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    <trip id="108" created="2009-09-08 09:21:27" creator_id="258" creator_name="marcopolo" creator_status="100" default_for_user_id="" description="Los geht's von der kleinen Piazza Caprile am Rand des pittoresken ältesten Wohnviertels Le Boffe, wo die Buslinie Capri-Anacapri ihre Endstation hat. Der kleine Abstecher über den Vico Caprile (links bei Hausnummer 15 abbiegen) bringt Sie zur Nr. 5 in der schmalen Via Ceselle, der Villa Il Rosaio (Rosengarten). Edwin Cerio, der weltgewandte Bürgermeister, hatte sich dieses Refugium im Capri-Stil bauen lassen. Viele Musiker und Schriftsteller waren hier zu Gast, von Claude Debussy und Ottorino Resphigi bis zu Graham Greene und Hugh Walpole. Zurück an der Piazza Caprile führt an der Südseite des Platzes eine Treppe dicht an der Casa Caprile vorbei. Hier war bis 1927 die Ferienresidenz der schwedischen Königin Viktoria. Nun sind Sie schon in der Via Vecchia Faro. In einer schattigen Talmulde und durch Olivenhaine kommen Sie zu einer Wegstrecke, die stimmungsvoll noch die holprige, unregelmäßige alte Pflasterung bewahrt hat. Sie führt bis zur Via Mesola, und diesen Weg schlagen Sie nach rechts ein. Bald beginnt er merkbar abwärts zu führen und schrumpft zu einem bescheidenen, unbequemen Pfad zusammen, der streckenweise nur mühsam zu begehen ist. Hier haben Sie die Grenze des landwirtschaftlich genutzten Gebiets erreicht. Der Pfad, der allerdings überall gut erkennbar ist, führt in die mediterrane Macchia.

Der Weg erreicht die Küste bei der Punta Campetiello, wo noch die Ruinen des gleichnamigen Forts stehen. Unterhalb der Festungsreste öffnet sich ein kleines Tal zur Latino-Bucht hin; hier gibt es weitere Überbleibsel des Schutzmauerwerks. Viel half es seinen Erbauern, den Engländern, allerdings nicht, als es hart auf hart ging: 1808 landeten die französischen Truppen von Napoleons Schwager Murat aus Neapel unweit der Befestgungsanlagen und bezwangen sie bald. Für die heutigen Besucher gibt es hingegen eine schöne Aussicht in Richtung Ischia.

Nach dem Panoramagenuss steigen Sie am gegenüberliegenden Südhang des kleinen Tals hoch und erreichen einen Pfad, der sich am Rand der Macchia steil nach oben windet. Er führt zur Fahrstraße, wenn man ihm in Richtung Torre di Materita folgt. Diesen Wehrturm - im 14. Jh. von Capris Kartäusermönchen zum Schutz gegen die sarazenischen Piraten errichtet - erwarb der schwedische Arzt Axel Munthe zu Beginn des 20. Jhs. Er ließ ihn umbauen und lebte dann zwischen 1910 und 1943 lange Zeit in dem Bau. In diesen Mauern entstand auch »Das Buch von San Michele«. Verirren können sich Wanderer dank dieser massiven Turmvilla nicht. Sie ist vor dem Hintergrund des sie umrahmenden Steineichenwalds stets gut sichtbar.

Kurz bevor der Pfad in die Fahrstraße einmündet, kommen Sie zur Ruine der alten Kapelle San Cataldo und dann, an der Straße, zur gleichnamigen Zisterne. Der Materita-Turm beherrscht von oben die Szene. Kapelle und Zisterne gehörten den Kartäusermönchen von Capri, die ihr Vieh zum Tränken an diesen Brunnen trieben. Das Tonnengewölbe und die zwei kleinen Bögen zum Heben des Wassers zeigen, dass es sich um eine genaue mittelalterliche Nachbildung der auf der Insel vorhandenen römischen Zisternen handelt. Der Torre di Materita ist auch heute in Privatbesitz und deshalb nicht zu besichtigen.

Die in den 60er-Jahren anstelle eines alten Pfades gebaute Straße führt Sie nun zum Leuchtturm an der Südwestspitze der Insel (Punta Carena). Bergab windet sie sich weiter (ca. 1 km) durch das fruchtbare Land, zwischen Kiefernwäldern und prächtigen Panoramastellen.

