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    <trip id="163" created="2009-09-08 09:21:44" creator_id="258" creator_name="marcopolo" creator_status="100" default_for_user_id="" description="Vor dem Krieg hatte Warschau mit 370 000 so viele jüdische Einwohner wie keine andere Stadt Europas - fast jeder Dritte war Jude. Einige Bilder und sakrale Gegenstände dieser Tradition zeigt das Jüdische Historische Museum (ul. Tlomackie 3/5, Mo-Fr 9-15 Uhr, www.jewishinstitute.org.pl), das in seinem Erdgeschoss eine umfangreiche Bücherei zu jüdischen Themen aufgebaut hat. Auf einem Platz an der ul. Mordechaja Anielewicza erinnert das 1948 enthüllte Denkmal der Gettohelden (vor dem Willy Brandt 1970 seinen berühmt gewordenen Kniefall leistete), an den Aufstand der jüdischen Kampforganisation ZOB, die der nationalsozialistischen »Säuberung« einen Monat lang bewaffneten Widerstand entgegensetzte. All jenen, die am Umschlagplatz zum Abtransport nach Treblinka in die Güterwaggons gestoßen wurden, wurde in der ul. Stawki ein Denkmal aus schlichtem Marmor gesetzt. Zu besichtigen ist auch der jüdische Friedhof mit über 250 000 Gräbern in der ul. Ogrodowa, der weit gehend erhalten blieb (So-Do 10-15 Uhr).

Um den Plac Grzybowski herum hat sich wieder jüdisches Leben entwickelt. Hier befindet sich das Jüdische Theater, in dem meist polnische Schauspieler in Jiddisch jüdische Klassiker wie Scholem Aleichem spielen. Wenige Schritte dahinter liegt die schlichte Nozyk-Synagoge, in der sich die Warschauer Juden zum Gottesdienst versammeln; und gleich nebenan befinden sich die Räume der Jüdischen Gemeinde von Warschau - weitgehend renoviert mit Geldern amerikanisch-jüdischer Stiftungen. Mit »Midrasz« gibt es sogar wieder eine (polnischsprachige) Zeitschrift für Juden.

Von Warschau führt uns der Weg über die Straße 801 am Ostufer der Weichsel nach Pulawy, dem ehemaligen Sitz des Adelsgeschlechts der Czartoryskis, und weiter geradeaus auf der 824 mit einem kleinen Abstecher nach rechts nach Kazimierz Dolny. Unter der Obhut Kazimierz' des Großen, nach dem die Stadt ihren Namen hat, siedelten sich hier seit dem Mittelalter viele Juden an. Doch obwohl sie bis zum Zweiten Weltkrieg sogar die Bevölkerungsmehrheit bildeten, sucht man meist vergeblich nach Hinweisen auf die jüdische Tradition. Dabei zeugen beispielsweise die imposanten Speicher an der Ortseinfahrt vom regen Handel jüdischer Kaufleute mit Getreide; die Synagoge hinter dem Markt diente bis 1939 als Gotteshaus und wurde erst nach dem Krieg als Kino benutzt; in dem dunklen Holzgebäude gleich nebenan, wo sich jetzt Geschäfte befinden, schächteten die Juden einst ihr Vieh, und in dem Gebäude der ul. Senacka 21 befand sich einst die jüdische Mikwe, das rituelle Tauchbad. Am Neuen Jüdischen Friedhof wurde 1985 die eindringliche Klagemauer errichtet: aus den Resten von 600 Grabsteinen, die man auf Fußwegen und Straßen entdeckte.

