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Wanderung in den Marmorbergen

erstellt von MarcoPolo-partner am 2015-12-17

Wanderung in den Marmorbergen

Der Name Carrara steht weltweit für den begehrten weißen Stein. Kaum ein Land, wo nicht wenigstens ein Monument oder eine Hotelhalle aus dem blendend weißen Gestein steht, das seit der Zeit der Römer in den Apuanischen Alpen abgebaut wird. Auch Künstler wie Michelangelo versorgten sich im Nordwesten der Toskana mit Material für ihre Skulpturen. Was jedoch nur wenige wissen: das lediglich 100 km große, zerklüftete Karstgebirge, das sich fast 2000 m hoch erhebt, ist auch ein Wanderparadies. Ein Tagesausflug von Carrara zum Monte Sagro genügt, um die Landschaft mit imposanten Gipfeln, tief eingeschnittenen Tälern und endlosen Wäldern mit anderen Augen zu sehen. Sie brauchen gutes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, Tagesproviant, Wasserflasche und etwas Bergerfahrung. Das Schlussstück ist recht steil!

Wenn Sie nicht in der Nähe Urlaub machen, reisen Sie am Vortag nach Carrara. Eine nette, einfache Unterkunft in der autofreien Altstadt ist das Bed & Breakfast Antica Carrara Via dell'Arancio 17 058574275. Von dort sind Sie in 15 Minuten am Busbahnhof, wo morgens um 8 Uhr der blaue Überlandbus der Linie 39 in Richtung Campo Cecina startet (http://www.catspa.it). Nach einer knappen Stunde hält der Bus beim Rifugio Carrara auf 1320 m, dem Ausgangspunkt der Wanderung. In der ganzjährig geöffneten Berghütte des Italienischen Alpenvereins bekommen Sie panini und Pasta. Wenn es bei der Rückkehr spät sein sollte, können Sie hier auch in einfachen Vierbettzimmern übernachten – Leinenschlafsack Voraussetzung.

Die einfache, oft gegangene Wanderung zum Gipfel des Monte Sagro dauert ungefähr vier Stunden; dabei werden 500 Höhenmeter überwunden. Zunächst bringt Sie der markierte Wanderweg 173 über eine Almwiese, vorbei an Überbleibseln alter Schäferbehausungen, in einen schattigen Buchenwald. Auf der Nordseite des Monte Borla kommen Sie auf ein Geröllfeld. Hier genießen Sie ein Postkartenpanorama mit der Berglandschaft der Lunigiana im Norden, die von der Felskathedrale des Pizzo d'Uccello beherrscht wird.

In der Senke zwischen Monte Borla und Monte Sagro tauchen erste Steinbrüche auf. Wenn Sie die Höhe halten, erreichen Sie südwärts den Pass Foce di Pianza (1289 m). Dank der Marmorstraße, auf der Lastwagen die schweren Blöcke ins Tal transportieren, kann man auch mit dem Auto herfahren. Das machen all die Urlauber gerne, die nach der Gipfelbesteigung noch Zeit für ein Bad unten im Meer haben möchten. Hier oben liegen Ihnen der Golf von La Spezia und das größte Marmorabbaugebiet der Welt zu Füßen. Allein im Hinterland von Carrara sind 85 Steinbrüche in Betrieb, 185 sind es in den gesamten Apuanischen Alpen. Einige wirken aus der Ferne wie trutzige Felsburgen, andere wie kubistisch zerklüftete Arenen. Früher wurden die Steine mit Drahtseilen aus dem Berg geschnitten. Sand und Wasser waren dafür nötig, was die vielen rostigen Tanks erklärt, die überall herumstehen.

Vom Pass Foce di Pianza geht es auf dem Wanderweg 172 weiter, zuerst über einen breiten Grat und anschließend links in den Hang. Dort sind Schützengräben zu erkennen, Reste der sogenannten Gotenlinie, mit der die deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg ihren Rückzug deckten. Eine halbe Stunde später erreichen Sie den Pass Foce della Faggiola (1464 m). Von dort schauen Sie aufs Marmordorf Colonnata. Heute assoziiert man den Namen vor allem mit dem exquisiten Speck, der hier in marmornen Behältern heranreift. Früher holte sich Michelangelo dort den Marmor.

Die letzte Etappe zum Gipfelkreuz des Monte Sagro auf 1750 m ist blau markiert. Anfangs führt der Weg über eine baumlose Hangwiese, hinter der Nordwestkante wird es steiler. Als Belohnung schauen Sie von der Aussichtskanzel im Westen aufs Meer und im Osten in eine endlose Wellenlandschaft aus Fels und Wald, in der sich hier und da ein Bergdorf an einen Gipfel klammert. Der Ort direkt unterhalb ist Vinca, wo 1944 deutsche SS-Soldaten bei einem Rachefeldzug wüteten.

Zurück geht es auf demselben Weg bis zum Pianzapass. Statt hier rechts durch den Buchenwald zur Berghütte zurückzulaufen, können Sie ca. 2 km auf der breiten Marmorstraße wandern. Dann biegt rechts ein schmaler Waldweg ab, der sie zum Rifugio Carrara zurückbringt. Von seiner Aussichtsterrasse sieht man bei gutem Wetter bis nach Korsika.

  • 2
    Foce di Pianza

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    Sehenswürdigkeit

  • 3
    Foce della Faggiola

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    Sehenswürdigkeit

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