Bevor Sie jedoch einer Kurve in Südostrichtung folgen, verpassen Sie nicht die Gelegenheit zu einem Abstecher gen Westen, und zwar zur Punta del Pino. Am Ende der Landzunge steht hier eine weitere Fortruine der Engländer, unterhalb der Straße, etwa 400 m von ihr entfernt. Sie sind nun inmitten der schönsten, abgeschiedensten und wildesten Landschaft der Westküste. Die Halbinsel liegt zwischen zwei Buchten: Cala di Mezzo im Norden und Cala del Tombosiello im Süden. Die Letztere ist fjordartig eng und tief; man nennt sie auch Schlangenbucht. Die Überreste des Forts haben vermutlich jene einer mittelalterlichen Festung als Basis. Sie ähneln im Grundriss den übrigen Anlagen auf Capri. Zum Meer hin schützte ein bogenförmiges, dickes Mauerwerk die weiter hinten liegenden Militärunterkünfte vor feindlichem Beschuss. Der Speicherung des kostbaren Regenwassers diente eine unterirdische Zisterne.

Wieder zurück auf der neuen Fahrstraße, müssen Sie nur darauf achten, den Anschluss zur weiterführenden alten Faro-Straße mit ihrer noch erhaltenen ursprünglichen Pflasterung nicht zu verpassen: Es ist die Vorstufe einer steilen Treppe, rechter Hand, die dahin führt. Es lohnt sich, diesen Weg zu wählen, denn er bringt Sie direkt zur Badeanstalt in einer romantischen Felsenbucht. Die neue Fahrstraße endet hingegen an der Esplanade des Leuchtturms von Punta Carena. Der Turm schaut von oben, aus beherrschender Position, stolz auf die Badebucht herab. Er ist mehr als hundert Jahre alt. Durch seine Größe und Leuchtkraft ist er der zweitstärkste faro Italiens, nach jenem von Genua. Von der Esplanade können Sie mit dem Bus nach Anacapri zurückfahren. Die Abfahrt erfolgt in kurzen Abständen." marked_deleted="0" modified="2009-09-08 09:21:27.29598" modifier_id="258" privacy="1" static_map_url="http://maps.google.com/staticmap?hl=en&amp;maptype=roadmap&amp;format=png&amp;markers=40.735333,13.948148,reda%7C40.550910,14.242926,redb%7C40.555992,14.221241,redc&amp;key=ABCDABCD&amp;size=123123123x123123123&amp;path=rgb:0x0000ff,weight:5|40.735333,13.948148|40.550910,14.242926|40.555992,14.221241" status="0" sum_locations="3" sum_votes="0" title="Zur Westküste und zu den napoleonischen Forts" triplocation_id="27445" />
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    <triplocations name="Ischia" description="Was gibt es Schöneres, als unter dem strahlend blauen Mittelmeerhimmel einen ganzen Tag lang in einem der in paradiesische Vegetation gebetteten Thermalgärten Ischias zu versinken? Sich in der Wärme der Sonne und des seifig-sanften Quellwassers zu entspannen, schließlich körperlich und seelisch samtweich gestimmt in den Abend hinauszugehen? Wonnestunden pur.

