24 Stunden in Amsterdam
Auch wenn du nicht mit dem Zug anreist, der Hauptbahnhof eignet sich bestens als Ausgangspunkt für den perfekten Amsterdam-Kurztrip. Generationen von Backpackern traten schon durch die Ausgangstüre des neogotischen Ungetüms, um sich voller Erwartungen in das Treiben der offensten und liberalsten Stadt Europas zu stürzen.
Nur wenige hundert Meter weiter befindest du dich in Walletjes, dem mittelalterlichen Zentrum Amsterdams, und schlenderst die berühmten Grachten entlang. Sollten dir einige der schmalen Häuser reicher Kaufleute des 17. Jahrhunderts - der Blütezeit der Stadt - etwas vornüber gebeugt vorkommen, sind noch nicht unbedingt lustige Kräuter im Spiel. Amsterdam erstreckt sich über dutzende Inseln und steht, ähnlich wie Venedig, auf einem nicht ganz soliden System abertausender Pfähle.
Bald triffst du auf eine erste Pflichtstation jeder Amsterdam-Städtereise. Das Haus von Anne Frank - jenem jüdischen Mädchen, das sich hier zwei Jahre lang Tagebuch schreibend, aber letztlich erfolglos, vor den Nazis versteckte – wird oft von Besuchern belagert. Früh am Vormittag ist daher die beste Zeit für einen Rundgang – eine gute Gelegenheit, um deinem Trip etwas Tiefgang zu verpassen.
Über den "Dam", das stets von Touristenmassen bevölkerte Zentrum der Stadt mit den imposanten Gebäuden des Königspalastes und der Nieuwe Kerk, geht es weiter in die Straßenzüge, die längst zum unverwechselbaren Markenzeichen Amsterdams geworden sind. Die mit käuflichen Damen besetzten Auslagen des Rotlichtviertels sind nach wie vor ein Touristenmagnet und verraten wenig darüber, dass die Stadt ihr Sexrevier durch die geförderte Ansiedlung von Ateliers und Läden allmählich „entschärfen“ möchte.
Auf dem Nieuwmarkt laden zahlreiche Musik- und Terrassencafés zu einem Zwischenstopp ein. Ein Stück weiter, schon im wuseligen Chinatown, gibt es an jeder Ecke leckeres exotisches Essen - das kleine Thairestautant Bird gilt hier als echter Geheimtipp.
Ohne seine Tulpen wäre Amsterdam nicht Amsterdam. Am Blumenmarkt kannst du alle nur erdenklichen Sorten studieren, ehe es aber höchste Zeit wird, sich der Kultur zu widmen. Gleich drei sehenswerte Museen buhlen um deine Aufmerksamkeit. Kennst du dich mit Promille besser aus als mit Picasso, dürfte die allseits beliebte Heineken Experience mit Verkostungsmöglichkeiten die beste Wahl sein. Im altehrwürdigen Rijksmuseum hingegen hängen die Gemälde der großen niederländischen Meister wie Rembrandt und Vermeer. Dem zu seinen Lebzeiten chronisch erfolglosen Van Gogh ist sogar ein eigenes, sehr sehenswertes Museum gewidmet.
Auf deinem Weg zum ausgelassenen Abendprogramm in Amsterdam stattest du am besten noch einem der derzeit interessantesten alternativen Stadtteile außerhalb des Grachtenrings einen Besuch ab. De Pijp ist ein buntes Multikulti-Viertel, in dem sich immer mehr Künstler und Studenten ansiedeln, um dem ungezwungenen Leben zu frönen. Schiebe im großen und herrlich kitschig ausgestatteten Orient-Restaurant Bazar einen letzten Snack ein, bevor dudich ins Paradiso, den wohl legendärsten Club Amsterdams, aufmachst, um am richtigen Ort durch die Nacht zu tanzen.
