Der helle Artushof neben dem Rathaus hebt sich von den restlichen Bürgerhäusern auf dem Langen Markt deutlich ab. Er diente der Danziger Kaufmannsgilde als Versammlungsort und Zentrale. Seine prunkvolle Fassade und Innenausstattung, aber auch seine schiere Größe, lassen keinen Zweifel darüber, dass der (See-)Handel der Hansestadt Danzig einst zu großem Reichtum und zu politischer Macht verhalf. Der Bau ist gotischen Ursprungs, seine Fassade wurde im 16. Jahrhundert unter Beibehaltung der drei markanten gotischen Front-Fenster im Renaissance-Stil umgestaltet. Wer ein Ticket für die Innenbesichtigung löst, sieht neben Segelschiff-Modellen, die von der Decke des imposanten sterngewölbten Versammlungssaals hängen, und Ritterrüstungen einen 12 Meter hohen Kachelofen mit 520 handbemalten Kacheln. Mindestens ebenso interessant sind im Jahr 1945 entstandene Fotos, die einen bis auf die Fassade vollständig ausgebrannten Artushof zeigen. Ein besonders hübsches Ensemble gibt der Artushof gemeinsam mit dem davor sprudelnden Neptunbrunnen ab. Das flämische Werk mit dem splitternackten Bronze-Meeresgott auf der Spitze stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist das wohl meist fotografierte Motiv auf dem Langen Markt.
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