Oder man sitzt beim Campari mit Orangensaft in einem der Cafés, die sich einladend auf der Piazzetta von Sant'Angelo ausbreiten, dem ehemaligen Fischerdorf aus verwinkelten, pastellfarbenen Häuserwürfeln, von Klematis und Bougainvillea violett und orangerot umrankt. Auch hier liegt ein Felsinselchen malerisch vorgelagert. Man schaut dem Treiben der Fischer zu, wie sie ihre Netze flicken und sich an ihren Booten zu schaffen machen. Mit denselben Booten fahren sie auch Touristen aufs Meer hinaus, zum Fischen, zu den nächsten Badestränden oder zu Bootsausflügen um die Insel: »Tuckern um den Tuff herum.«" favorite="" full_name="Ischia, Italien" googled_path="Italien/Ischia" hidden="0" href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/254780/Italien/Ischia" id="254780" inherited="0" is_poi="0" item_name="Ischia, Italien" language="DEU" latitude="40.735333" longitude="13.948148" ltp_level="0" parents_name="Italien" rating="0" recommended="" status_description="4" status_name="1" status_tags="0" status_teaser="2" teaser="Der größte Schatz der Insel sind Schönheit und Heilkraft ihrer Natur" teaser_or_description="&lt;b&gt;Der größte Schatz der Insel sind Schönheit und Heilkraft ihrer Natur.&lt;/b&gt; Was gibt es Schöneres, als unter dem strahlend blauen Mittelmeerhimmel einen ganzen Tag lang in einem der in paradiesische Vegetatio..." teaser_or_description_short="&lt;b&gt;Der größte Schatz der Insel sind Schönheit und Heilkraft ihrer Natur.&lt;/b&gt; Was gibt es Schöneres, als unter dem strahlend blaue..." type="10" type_id="10" type_name="Insel" votes="4" zoom="10">
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    <triplocations name="Anacapri" description="Nach Anacapri (275 m), dem zweiten, höher gelegenen Ort der Insel, winden sich Busse über die kurvenreiche und steile Landstraße hinauf. Dieses 6000-Seelen-Dorf breitet sich von den Hängen des Monte Solaro (589 m) noch mehr aus als seine bekanntere Schwester Capri. Hier erscheinen die Häuserkuben, vom Gipfel des Bergs aus gesehen, als wären es bis zum Meer hingesprenkelte Schneetupfer. Abgesehen von der sich sehr kommerziell gebenden Via Capodimonte, die zur Villa San Michele führt, zeigt sich Anacapri noch sehr ländlich, kein bisschen mondän. Einen ganz besonderen Charme strahlt das etwas versteckte, alte Viertel Le Boffe aus mit seinen verwinkelten Gassen und lauschigen Plätzchen. Wie in Capri-Ort, so verbergen sich auch hinter den sanften Hügeln Anacapris jäh ins Meer abfallende riesige Klippen. Nicht nur die krassen Gegensätze im Erscheinungsbild der Natur, auch jene zwischen den beiden Inselorten Anacapri und Capri, die schon seit Menschengedenken miteinander in Fehde leben, sind charakteristisch für die Insel. Ursache ist das, was heutzutage als Konkurrenzkampf bezeichnet wird. Noch bevor der Tourismus einsetzte, war das kleine, vom Meer umgebene Fleckchen Erde überbevölkert. Fast 1000 Ew. pro km² waren zu viel für den geringen Anteil fruchtbaren Bodens im Umkreis der beiden Ortschaften. Kein Wunder also, wenn es ständig Auseinandersetzungen zwischen den Orten gab, etwa um die Weiderechte für die seinerzeit lebenswichtigen Rinder, Schweine und Ziegen. Dass die Frauen der Bewohner von Anacapri Annäherungsversuchen der Capresen ausgesetzt gewesen seien, während ihre Männer als Zimmerleute in der Werftindustrie von Neapel arbeiteten, ist ein seit dem Mittelalter nicht mehr verstummtes Gerücht. Jedenfalls ist für die streithafte Einstellung der Leute von Anacapri etwas ganz typisch: ihre Neigung, frei stehende Steinmauern so zu errichten, dass sie den Nachbarn die schöne Aussicht vermasseln. Muri di dispetto, Mauern der Boshaftigkeit, nennt man im Volksmund diese Bauten des Ärgernisses. Heute besteht der Konkurrenzkampf zwischen Anacapri und Capri hauptsächlich darin, dass man bemüht ist, sich die Gäste gegenseitig abspenstig zu machen. Argumente gibt es dafür immer, denn je nach Geschmack, Einstellung und Erwartung mögen Besucher Anacapri oder Capri für den schönsten Fleck der Insel halten. Für Touristen bringt der Wettstreit nur Vorteile. In beiden Ortschaften ist man mit großem persönlichem Einsatz bestrebt, den Gästen möglichst alle Wünsche zu erfüllen. Wer auf Mondänes, Auffälligkeit und Snobappeal während seines Urlaubs gern verzichtet, dem mag Anacapri mit seiner schlichteren Atmosphäre vermutlich mehr entsprechen. Das Meer liegt zwar etwas weiter entfernt, ist aber auch aus der Ferne nicht minder beeindruckend