Mit Sicherheit keine schläfrige Stadt
Egal, wie man es betrachtet: Montevideo hat Charme. Die kleine Stadt - seine Bevölkerung überschreitet nur minimal die Millionen-Grenze - hat freundliche Einwohner und von Bäumen gesäumte Straßen, die von Cafés und Buchhandlungen geziert werden. Die Ciudad Vieja macht den Weg frei für kunstvolle Gebäude, die runter zum Haupthafen Uruguays führen. In dieser Gegend lässt der Mercado del Puerto Fleischesser nach den angebotenen Möglichkeiten lechzen; später, nach Einbruch der Dunkelheit und nur ein paar Blocks entfernt, werden die Fensterläden geschlossen, und es öffnen sich andere Pforten - das Nachtleben beginnt. Es überrascht nicht, dass Montevideo routinemäßig zur lateinamerikanischen Stadt mit der höchsten Lebensqualität erklärt wird. Angesichts der ethnischen Mischung der Stadtbewohner sei es einem verziehen, wenn man denkt, man sei in Europa; in einem Café in der Ciudad Vieja auf einen starken Kaffe vorbeizuschauen ist ein bisschen wie in manchen Teilen Lissabons. Beginnt man an der Plaza de Independecia mit dem emporragenden Edificio Salvo - einst das höchste Gebäude Südamerikas - kann man sich die vielen Dinge, die ins Auge fallen, aussuchen, sei es ein Theater, ein Monument, ein Museum oder eine Buchhandlung. An einem Sonntag sollte man nicht den La Feria de Tristán Narvaja-Flohmarkt verpassen, wo alle möglichen Händler mit Antiquitäten, Erbstücken und Kuriositäten hausieren gehen. Flaniert man die rambla entlang, an der Küste mit ihren tollen Stränden, wirkt es, als ob man sich alles wünschen könnte - und man es bekommt. Es ist ein Privileg, hier zu sein.


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