Die Musik in der Luft und der Erlösung nahe
Varanasi ist eine der längstbesiedelten Städte der Welt. Manche nennen es das Venedig des Ostens wegen der engen kurvigen Strassen und Bootsfahrten. Die Stadt liegt am Ganges im Bundesstaat Uttar Pradesh. Die Luft ist durchtränkt mit der Energie von Generationen an Poeten, Musikern, Philosophen und heiligen Sehern. Varanasi hat einen eigenen besonderen Stil der Hindustani Musik entwickelt und jeden Abend findet eine religiöse Zeremonie statt, um den Ganges „schlafen zu legen". In den Ghats, den heiligen Badestellen, wird gesungen und das Ritual zur Seelenreinigung durchgeführt. Eines der unvergesslichsten und eindrucksvollsten Rituale ist das Verbrennen der Verstorbenen am Flussufer. Die bekleidete Leiche wird hoch durch die Strassen getragen, begleitet von Trommlern und anderen Musikern. Der Tradition folgend wird sie dann in den Ganges eingetaucht und am Ufer auf einem Scheiterhaufen verbrannt. So gesehen ist Varanasi nicht der richtige Ort, um sich zu erholen, sondern eher ein Platz, um sich den schönsten und oftmals unheimlichen Seiten der indischen Kultur hinzugeben. Diese Stadt ist ein Muss für alle Musikliebhaber und der beste Ort, um die Tabla oder Sitar spielen zu lernen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, sollte man in einem Kloster wohnen. Varanasi ist ein spirituelles Zentrum für alle Religionen, nicht nur den Hinduismus. Sie wird auch „Stadt der Tempel" genannt und tatsächlich gibt es Tempel für jegliche Kulturen, und Menschen aus der ganzen Welt kommen hierher, nur um diese heiligen Stätten zu besuchen. Varanasi ist oft der Ausgangspunkt für eine Meditationsreise ins nahe gelegene Bodhgaya, wo der Mahabodhi Baum steht - wo Buddha die Erleuchtung fand.

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