schön, und der höchste Berggipfel der Insel liegt näher bei Anacapri. Der hl. Antonius, der Schutzpatron von Anacapri, konkurriert bei der großen Prozession anlässlich seines Patronatsfests am 13. Juni würdig mit seinem Capreser »Amtskollegen« San Costanzo. Die schönste Kirche Anacapris und gleichzeitig der schönste Barockbau der Insel, San Michele, ist dem Erzengel Michael gewidmet. Ihr Inneres bietet eine Sehenswürdigkeit besonderer Art: ein Bodenbild aus Majolikafliesen, welches das Paradies auf Erden darstellt. Wer nach Anacapri kommt, sollte unter keinen Umständen versäumen, sich in dieses wahrhaftig paradiesische Bild hineinzusehen. Er wird darin ein Abbild jenes Gartens Eden erkennen, den er in Anacapri im Schoß der dortigen traumhaften Natur erlebt. En miniature, quasi als Zusammenfassung, findet sich dieses Milieu im Garten der berühmten Villa San Michele wieder. Kaum ein Besucher von Anacapri versäumt es, diese Stätte aufzusuchen. Man pilgert dorthin, als handele es sich um einen heiligen Ort, und das von Axel Munthe (1857-1949) geschriebene Werk »Das Buch von San Michele« ist zu einer Art Heiligenlegende geworden. Wer war dieser Axel Munthe? Ein Arzt und Alleskönner, der die Phantasie seiner Bewunderer zu erregen verstand. Da war einmal der Ruf, er besitze außergewöhnliche Heilfähigkeiten. Das trieb ihm schon in seiner ersten gynäkologischen Praxis in Paris die Kundinnen zu. Doch Munthe war auch vielseitig: Er beschäftigte sich mit Hypnose und mit Nervenkrankheiten. Er engagierte sich gegen Tierversuche und war zur Stelle, wenn es galt, Hilfe bei Katastrophen zu leisten. So sah man ihn in den Notlazaretten nach dem Erdbeben von Messina wie auch in einem britischen Feldlazarett, um den Opfern des ersten Gasangriffs im Ersten Weltkrieg an der Westfront zu helfen. Aber der Philanthrop war auch Leibarzt des schwedischen Königs und betrieb eine mondäne Praxis in Rom. Er war bereits ein steinreicher Mann, als er sich hinsetzte und seinen Bestseller schrieb. Das an sich eher bescheidene, aber dank Ausblick und Garten sehr malerisch gelegene Haus Munthes wurde auf den kargen Überresten einer der Kaiser Augustus zugeschriebenen Villen errichtet. Überragt wird die am Ende seines Gartens in Meeresrichtung gelegene kleine Kapelle von der Ruine einer Festung, die einige als die »Trutzburg« von Anacapri bezeichnen. Heute trägt sie den Namen Barbarossa nach einem Anführer der Sarazenen, die Mitte des 16. Jhs. auf der Insel wüteten und die Festung nach gründlicher Plünderung zerstört hinter sich ließen. Man darf getrost den schauerlichen Ereignissen der Lokalgeschichte und den philanthropischen Neigungen des in Capri vernarrten Sonderlings Munthe ein paar Gedanken widmen, wenn man bei Sonnenuntergang von der Balustrade der Villa aus die rotblaue Farbenpracht am Horizont, in Richtung Ischia, bewundert. Ganz in der Nachbarschaft der Munthe-Residenz erinnert eine Gedenktafel an einem herrschaftlichen Palast daran, dass hier einst der weltberühmte Pianist und Komponist Franz Liszt während seines Aufenthalts in Anacapri wohnte. Heute herrscht auf der Promenade, die von der Bushaltestelle im Zentrum des modernen Anacapri zu den genannten Villen führt, ein lärmendes, lebhaftes Touristentreiben, denn dort findet man die Souvenirläden, die ihre Ware ein wenig marktschreierischer anbieten, als das in Capri geschieht. Aber man braucht nur wenige Schritte bis zum Sessellift zu gehen, um dem Trubel zu entkommen. Sogleich schwebt man - unter dem azurblauen Himmel und mit einer phantastischen Aussicht aufs tief unten schimmernde Meer - über Wein-, Obst- und Gemüsegärten, Kuppeldächern von weiß getünchten Bauernhäusern, Villen, Olivenhainen, farbenfroh blühendem Gebüsch hinauf zum Monte Solaro, dem höchsten Gipfel der Insel. Wer Lust und Kraft hat, kann den Monte Solaro auch zu Fuß, auf einem nur stellenweise steilen und holprigen Pfad, bewältigen. Botanikbegeisterte Fußgänger werden sich besonders freuen, wenn sie nicht aus der Vogelperspektive der Schwebebahn, sondern aus unmittelbarer Nähe die reiche Pflanzenpracht entdecken können. Auf dem Monte Solaro gibt es sogar wilde, violett blühende Orchideen. Sie blühen im Mai und Juni. Harmonisch passen zu ihnen die wilden Lilien mit ihren orangefarbenen Kelchen, die sich ebenfalls vor Ende Juni auftun, und zwar an der Schattenseite des Bergabhangs. Das Blumenmuster wird komplettiert durch himmelblaue Glockenblumen und das strahlende Goldgelb des