Über Naleczów, einen alten Kurort mit dem Charme der Belle Epoque, in dem der beiden berühmten polnischen Schriftsteller Boleslaw Prus und Stefan Zeromski gedacht wird, geht die Fahrt weiter nach Lublin, der größten polnischen Stadt östlich der Weichsel. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Wojewodschaft mehr als 300 000 Juden. Auf dem alten, meist verschlossenen jüdischen Friedhof im Ortsteil Kalinowszczyzna bezeugen noch etwa 30 Grabsteine eine jüdische Tradition bis ins Jahr 1541. Der Neue Jüdische Friedhof (ul. Walecnych 7), von den Nationalsozialisten zerstört, wird zu Teilen heute wieder benutzt, und ein Mausoleum erzählt die Geschichte der Lubliner Juden. Sie bildeten 1939 32,5 Prozent der Bevölkerung, waren sehr wenig assimiliert und entsprechend eng auf ihren eigenen Kulturkreis fixiert.

Ab Mitte des 19. Jhs. konzentrierte sich das jüdische Leben in der ul. Lubortowska - die Häuserfassaden sind weitgehend identisch mit damals. Die Synagoge in der Nr. 8 wird allerdings nicht mehr als Gotteshaus genutzt; hier können Sie (So 13-15 Uhr) Dokumente und rituelle Gegenstände der Gemeinde besichtigen.

Nicht nur Isaak Beshevis Singer hat die jüdische Welt der Stadt in seinem »Zauberer von Lublin« festgehalten. Auch Itzchak Lejbus Peretz (1851-1915) bewahrte in seinen Erzählungen und Theaterstücken das Leben dieser meist chassidischen Juden vor dem Vergessen. Denn fast alle kamen sie zwischen Oktober 1941 und Juli 1944 in Belzec um oder in Majdanek, dem zweitgrößten Konzentrations- und Vernichtungslager des NS-Regimes nach Auschwitz. Es lag 5 km vom Zentrum entfernt an der Straße nach Zamosc. Die Gedenkstätte, schon von weitem durch ein großes Mahnmal zu erkennen, führt den Genozid zwischen authentisch erhaltenen Holzbaracken, Wachtürmen und Krematorien bedrückend vor Augen (Droga Meczenników 67).

Wer auf der Reise auch jüdische Gerichte essen möchte, kann in Kazimierz Dolny das Lokal U Fryzjera besuchen (ul. Witkiewicza 2, Tel. 081/881 04 26, €) und in Lublin das Restaurant Szeroka 28 mit jüdischer Musik am Samstag (ul. Grodzka 21, Tel. 081/534 61 09, €). Übernachtungsmöglichkeit im Hotel Przepióreczka, 26 Zi., Naleczów, ul. 1go maja 6, Tel. 081/501 41 29, €. Die Rückfahrt nach Warschau empfiehlt sich aus Zeitgründen über die Hauptstraße E 17.

