadt

    In Chamarel treffen die drei Straßen aufeinander, die das Bergland des Südwestens durchqueren. Do...

  • 8
    Terres des Sept Couleurs

    2 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

    Bekannt ist Chamarel für seine farbige Erde, die Terres des Sept Couleurs. Über eine Fläche von e...

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