Ginsters. Unter den Steineichen und Johannisbrotbäumen wachsen Erika und Myrte. Überall stößt man auf den Feigenkaktus und die Mispel. Verkohlte Baumstämme und Büsche erinnern hier und da noch an den letzten großen sommerlichen Buschbrand 1994. Auf dem Gebiet Anacapris befinden sich - mit guten Wegverbindungen - in der westlichen Hälfte der Insel, also von Capri durch das Massiv des Monte Solaro getrennt, einige der Top-Sehenswürdigkeiten, mit denen sich dieses Fleckchen Erde schmückt: die Blaue Grotte, unweit davon die nach dem Meeresgott Neptun benannten modernen Badeanstalten Bagni di Nettuno (die Konkurrenz zu ihnen bietet an der Südwestspitze der Insel, Punta Carena genannt, der Lido del Faro nahe beim Leuchtturm), die Aussichtsterrasse von Migliara - mit dem vielleicht wildromantischsten Blick entlang der von Möwen bevölkerten schroffen Felsenwände, bis hinunter zum schäumenden Meer. Und dann die ausgedehnten Ruinenfelder der Villa Damecuta, eines Palastbaus aus der römischen Kaiserzeit, der nach dem Vesuvausbruch von 79 n. Chr. schwer beschädigt verlassen wurde. Natürlich weisen die Anacapresen darauf hin, ihr Kaiserpalast bleibe in Bezug auf Prunk und Spuren des Hoflebens kaum hinter der Villa Jovis zurück, dem Tiberius-Palast, den man in Capri so sehr rühmt. Freilich übersehen sie dabei eine kleine, aber trotzdem nicht ganz unwichtige Tatsache: Von der Villa Jovis ist noch viel zu sehen, von der Villa Damecuta allerdings so gut wie nichts mehr. Doch zurück zur Gegenwart und weg vom Streit: Wer dem urwüchsigen Anacapri begegnen will, der sollte die Piazza Armando Diaz aufsuchen, womöglich zur kühlen Abendstunde. Dort sitzen vor der Pfarrkirche Santa Sofia auf gelb getönten Bänken beim Plausch die älteren Einheimischen mit ihren sonnengegerbten, markanten Gesichtern, die an vergilbte Fotos bärtiger Fischer und ehrwürdiger Bäuerinnen erinnern. Die Bänke selbst sind kleine Kunstwerke aus Majolikafliesen. Die Motive stellen Szenen aus der Weinlese und Olivenernte dar. Man hat den Eindruck, die Leute auf den Bänken seien selbst aus diesen Bildern herausgetreten." favorite="" full_name="Anacapri, Italien" googled_path="Italien/Anacapri" hidden="0" href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/256709/Italien/Anacapri" id="256709" inherited="0" is_poi="0" item_name="Anacapri, Italien" language="DEU" latitude="40.555992" longitude="14.221241" ltp_level="0" parents_name="Italien" rating="0" recommended="" status_description="4" status_name="1" status_tags="0" status_teaser="2" teaser="" teaser_or_description="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Nach Anacapri (275 m), dem zweiten, höher gelegenen Ort der Insel, winden sich Busse über die kurvenreiche und steile Landstraße hinauf. 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Zum eigentlichen Kern des Orts Capri führt eine Standseilbahn vom Hafen Marina Grande zwischen Weingärten und schlichten weißen Flachdachhäusern 142 m schnurstracks den Hügel hinauf. Schon befinden Sie sich am Glockenturm und, gleich dahinter, auf der anmutigen, von Caféterrassen gesäumten Piazza Umberto I., der Piazzetta - tagsüber trubelreicher Treffpunkt der Eleganz und Extravaganz aus aller Welt. Vor 9 Uhr gehört der charmante Platz noch ganz den Einheimischen: Hier genießen Angestellte und Handwerker ihren Espresso, einige lesen den Lokalteil ihres »Mattino«, andere halten ein gemütliches Schwätzchen, grüßen vorbeihuschende Kollegen oder blinzeln zufrieden in die Sonne. Das Idyll vor dem Ansturm. Gegen halb zehn Szenenwechsel: Die ersten Tagestouristen aus Neapel oder Sorrent belagern die Piazzetta. Mal sind es Amerikaner, mal Deutsche oder Japaner, und neben russischen Reisegruppen wurden sogar indische gesichtet. Aus aller Herren Ländern kommen sie. Alle wollen Capris Flair erhaschen - und wenn es auch nur für einige Stunden ist. Die Piazzetta ist die erste obligate Station. Auch weil die schönsten Flanier- und Spazierwege hier an diesem Engpass beginnen und sich erst dann gabeln. Alle müssen zwangsläufig hier vorbei. So laviert man sich durch das Plätzchen, bis gleich die nächste Reisegruppe diesen aparten Raum wieder füllt. Doch keine Angst: Wer nicht zu den Tagestouristen gehört, hat von der Dämmerung bis tief in die Nacht hinein Gelegenheit genug, hier im »Salon« Capris zu verweilen, das Kommen und Gehen der Residenten und Stammgäste zu beobachten und dabei den spezifischen Inselzauber auf sich wirken zu lassen.

