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Rundgang auf dem Burgberg

erstellt von MarcoPolo-partner am 2015-12-17

Rundgang auf dem Burgberg

60 m hoch ragt der Burgberg am Budaer Donauufer auf. Trotz aller Katastrophen, die diesen historischen Kern der Stadt heimsuchten – Erdbeben, Brände, Belagerungen und Kriege –, ist der 1,5 km lange und bis zu 500 m breite Hügel ein kulturhistorisches Juwel. Zwei Drittel der Fläche nimmt das Burgviertel ein, ein Drittel der gewaltige Burgpalast. Für diesen Spaziergang sollten Sie sich drei bis vier Stunden Zeit nehmen.

Den schönsten Weg zum Burgberg nimmt die Standseilbahn (Sikló) in geraden Wochen Mo geschl., sonst tgl. 7.30–22 Uhr. Sie fährt in zwei Minuten – auf einer 101 m langen Strecke mit 48-prozentigem Gefälle – vom Clark Ádám tér (an der Kettenbrücke) zum Szent György tér.

Der Burgberg ist auch Wohngebiet, aber es leben nur wenige Menschen in den historischen Mauern. Die privat genutzten Häuser sind meistens gar nicht oder kaum modernisiert. In den Sommermonaten füllt sich der Burgberg mit Besuchern, doch im Winter bietet er ein stilles, in manchen Ecken gar verlassenes Bild. Es gibt Pläne, das Areal zu beleben, doch es wurden noch keine Projekte realisiert. Für Besucher ist das Viertel mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten, den Restaurants, Cafés und Läden ein Muss.

Von der Bergstation der Standseilbahn geht es nach links zum Burgpalast mit seinen Museen. Eine anrührende Geschichte erzählt der Matthiasbrunnen. Er steht draußen, an das Gebäude angelehnt, vor der Ungarischen Nationalgalerie, an der auf Buda gerichteten Seite. Links, wenn man vor dem Brunnen steht, ist das Bauernmädchen Ilona (nach manchen Quellen auch Ilonka) dargestellt. Bei einer Begegnung mit dem Herrscher, der inkognito auf der Jagd war, verliebte sie sich unsterblich in ihn. Als sie erfuhr, dass sie ihr Herz an einen Mann verloren hatte, der für sie unerreichbar war, soll sie an gebrochenem Herzen gestorben sein. Die Bronzeplastik am nordöstlichen Ende des Palasts zeigt den Turul, einen mythischen Riesenvogel. Der Sage nach gilt er als halbgöttlicher Stammvater der Ungarn.

Wenn Sie von der Bergstation nach rechts gehen, kommen Sie in die Színház utca (Theaterstraße). Das klassizistische Palais Alexander (Sándor palota) von 1806 ist der Sitz des ungarischen Staatspräsidenten. Das benachbarte Palais Nr. 1–3, das Burgtheater (Várszinház), war zuvor eine Karmeliterkirche und wurde auf Geheiß von Kaiser Joseph II. zum ersten ständigen Theater in Buda umgebaut; Eröffnung war 1790. Jetzt ist hier das Nationale Tanztheater zu Hause. Im schönen Hof des Klosters befindet sich im Sommer das Café Rivalda. Der Dísz tér (Paradeplatz) markierte einst die Grenze zwischen dem Palastviertel und der Bürgerstadt. Im Mittelalter war er Marktplatz und Hinrichtungsstätte. Vom Dísz tér gehen mehrere Straßen ab. Eine ist die Tárnok utca, in der früher deutsche Händler wohnten.

Den Spaziergang setzen Sie in der Tóth Árpád sétány fort, einer Promenade auf der Befestigungsmauer des Burgbergs mit schönen Ausblicken über die Budaer Stadtviertel. Biegen Sie nun nach rechts in die Szentháromság utca (Straße der Heiligen Dreifaltigkeit) ein. Hier liegt das Altes Rathaus von Buda, das 1873, mit der Vereinigung von Buda, Óbuda und Pest seine Funktion verlor und seitdem als Kolleg genutzt wird. Der gewaltige Barockbau reicht von der Úri utca (Herrenstraße) bis zum Szentháromság tér. In der Úri utca, in der auch die deutsche Botschaft liegt, geht der Rundgang weiter. Hier finden Sie viele Spuren des Mittelalters, z. B. gotische Sitznischen. An den Gebäuden zeigt sich, wie nach der Zerstörung durch die Türken barocke Bauten auf den Trümmern der gotischen Bauwerke errichtet wurden. Gotisch ist noch die Fassade des Hauses Nr. 31, und auch an den Häusern Nr. 32, 34, 36 und 38 sind gotische Elemente zu erkennen.

Über die Querstraße Dárda utca gelangen Sie in die Országház utca (Parlamentsstraße). In dieser Straße haben zwei gotische Häuser (Nr. 18, 20) und ein Barockhaus (Nr. 22) die Stürme der Zeit überlebt. Am Ende der Országház utca liegt der schöne Kapisztrán tér mit dem spätgotischen Maria-Magdalena-Turm (Magdolna torony), von dem jede Viertelstunde ein Glockenspiel erklingt. Nur der Turm der Kirche (13. Jh.) hat ihre Zerstörung im Zweiten Weltkrieg überstanden. Das klassizistische Militärhistorisches Museum (Hadtörténeti Múzeum) war einst eine Kaserne.

