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Spaziergang Über die Östlichen Hafeninseln

erstellt von MarcoPolo-partner am 2015-12-17

Spaziergang Über die Östlichen Hafeninseln

Von den künstlichen Inseln Java, KNSM und Borneo-Sporenburg fuhren früher die Ozeandampfer nach Übersee ab. Nach dem Ende der Passagierschifffahrt und dem Wegzug des Hafens lagen sie lange brach. Erst in den Neunzigerjahren wurden sie wiederentdeckt und haben sich seither zu einem angesagten, jungen Wohnviertel mit viel experimenteller Architektur, aber auch einigen Überbleibseln aus der Hafenzeit entwickelt. Der zweieinhalbstündige Spaziergang verschafft Ihnen ein paar Eindrücke von diesem Trendviertel.

Seit 2005 verbindet die neue Tramlinie 26 die Inseln mit dem Hauptbahnhof. Von der Haltestelle Rietlandpark führt der Weg zwischen dem imposanten Lloyd Hotel, 1918 als Emigrantenheim der gleichnamigen Schifffahrtsgesellschaft errichtet, und deren Quarantänegebäuden hindurch zum IJ-Hafen. Dort bekommt man einen ersten Überblick über die Inseln und ihre neue Architektur. Über das Wasser hinweg sieht man Java-Eiland mit seinen abwechslungsreichen, urbanen Wohnhäusern und KNSM-Eiland mit seiner Mischung aus großen Wohnblocks und pittoresken Hausbooten.

Spaziert man an einem sonnigen Tag über die Inseln, erfährt man den ganzen Charme dieser Mischung. Hinter dem weißen IJ-Turm taucht der Wohnblock Walfisch auf, dessen Zinkfassade in der Sonne glitzert. Dahinter liegt die Halbinsel Sporenburg mit ihren niedrigen Reihenhäusern aus dunklem Backstein. Aus der Not haben die Architekten eine Tugend gemacht: Die Insel sollte sehr dicht, aber niedrig bebaut werden. Daraus entstand ein ganz neuer, nach innen gerichteter Haustyp mit Dachterrassen und Innenhöfen. Abgesehen von Blumenkübeln und Bänkchen vor den Häusern gibt es keine Gärten – das Wasser der Hafenbecken ersetzt den fehlenden Grünraum. Fast jeder, der hier wohnt, besitzt ein kleines Boot. Von der expressiv geschwungenen, knallroten Brücke, die über das Spoorwegbassin nach Borneo führt, hat man einen guten Überblick und sieht in der Ferne die großen Tanker Richtung Nordsee vorbeifahren.

Auf der anderen Seite erwartet Sie eine Besonderheit. In der Scheepstimmermanstraat hat die Stadt zum ersten Mal seit dem 16. Jh. Baugrund an Privatleute verkauft – eine große Ausnahme in den Niederlanden. Jeder Käufer konnte sich von einem Architekten seiner Wahl eine Reihenvilla errichten lassen. Viele entschieden sich für junge Architekten, und das Ergebnis ist höchst abwechslungsreich: Man spaziert entlang einer bunten Galerie von Architekturexperimenten. Besonders ungewöhnlich sind das Haus Nr. 120, in dem ein Baum wächst, und das rundum holzverkleidete Haus Nr. 62.

Über eine zweite, für Radfahrer gedachte und deshalb niedrigere rote Brücke gelangt man zurück zum Walfisch und von dort über den Verbindungsdamm auf KNSM, die Insel der Königlich Niederländischen Schifffahrtsgesellschaft. Sie wird beherrscht vom großen, skulpturartigen Wohnblock Piraeus von den deutschen Architekten Kollhoff und Rapp, der sich um einen kleinen Altbau legt. Wem nun nach einer Pause zumute ist, der findet im Piraeus-Block das nette Café Kanis en Meiland. Von der Terrasse am Wasser aus kann man das Treiben auf den Decks der Wohnboote im Hafenbecken beobachten.

Westlich vom Verbindungsdamm grenzt KNSM- an Java-Eiland. Dort ist die Atmosphäre städtischer: Hohe Wohnhäuser säumen den meist ziemlich stark befahrenen Sumatra-Kai an der Nordseite der Insel. In ihrem Inneren verbirgt sich jedoch eine schöne, ruhige Grünzone, die nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich ist. Entlang der kopfsteingepflasterten Javakade führt Ihr Weg zur Jan-Schaeffer-Brücke. Sie endet an der Oostelijke Handelskade unter einem alten Packhaus, das zum Kulturzentrum umgebaut wurde. Wer mag, geht entlang des fischförmigen Kreuzfahrtterminals und des Muziekgebouw zurück zum Bahnhof. Alle anderen steigen an der Haltestelle Kattenburgerstraat wieder in die Straßenbahn.

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    Lloyd Hotel

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    Hotel

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    Kanis en Meiland

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    Café

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