Um die Piazzetta herum drängen sich auch die weiß getünchten Häuser der engen Altstadt. Schatten spendende Bogengänge, schmale Gassen und Treppen, mit Bougainvilleen berankte Häuser, von üppiger mediterraner Vegetation umgebene Villen prägen das Ortsbild. Kein Hochhaus weit und breit, keine augenfeindliche Leuchtreklame. Sogar die exklusive Bummel- und Boutiquengasse Via Camerelle hält sich diskret. Der Ort Capri selbst (rund 7500 Ew.) dehnt sich östlich über die steilen Hügel des Monte Tuoro (262 m) weiter bis zum noch höheren Monte Tiberio (335 m). Südlich erstreckt er sich bis zum Badestrand von Marina Piccola hinunter.

Die Inselarchitektur hat ihren ursprünglichen Charakter größtenteils bewahrt. Die in die saftig grüne Landschaft eingebetteten viereckigen Häuser bilden einen scharfen Kontrast zu den dramatisch-schroffen Felsen. Der Ort Capri ist eine reine Augen-, aber auch eine Ohrenweide. Anstelle von rumorenden Autos und Mopeds nur dezent surrende Elektrokarren: eine wohltuende Fußgängeroase, die zu den schönsten Spaziergängen verführt. Sogar Fahrräder wären hier fehl am Platz wegen der Höhenunterschiede und der vielen Treppen. Atemberaubende Ausblicke, wohin man nur schaut: Geht man etwa entlang der Via Pizzolungo spazieren - zwischen Punta Tragara und Punta Massullo -, wird man jäh von der Magie dieser gewaltigen Natur erfasst. Angefangen von den drei aus dem Meer ragenden Faraglioni - wuchtigen Klippen - bis zu einem Felsvorsprung, auf dem einsam eine rote Villa thront.