Durch die Petermann biró utca kommen Sie zum Bécsi kapu tér (Wiener-Tor-Platz). An der Ecke zur Fortuna utca steht die neoklassizistische Evangelische Kirche. Lohnend ist ein kleiner Abstecher zur Fortuna utca Nr. 4, dem neuen Luxushotel St. George Residence mit seinem stimmungsvollen Innenhof, Café und Restaurant. Der barocke Prachtbau diente bis zu seiner Restaurierung als Museum und erstrahlt heute wieder in alter Schönheit.

Der nordöstliche Teil des Burgviertels war im Mittelalter das jüdische Ghetto. Sein Zentrum, die Táncsics Mihály utca, wurde im Volksmund „Judengasse“ genannt. Ihr schönstes Barockgebäude ist das Erdődy Palota (Nr. 7). Die Straße führt am Hotel Hilton vorbei zur Matthiaskirche. Der Platz, an dem das Hilton liegt, ist der Hess András tér. Er verdankt seinen Namen einem Deutschen, dem Drucker Andreas Hess. Er soll im 15. Jh. das erste Buch, das in Ungarn gedruckt wurde, hergestellt haben. Die Matthiaskirche steht am Szentháromság tér. Die 14 m hohe Dreifaltigkeitssäule auf dem Platz wurde 1715 zur Erinnerung an das Wüten der Pest im Jahr 1706 aufgestellt.

Von der Matthiaskirche sind es dann nur noch wenige Schritte zur Fischerbastei. Das große Reiterdenkmal stellt König Stephan I. dar. Der Schöpfer dieses Denkmals, der ungarische Bildhauer Alajos Stróbl (1856–1926) hat auch den Matthiasbrunnen geschaffen. An dem Reiterstandbild König Stephans soll er zehn Jahre lang gearbeitet haben, um der realen Person gestalterisch so nahe wie möglich zu kommen. Dieser Teil des Burgbergs – Matthiaskirche, Fischerbastei und Reiterstandbild – wurde von Frigyes Schulek Ende des 19. Jhs. als Gesamtanlage konzipiert und realisiert.

Der Rückweg führt durch die Szentháromság utca nach links in die Úri utca. Im Haus Nr. 9 geht es hinunter zum Budavári Labirintus. Dass der gesamte Burgberg von natürlichen Höhlen durchzogen ist, war schon im Mittelalter bekannt. Zurück kommen Sie über die Úri utca, den Dísz tér und die Königstreppe (Király lépcső), die zur Donau führt, oder mit der Standseilbahn.

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    Burgpalast

    71 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

    Pompös thront das Budapester Wahrzeichen auf dem rund 60 m hohen Burgberg-Plateau an der Donau, d...

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    Turul statue

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    Sehenswürdigkeit

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    Színház utca

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    Sehenswürdigkeit

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    Palais Sándor

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    Sehenswürdigkeit

    Das Palais Sándor (ungarisch Sándor-palota) ist ein Palais im Burgviertel von Budapest. Es befind...

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    Burgtheater

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    Sehenswürdigkeit

    Das Burgtheater (ungarisch: Várszínház) im Burgviertel ist Budapests ältestes ständiges Theater.

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    Dísz tér

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    Sehenswürdigkeit

  • 7
    Tárnok utca

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    Sehenswürdigkeit

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    Tóth Árpád sétány

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    Sehenswürdigkeit

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    Régi budai városháza

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    Sehenswürdigkeit

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    Úri utca

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    Sehenswürdigkeit

  • 11
    Országház utca

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    Sehenswürdigkeit

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    Kapisztrán tér

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    Sehenswürdigkeit

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    Maria-Magdalena-Kirche

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    Sehenswürdigkeit

    Die Maria-Magdalena-Kirche (ungarisch Mária Magdolna-templom) ist eine ehemalige römisch-katholis...

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    Militärmuseum

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    Museum / Galerie

    Das Militärhistorische Museum (ungarisch Hadtörténeti Intézet és Múzeum, deutsch wörtlich „Heeres...

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    St. George Residence - All Suite Hotel DeLuxe

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    Hotel

    Die barocke St. George Residence liegt im UNESCO-geschützten Burgviertel Buda und bietet Apartmen...

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    Táncsics Mihály utca

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    Sehenswürdigkeit

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    Palais Erdődy-Hatvany

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    Sehenswürdigkeit

    Das Palais Erdődy-Hatvany (hun Erdődy-Hatvany palota), auch bekannt als Palais Erdődy, ist ein St...

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    Matthiaskirche

    12 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

    Die Matthiaskirche (ungarisch Mátyás-templom) ist eine römisch-katholische Kirche der ungarischen...

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    Hess András tér

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    Sehenswürdigkeit

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    Szentháromság-szobor

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    Sehenswürdigkeit

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    Fischerbastei

    54 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

    Der Name Fischerbastei hat wohl schon Generationen von Budapest-Besucher verwirrt. Zwar strömt am...

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    Szent István szobra

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    Sehenswürdigkeit

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