Der erste Schock kommt kurz nach Einfahren in die malerische Bucht von Ko Phi Phi Don, denn dann muss man feststellen, dass man seinen Traum vom Paradies mit mehr Menschen als erwartet teilen muss. Hunderte Boote rekeln sich in der komplett verbauten Hauptbucht der Insel und auch nach der Ankunft wird man schon von dutzenden Schleppern und Hotelbeauftragten überfallen, welche einem alle den (selbstverständlich) noch besseren Teil vom Paradies im Falle einer Buchung versprechen. Am besten hier einfach durchgehen, bis man einmal über festem Boden steht, einmal tief durchatmen und sich dann entscheiden, was man überhaupt will. Direkt am Pier schließt schon das "Village" an, wo sich offenbar trotz Tsunami scheinbar nichts verändert hat. In einer Quadratzentimeter-Schlacht häufen sich Shops neben Tätowierer, Internetcafés, Restaurants, Bars, Tauchanbieter und Reisebüros.
Doch es gibt ihn, den Traum vom einsamen Phi Phi. Auf der anderen Seite der Insel befinden sich mehrere kleine Strände auf welchen meist nur ein Bungalowresort angesiedelt ist und wo man auch tatsächlich Ruhe vom aufbrausenden Trubel des Villages finden kann. Diese Orte sind in der Regel entweder über Fussmarsch durch den Dschungel oder ein Longtailboot erreichbar, welches meist im Falle einer Abholung vom Resort gesponsert wird (gratis wegkommen ist wieder ein anderes Thema).
Auf alle Fälle muss man sich gefasst machen, dass auf Phi Phi nicht die Preispolitik des restlichen Thailands gültig ist und auch erfahrene Thailandreisende bei den Unterkunftspreise die Augenbraue heben werden. Im Village kann man tatsächlich noch für 250 Baht ein Zimmer ohne allem (auch ohne Fenster) erwerben, bei der restlichen Insel sollte man sich aber auf 1000 Baht aufwärts gefasst machen. Auch die Elektrizität ist an vielen Orten kostbar und somit eingeschränkt, es kann also leicht passieren, dass man nur von 18:00 bis 3:00 Stromversorgung hat, was bei der Kalkulation bezüglich Aufladen diverser Elektrogeräte recht störend sein kann.
Fakt ist, dass man den Wandel des Publikums gut beobachten kann, wer also auf Backpacker-Bekanntschaften eingestellt ist, sollte sich beeilen, diese "Rasse" ist nämlich immer mehr am aussterben und wird mit Pauschalurlaubern, Pärchen, Halbtagsmodels, Familien, Kampftrinkern und Partylöwen ersetzt. Dennoch ist Phi Phi für seine Schönheit im Vergleich zu anderen Top Spots dieser Erde noch relativ günstig und definitiv einen Besuch wert, wenn man in der Nähe ist. Natürlich ist die Insel (Ko Phi Phi Don ist hier gemeint, die kleine Schwester Ko Phi Phi Le darf aus Naturschutzgründen nicht besiedelt, jedoch besucht werden) vom Tourismus überlaufen und strahlt nicht mehr so hell wie einst, trotzdem bieten die beiden Flecken ein Naturspektakel der Extraklasse und Strände wie aus dem Bilderbuch.