Ein exzentrisches Haus wie sein damaliger Besitzer, der Schriftsteller Curzio Malaparte, der es in den 30er-Jahren bauen ließ. Die Insel hatte ihn zu der Form der Villa inspiriert. Als General Erwin Rommel ihn hier besuchte, stellte er ihm die etwas naive Frage, ob er das Haus bereits so vorgefunden hätte. Mit beißender Ironie kam darauf die Antwort: »Das Haus kaufte ich schon im fertigen Zustand. Entworfen habe ich die Landschaft.« Mit ausladender Handbewegung zeigte Malaparte dabei auf die steile Felsenwand von Matromania, die drei gigantischen Klippen der Faraglioni, die Halbinsel von Sorrent und die in der Ferne golden aufschimmernde Küstenlinie bei Paestum.

Nicht nur Malaparte war von der nahe gelegenen, geheimnisvollen Matromania-Grotte fasziniert. Die Römer richteten in dieser Felsenhöhle eine Kultstätte ein. Kaiser Tiberius hatte eine Vorliebe für Höhlen, die in der heißen Sommerzeit angenehm der Erholung dienten. Die am besten erhaltenen Ruinen aus seiner Regierungszeit sind die imposanten Mauern seiner Residenzvilla, der Villa Jovis, am äußersten Nordostzipfel der Insel. Einmalig die Lage mit Rundblick aufs Meer, eindrucksvoll die in mehreren Stockwerken emporragende Palastruine. Die in der Felswand hausenden Möwenscharen begrüßen zur Brutzeit die Wanderer zwischen Leuchtturm und tiefblauem Meer mit ihrem schrillen Geschrei. Gelb blühende Ginstersträucher ergänzen die Harmonie der Farben - wie an so vielen Stellen auf Capri. In der Nähe der Loggia, wo Tiberius im Schatten wandeln konnte, steht eine kleine Kapelle. Auf der Aussichtsterrasse davor ragt eine bronzene Madonnenstatue gen Himmel.

Aus der römischen Kaiserzeit stammen auch die unter dem Namen Palazzo a Mare bekannten Ruinen in der Nähe von Marina Grande. Ihre ausgedehnten Terrassenanlagen ließen die Forscher vermuten, es handele sich um eine Villa, die Kaiser Augustus als Sommeraufenthaltsort gedient habe. Von der beliebten Badeanstalt Bagni di Tiberio aus kann man die Überreste noch klar erkennen. Eine schöne Gartenanlage, die heute noch den Namen des Augustus trägt, befindet sich ebenfalls auf einem Gelände, wo der Kaiser einst gelustwandelt sein soll. Heute zücken Tagestouristen auf dieser Aussichtsterrasse gern ihre Fotoapparate, um sich hier verewigen zu lassen. Wieder ist der Blick spektakulär: auf die Faraglioni und - steil felsab - auf die vor etwa hundert Jahren kühn in den Stein gehauene Via Krupp, die sich serpentinenförmig bis zum Meer schlängelt. Ein abenteuerliches Bauwerk des deutschen Ingenieurs Emil Meyer. Sein Auftraggeber, der Stahlkönig und Capri-Fan Friedrich Alfred Krupp, schenkte diesen teuren Spaß der Gemeinde Capri: ein schneller Verbindungsweg vom Ort hoch oben bis hinunter zur Marina Piccola.

Neben den Augustus-Gärten liegt auch das ehemalige Zentrum des geistlich-christlichen Lebens auf Capri: die auffallende Kartause San Giacomo mit ihren hübschen Kuppeldächern. Kirchliche und weltliche Begebenheiten verstricken sich in der Feudalzeit in Capris Geschichte genauso wie anderswo in Europa. Capri wird schon im Jahr 987 zum Bischofssitz, gleichzeitig endet damit auch die weltliche Oberherrschaft von Sorrent. Danach ist das Schicksal Capris mit jenem von Amalfi verbunden, unter der sich nacheinander ablösenden Herrschaft von Langobarden, Normannen, Staufern, dem Haus Anjou und den Aragoniern. Mit der Ankunft der Kartäusermönche und dem Bau der erwähnten Kartause im 14. Jh. beginnt deren örtliche Vorherrschaft, gefördert durch päpstliche Bullen und Privilegien. Heute ist das Kloster mit seiner gotischen Kirche und seinen - nach der Brandschatzung durch den mohammedanischen Piraten Dragut (1553) - restaurierten Kreuzgängen ein lebendiges Kulturzentrum der Stadtgemeinde von Capri. So dient der große Kreuzgang in den Sommermonaten als Kulisse für klassische Konzerte, Ballettabende oder auch für Modenschauen: Das Publikum klatscht, das Fernsehen filmt den Event mit langbeinigen Models, die Modezaren sind zufrieden. So ändern sich die Zeiten.

