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Entdeckungstour durch die hofjes des Jordaan

erstellt von MarcoPolo-partner am 2015-12-17

Entdeckungstour durch die hofjes des Jordaan

Hinter manch einer unscheinbaren Haustür in Amsterdam versteckt sich eine kleine Welt für sich: ein hofje. Wer sich hineinwagt, findet sich zunächst in einem winzigen, dörflichen Innenhof wieder. Darum scharen sich meist windschiefe Häuser und liebevoll bepflanzte Vorgärtchen. Auf einem rund zweieinhalbstündigen Spaziergang durch den volkstümlichen Jordaan können Sie einige dieser Minioasen erkunden.

Hofjes gibt es nicht nur im Jordaan. Das bekannteste Beispiel, der Begijnhof, liegt mitten in der Amsterdamer Innenstadt. Aber nirgends sind so viele Wohnhöfe erhalten wie in dem früheren Armenviertel. Ursprünglich wurden sie von reichen Kaufleuten als Armen- oder Altenwohnheime gestiftet, in denen die Bedürftigen gratis wohnen durften. Heute befinden sich in den lauschigen Oasen meist Mietwohnungen. Von Montag bis Freitag sind die hofjes in der Regel zwischen 10 und 17 Uhr zugänglich. Trauen Sie sich ruhig, die Tür einfach aufzumachen und hineinzugehen. Nehmen Sie aber bitte etwas Rücksicht auf die Privatsphäre der Bewohner!

Die Erkundungstour beginnt in der Elandsstraat, die Sie mit den Tramlinien 6, 10 oder 17 erreichen. Bei Hausnummer 104–142 versteckt sich hinter einem Eingangsgebäude aus dem 19. Jh. das 1650 gegründete Venetiaehofje. Sein Stifter, Jacob Stoffels, war durch den Handel mit Venedig reich geworden. Um einen kleinen, zugewucherten Garten mit einer alten Laterne scharen sich niedrige Häuschen, in denen zunächst arme Witwen und „alte Jungfern“, später auch aus Frankreich geflüchtete Hugenotten wohnten.

Durch das 1904 errichtete Hinterhaus führt ein Gang auf die Lauriergracht, die wiederum in die Prinsengracht mündet. Genau an dieser Stelle befindet sich auf der gegenüberliegenden Grachtseite das Nieuwe Suykerhofje Prinsengracht 385-393 – auch wenn man davon von außen gar nichts vermutet. Die rechte Eingangstür eines Herrenhauses entpuppt sich als Tor zu einer engen Gasse, in der man auf ein Gatter stößt. Dahinter kann man das winzige hofje sehen, das 1755 von einem reichen Zuckerbäcker für katholische Witwen gegründet wurde. Sechs kleine, dreistöckige Häuser und eine Kapelle liegen an einem schmalen, gepflasterten Platz. Wegen des Platzmangels wohnten die Witwen hier übereinander: Pro Geschoss gibt es zwei winzige Wohnungen.

Weiter geht es entlang der Prinsengracht und durch einige typische, pittoreske Jordaan-Gassen in die Egelantiersgracht. Dort sollten Sie keinesfalls das Sint Andrieshofje verpassen. 1614 gegründet, ist es das älteste hofje Amsterdams nach dem Begijnhof. Wie die meisten ist es an der langen Reihe von Hausnummern an der Pforte zu erkennen: 105–141. Besonders schön sind die blau-weißen Delfter Kacheln im Eingang dieses Innenhofidylls. Dahinter wartet ein gepflegtes Gärtchen mit einer Wasserpumpe aus dem 18. Jh.

Ein weiteres hofje versteckt sich in der 1e Egelantiersdwarsstraat 1–5; es dient heute als Studentenwohnheim. Auf dem Weg dorthin bietet sich eine Pause im Café t'Smalle an der Ecke zur Prinsengracht an, dessen hölzernes Interieur noch komplett von 1780 stammt.

Durch die 2e Tuindwarsstraat geht es in die Tichelstraat und weiter in die Karthuizerstraat. Hinter der uniformen Backsteinfassade von Nr. 21–131 liegt der Karthuizerhof, ein unerwartet schönes, großes hofje mit zwei alten Brunnen und hohen Bäumen. Vor 1650 stand an dieser Stelle ein Karthäuserkloster, das dem hofje seinen Namen gab. Es ist das einzige, das nicht privat gestiftet, sondern von der Stadt als eine Art Heim für alleinstehende Mütter gebaut wurde.

Durch die Lindenstraat gelangt man zur Noorderkerk, die für das geistige Wohl der protestantischen Jordaan-Bewohner sorgte. Die meisten katholischen hofjes verfügten dagegen über eine eigene Kapelle. So auch das Van Brienenhofje an der Prinsengracht 85–133. Erst 1804 gestiftet, ist es vergleichsweise jung und sehr groß. Sein Haupteingang, über dem zwei Putten ein Wappen mit einem Kreuz halten, wurde nur von den Regenten benutzt, sozusagen den Vorstehern der Hofgemeinschaft. Sie wohnten im Eingangsgebäude, in dem sich außerdem die Kapelle und eine Portierswohnung befinden. Noch heute wohnen in diesem noblen hofje katholische Seniorinnen.

Durch die malerische Brouwersgracht geht es in die (zugeschüttete) Palmgracht, wo noch ein letztes hofje wartet. Es ist an einem Giebelstein mit einer Rübe über dem Torbogen zu erkennen. Dahinter liegt das niedliche Raepenhofje, 1648 von Pieter Adriaensz Raep gestiftet (Eingang nebenan durch die Tür des Bossche Hofje). Der Legende zufolge nahm Raep seine Stiftung aus Dankbarkeit für den Westfälischen Frieden vor – wahrscheinlicher ist jedoch, dass es ihm, wie den meisten hofjes-Stiftern, um seinen eigenen Seelenfrieden ging. Hier, im nördlichsten Zipfel des Jordaan, endet der Spaziergang. Von der Haltestelle Nassaukade kann man mit der Tram 10 zum Ausgangspunkt zurückkehren.

  • 1
    Begijnhof

    26 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

  • 2
    Nieuwe Suykerhofje

    0 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

  • 3
    Sint Andrieshofje

    0 Stimmen

    Sehenswürdigkeit

  • 4
    't Smalle Drinken

    3 Stimmen

    Bar

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