Für jeden Geschmack etwas
Die traditionelle portugiesische Küche ist einfach, rustikal und deftig. Die Portionen sind meistens reichlich. Auf den Teller kommt viel Fisch und Fleisch, Reis und Kartoffeln (oft gleichzeitig!), dazu einige Salatblätter als Standardgemüse.
Außergewöhnlicheres wird manchmal in den einfachsten Wirtshäusern (tascas) aufgetischt, wo die dona des Hauses noch selbst am Herd steht und liebevoll nach überlieferten Familienrezepten kocht.
Die Lisboetas lieben es, zum Essen auszugehen. Besonders mittags sind die Restaurants in der Hauptstadt meist gerammelt voll. Mittagessen (almoço) wird in der Regel zwischen 13 und 15 Uhr serviert. Abendessen (jantar) gibt es ab 20 Uhr, die meisten Gäste kommen allerdings ein, zwei Stunden später. Um acht Uhr bekommen Sie fast überall auch ohne Vorbestellung einen Tisch, ansonsten ist eine Reservierung in einem besseren Restaurant, besonders am Wochenende, ratsam. In vielen Restaurants können Sie mittags eine halbe Portion (meia dose) bestellen. Das Gedeck (couvert) aus verschiedenen Häppchen wie Oliven, Käse, Thunfischpastete, Brot und Butter müssen Sie bezahlen, wenn Sie etwas davon essen.
Nationalgericht Nummer eins ist der Stockfisch bacalhau, den die Portugiesen liebevoll ihren treuen Freund (o fiel amigo) nennen. Mindestens 365 verschiedene Zubereitungsarten soll es für ihn geben. Gut, günstig und allseits beliebt: gebratene Sardinen (sardinhas assadas), die nur mit grobem Meersalz eingerieben über Holzkohle (na brasa) gegrillt werden. Liebhaber von Schalentieren (mariscos) kommen in den marisqueiras (Meeresfrüchterestaurants) voll auf ihre Kosten. Die Vielfalt ist beeindruckend, achten Sie aber auf den (Kilo-)Preis. Hummer (lavagante) und Langusten (lagostas) sind auch in Lissabon nicht gerade billig.
Fleisch (carne) mögen die Portugiesen am liebsten voll durchgebraten. In einfachen Restaurants kann das Steak (bife) deshalb schon mal sehr zäh sein. Auch der Versuch, es kurz angebraten (mal passado) zu bestellen, führt da nicht immer zum gewünschten Erfolg. Lamm (borrego) wird viel und gerne gegessen. Eine Köstlichkeit ist das knusprig gebratene Spanferkel (leitão assado), das in vielen einfachen Kneipen (z.B. im A Merendinha, Rua Condes de Monsanto 4-A, an der Praça da Figueira) angeboten wird. Als Spezialität gilt porco preto aus dem Alentejo, ein schwarzes Schwein, das sich hauptsächlich von Korkeicheln ernährt. Wer gerne Geflügel isst, sollte unbedingt das gegrillte Hühnchen (frango assado) bestellen, wer's scharf mag, ordert es piripiri. Die Nachspeisen (sobremesas) sind gut und oft sehr süß. Ausgezeichnet schmeckt der Milchreis (arroz doce), zum Standard gehören Karamelpudding (pudim flan) und Milchcreme (leite creme). Unbedingt sollte man in Lissabon die Spezialitäten der ehemaligen portugiesischen Kolonien probieren. Es gibt zahlreiche gute brasilianische, indische, afrikanische und chinesische Restaurants.
Voll auf ihre Kosten kommen Weinliebhaber. Ob Rotwein (vinho tinto) oder Weißwein (vinho branco), die Auswahl ist überall groß. Eine Flasche (garrafa) mittlerer Preislage kostet in einem ordentlichen Restaurant 8 bis 12 Euro. Hauswein (vinho da casa) ist noch günstiger und in der Regel auch gut. Der spritzige vinho verde sollte nur gut gekühlt (bem fresco) getrunken werden.