Capri hat immer schon Ästheten in seinen Bann gezogen. Das liegt einerseits an seiner spannungsgeladenen Natur, die starke Emotionen freilegt, die aber andererseits gepaart ist mit einer freundlich-friedlichen Häuserarchitektur, die entspannend auf aufgewühlte Gemüter wirkt. So haben auf Capri unzählige Schriftsteller, Künstler und auch von der restlichen Welt Unverstandene Zuflucht, Zuneigung, oft auch ein Zuhause gefunden. Hier darf man (sich aus-)leben - vorausgesetzt, man geht liebe- und respektvoll mit den Capresen um. Es wird mit Gleichem vergolten. Man muss nur die kleine Gedenktafel am Eingang der Caféterrasse da Alberto lesen: »Hier verbrachte Marchesa Birgit de Mistura erholsame Stunden.« Der unverwechselbare Strohhut des schwedischen Stammgastes illustriert diese schlichten Worte.

Die Einheimischen verstehen heute mehr denn je zuvor, dass sie den kultivierten Wahlcapresen inzwischen ihr eigenes Kulturbewusstsein verdanken. Aus dem einstigen Fischer- und Bauernvolk hat sich ein engagiertes Bildungsbürgertum entwickelt. Immer mehr Capresen studieren, reisen ins Ausland, lernen Sprachen und arbeiten gern - nicht nur im rentablen Hotelgewerbe. Dieses gastfreundliche Umfeld trägt zusätzlich dazu bei, dass Capri immer noch Treffpunkt der feinen - auch das Private liebenden - Gesellschaft ist. Geldschwere Saudis ankern alljährlich mit ihren bis zu 104 m langen Maxiyachten, Wirtschaftsbosse suchen zur Erholung stille Buchten auf, Regisseure und Filmstars können hier (fast) inkognito bei Kerzenschein dinieren und den Abend ungestört genießen. Viel Prominenz hat auf Capri ihr zweites Zuhause. Seit Jahrzehnten lebt hier Wanda Ferragamo, die Witwe des Firmengründers. Ihre luxuriöse Villa an der Marina Piccola entspricht dem exklusiven Ambiente ihres Modeimperiums. Auch Modepäpste wie Valentino haben hier längst ihre noblen Zelte aufgeschlagen. Die Swarovski-Familie, Erben der Kristalldynastie, tankt regelmäßig in ihrer Traumvilla auf Capri Energie auf. Die Vip-Liste ließe sich endlos fortsetzen, doch: Discrétion oblige!

Für die Capresen ist nicht nur die Privatsphäre der Wahlcapresen oder der Besucher oberstes Gebot. Sie sind stolz auf ihre Insel und möchten, dass man sie wiederum genauso mit gebührendem Respekt behandelt. An vielen Mauern und Hauswänden erscheint - kunstvoll handgemalt auf Majolikafliesen in Gelb und Blau - ein Spruch: »La pulizia ed il silenzio sono indici di civiltà. Rispettiamoli« (Sauberkeit und Stille sind Zeichen der Zivilisiertheit. Respektieren wir sie). Vielleicht gehört dies auch zum diskreten Charme Capris." favorite="" full_name="Capri (Ort), Italien" googled_path="Italien/Capri-Ort" hidden="0" href="http://www.tripwolf.com/de/guide/show/307280/Italien/Capri-Ort" id="307280" inherited="0" is_poi="0" item_name="Capri (Ort), Italien" language="DEU" latitude="40.5509104" longitude="14.2429262" ltp_level="0" parents_name="Italien" rating="0" recommended="" status_description="4" status_name="1" status_tags="0" status_teaser="2" teaser="" teaser_or_description="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Zum eigentlichen Kern des Orts Capri führt eine Standseilbahn vom Hafen Marina Grande zwischen Weingärten und schlichten weißen Flachdachhäusern 142 m schnurstracks den Hügel hinauf. Schon befinden Si..." teaser_or_description_short="&lt;b&gt;&lt;/b&gt; Zum eigentlichen Kern des Orts Capri führt eine Standseilbahn vom Hafen Marina Grande zwischen Weingärten und schlichten..." type="7" type_id="7" type_name="Stadt" votes="1" zoom="14">
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