24 Stunden in Kapstadt
Kapstadt - Berge, Hochhäuser, Atlantikküste. Während der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika erstrahlte die Metropole am Kap der guten Hoffnung in seinem schönsten Licht. Alle Augen der Welt waren via TV auf das nagelneues Schmuckkästchen - das Cape Town Stadium - mit der Skyline und dem Tafelberg im Hintergrund gerichtet. Ausgeblendet blieben dabei die Townships, Kapstadts verwahrloste Blechhüttensiedlungen, ebenso wie das aufstrebende Studenten-In-Viertel Observatory oder die junge Kunstszene im Stadtteil Woodstock. Um ein vollständiges Bild der Stadt zu erlangen, hilft nur eines: einen Kurztrip planen und ins Leben Kapstadts eintauchen.
Der Tafelberg wurde längst zum Markenzeichen und ist aus Kapstadts Panorama nicht wegzudenken. Ebenso wenig aus deiner Städtereise! Die Seilbahn-Auffahrt auf das über 1000 Meter hohe Felsmassiv dauert gerade mal fünf Minuten, die Aussicht, die sich dir dort auf Stadt und Kaphalbinsel bietet, verweigert alle Maßangaben - schlicht atemberaubend.
Begib dich nun in die südliche City Bowl, eine Geländemulde am Fuße des Tafelbergs in der größtenteils Wohnvierteln mit kleinen viktorianischen Villen liegen. Das hiesige Prunkstück sind die City Gardens, ein sowohl bei Einheimischen als auch Touristen beliebter Park mit idyllischen Grünflächen. Im Gegensatz zu den vielen Museen im Umkreis des Parks (Tipp: South African National Gallery, Government Av.) wirst du dir Parkbänke und Wiesen mit den hier schon seit der holländischen Kolonialzeit ansässigen Eichhörnchen teilen müssen.
Ein besonders schönes Beispiel des viktorianischen Kolonialstils stellt das Parlamentsgebäude (Houses of Parliament) gegenüber vom Park dar. Von außen nicht sichtbar: die Raumaufteilung ist streng nach der Apartheid-Idee konzipiert - Schwarze und Weiße hatten selbst hier getrennt zu bleiben.
Es ist Mittag - Lust auf gegrilltes Krokodil? Im Khaya Nyama triffst du auf eine abenteuerliche Auswahl richtig afrikanischer Leckerbissen.
Ziehe nun über die stets belebte Long Street weiter zum Greenmarket Square - ein geselliger und allseits beliebter Markt, auf dem du dich mit Schmuck und Trödel aus ganz Afrika eindecken kannst.
Modernes Einkaufsvergnügen im XL-Format findest du hingegen in der Victoria and Alfred Waterfront. In diesem ältesten Teil des Hafens entstand Kapstadts populärstes Shopping-Zentrum mit angeschlossenen Restaurants, Kinos und sogar einem Ozean-Aquarium.
Kannst du dich für künstliche Einkaufswelten nicht begeistern, werden dich freilich auch solche Zusatzangebote nicht überzeugen. In diesem Fall ziehst du weiter zum Green Point Market im gleichnamigen Viertel. Die Station "Trommeln, Schmuck und Handgeschnitztes" bist du heute zwar schon mal durchlaufen, doch nur hier kannst du, während du um einige Cents feilscht, aus nächster Nähe das 280 Millionen Euro teure Kapstadt-Stadium bewundern - mittlerweile WM-erprobt und weltberühmt.
Weniger bekannt sind die nun folgenden zwei Ziele deiner Städtereise. Willst du ein unerwartetes Gesicht Kapstadts kennenlernen, lohnt sich der Abstecher in jedem Fall. Im einst eher heruntergekommenen Viertel Woodstock etabliert sich zunehmend eine spannende Kreativ- und Galerieszene. Statte beispielsweise der Bell-Roberts Contemporary Art Gallery einen Besuch ab, um dich davon zu vergewissern. Das Viertel Observatory wiederum ist mittlerweile fest in studentischer Hand, was sich in einem feinen Angebot an alternativen, lebhaften Lokalen widerspiegelt. Hier bist du auch goldrichtig, um in den Abend zu starten - sei es bei einem Imbiss im Obz Café, oder einem ungezwungenen Bierchen im Stones.
Um das klassische Nachtleben der Stadt kennezulernen, musst du freilich wieder zurück ins Zentrum und auf die Long Street. Hier zieht nachts ganz Kapstadt von Bar zu Bar und Club zu Club.