Von der Wiege Siams über Bangkok in das wilde Grenzland beim Drei-Pagoden-Pass
Das Wasser des Chao Phraya und seiner Nebenflüsse macht die Ebene nördlich von Bangkok zur wichtigsten Reiskammer des Landes. Bis zum Horizont ziehen sich die Felder, in denen saftig grün der junge Reis sprießt.
In Sukhothai, wo geografisch schon der Norden beginnt, schlug 1238 mit der Gründung der ersten Hauptstadt die Geburtsstunde der Nation. Wenn Sie im historischen Park an einem taufeuchten Morgen sehen, wie die aufgehende Sonne Buddhastatuen und Säulen, Chedis und Prangs mit zartem Glanz überzieht, können Sie erahnen, warum Sukhothai die „Morgendämmerung des Glücks“ genannt wurde. Aber dieses Glück war nicht von Dauer, das alte Sukhothai ist heute nur noch ein weitläufiges Ruinenfeld, steinernes Zeugnis einer großen Vergangenheit. Auch Ayutthaya, die zweite Königsstadt, musste die Wahrheit der Lehre Buddhas erfahren: „Nichts ist von Bestand auf dieser Erde.“ Doch während Sukhothai von seinen Bewohnern verlassen wurde und zerfiel, wurde Ayutthaya von den Burmesen zerstört. Und hier regte sich bald wieder Leben - heute liegt das historische Ayutthaya mitten in einer geschäftigen Provinzstadt.
Die heutige Hauptstadt Bangkok ist eine Weltmetropole. Aber nur eine gute Stunde westlich, in der Provinz Kanchanaburi, erwartet Sie eine völlig andere Szenerie: Nach einer Fahrt vorbei an Zuckerrohrplantagen, Tapiokafeldern und Ödland erheben sich dschungelbedeckte Hügelketten und Berge. Nahe der Grenze zu Myanmar ist das Land rau und wild und nur spärlich besiedelt. Dennoch können Sie auch hier ein Kapitel Geschichte aufschlagen: Die weltberühmte Brücke am Kwai und die „Todeseisenbahn“ erinnern an den Zweiten Weltkrieg.
