Hohe Berge, warmes Meer
Im Südwesten Marokkos befindet sich das größte Touristenzentrum des Landes: Agadir. Es zieht Jahr für Jahr Hunderttausende von Pauschalurlaubern an, was vor allem am einzigartigen Klima von Agadir liegt. Die Stadt schmiegt sich in eine weite Bucht und ist so vor Strömungen im Atlantik geschützt. Ganzjähriges Baden ist möglich.
An die Bucht von Agadir schließt sich im Osten die fruchtbare Sous-Ebene an - Marokkos Hauptanbaugebiet für Zitrusfrüchte. Hier liegt die alte Stadt Taroudannt, die sich zu einem Handelszentrum entwickelt hat.
Nördlich von Agadir entstehen an der Küste jede Menge Neubauten. Beliebt ist das Gebiet bei Surfern, die hier optimale Bedingungen für ihren Sport finden. Nirgends sonst in Marokko gehen die Wellen so hoch und lassen Speedsurfen zu.
Die Region südlich von Agadir ist touristisch wenig erschlossen. Hier befinden sich die einstige spanische Enklave Sidi Ifni, umgeben von herrlichen Stränden, das Naturschutzgebiet des Oued Massa sowie der Anti-Atlas, der bis zu 3000 m ansteigt. Er gehört mit zu den spektakulärsten Landschaften Marokkos und lädt zu Ausflügen und Wanderungen ein. Hier ist die Heimat der Schlöh, einer Berbergruppe, die über Jahre abgeschieden gelebt hat. Zu hoch waren die Berge, die das Gebiet von der Sous-Ebene trennen. Die Menschen hier sind auffallend freundlich, und durch die jahrelange Zurückgezogenheit haben sie sich, neben einer ganz eigenen, immateriellen Kultur, auch eine einzigartige Architektur erhalten. Wie im gesamten Süden wird auch hier mit Lehm gebaut, doch statt Wehrburgen bestimmen schlichte Häuser das Bild, die besondere Dekorationen haben. Sie bestehen aus Schieferplatten, die man in Hausöffnungen in geometrischen Mustern verlegt hat und deren Hohlräume mit Pferdehaaren ausgestopft wurden.
Die Menschen im Südwesten Marokkos, mehrheitlich Berber, leben in erster Linie vom Tourismus und der Landwirtschaft. Das Department Souss-Massa-Drâa gehört zu den wohlhabendsten des Landes, da beide Wirtschaftsbranchen weit mehr als 50 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.