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    <triplocations name="Nożyk-Synagoge" description="Das einzige (von einst über hundert) jüdische Gotteshaus, das den Zweiten Weltkrieg überstand, ist nach seinem Gründer Zalman Nożyk benannt. Es ist gut 100 Jahre alt. Während der deutschen Besatzung Warschaus gehörte die Synagoge zum sogenannten kleinen Ghetto. Die Nazis verwendeten sie als Pferdestall und Kornspeicher. Erst 1977 wurde sie renoviert und gehört heute wieder der jüdischen Gemeinde. Die Mauern, die Balustrade und die Säulen des Innenraums sind ganz in Weiß gehalten. ul. Twarda 6, Besichtigung außerhalb der Gebetszeiten (Sa geschl.), Bus 160, 460 Plac Grzybowski" favorite="" full_name="Nożyk-Synagoge, Warschau, Polen" googled_path="Polen/Warschau/NozykSynagoge" hidden="0" href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/295585/Polen/Warschau/NozykSynagoge" id="295585" inherited="1" is_poi="1" item_name="Nożyk-Synagoge, Warschau, Polen" language="DEU" latitude="52.2232485391386" longitude="21.0370121709294" ltp_level="0" parents_name="Warschau, Polen" rating="0" recommended="" status_description="4" status_name="1" status_tags="0" status_teaser="2" teaser="" teaser_or_description="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Das einzige (von einst über hundert) jüdische Gotteshaus, das den Zweiten Weltkrieg überstand, ist nach seinem Gründer Zalman Nożyk benannt. Es ist gut 100 Jahre alt. Während der deutschen Besatzung W..." teaser_or_description_short="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Das einzige (von einst über hundert) jüdische Gotteshaus, das den Zweiten Weltkrieg überstand, ist nach seinem Gründer Z..." type="13" type_id="13" type_name="Sehenswürdigkeit" votes="0" zoom="16">
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    <triplocations name="Ghetto-Denkmäler" description="Bereits 1946 errichtete man in der Zamenhofa-Straße (ul. Zamenhofa) einen ersten Gedenkstein für die im Ghetto umgekommenen und ermordeten Juden. Neben dem Mahnmal, einem Bunkereingang nachempfunden, erinnert das zwei Jahre später aufgestellte Denkmal der Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta) an die Opfer des Aufstands im April 1943. Im ehemaligen Ghetto pferchten die Nazis zeitweise eine halbe Million Juden ein. Viele starben an Hunger und Seuchen, die meisten wurden in Viehwaggons zum Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet. Als die SS am 19. April 1943 mit einer weiteren Liquidierungsaktion beginnen wollte, wurde sie mit Schüssen empfangen. Die jungen Kämpfer machten sich keine Illusionen, aber sie wollten sich nicht wehrlos zur Schlachtbank treiben lassen. Der ungleiche Kampf dauerte 28 Tage. Nur wenige der rund 60 000 Menschen, die sich zu der Zeit noch im Ghetto befanden, überlebten. An diesem Denkmal kniete der damalige Bundeskanzler Willy Brandt 1970 nieder, das Bild der unvergessenen Geste ging um die Welt. Bisher erinnert an dem Ort nur wenig an seine historische Bedeutung, doch der von Wohnblöcken umgebene Platz soll bald aus seinem Dornröschenschlaf geholt werden. Geplant ist ein großes Museum über die Geschichte der polnischen Juden. Eröffnung: voraussichtlich 2009. Die Bundesregierung unterstützt das Projekt. Skwer Willy Brandta, ul. Zamenhofa, Bus 111, 180, Nalewski Vom Denkmal der Ghettohelden weisen 16 in Polnisch und Hebräisch beschriftete Granitsteine den Weg zum einstigen Umschlagplatz in der ul. Stawki. Hier am damaligen Danziger Bahnhof gingen die Todestransporte nach Treblinka ab. Der erst 1983 aufgestellte Gedenkstein löst bei vielen Besuchern besonders tiefe Betroffenheit aus. Denn die über 400 eingravierten jüdischen Vornamen reißen das Verbrechen aus seiner Anonymität." favorite="" full_name="Ghetto-Denkmäler, Warschau, Polen" googled_path="Polen/Warschau/GhettoDenkmaler" hidden="0" href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/295590/Polen/Warschau/GhettoDenkmaler" id="295590" inherited="0" is_poi="1" item_name="Ghetto-Denkmäler, Warschau, Polen" language="DEU" latitude="52.2497222" longitude="20.9938889" ltp_level="0" parents_name="Warschau, Polen" rating="0" recommended="" status_description="4" status_name="1" status_tags="0" status_teaser="2" teaser="" teaser_or_description="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Bereits 1946 errichtete man in der Zamenhofa-Straße (ul. Zamenhofa) einen ersten Gedenkstein für die im Ghetto umgekommenen und ermordeten Juden. Neben dem Mahnmal, einem Bunkereingang nachempfunden, ..." teaser_or_description_short="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Bereits 1946 errichtete man in der Zamenhofa-Straße (ul. Zamenhofa) einen ersten Gedenkstein für die im Ghetto umgekomme..." type="13" type_id="13" type_name="Sehenswürdigkeit" votes="0" zoom="16">
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