Langhäuser und Tropfsteinhöhlen. Auf Borneo waren die Urgroßväter noch Kopfjäger. Heute sind die einst erbeuteten Schädel eine Touristenattraktion
Sarawak ist mit rund 125 000 km² nur wenig kleiner als Westmalaysia. Auf der Halbinsel leben allerdings zehnmal mehr Menschen als in Sarawak, wo sich die 2,1 Mio. Einwohner in den Städten der Küstenregion konzentrieren. Die meisten der 27 Volksgruppen sind sesshaft. Sie bauen Reis, Pfeffer und Kakao an und wohnen in Langhäusern an Flüssen. Wie im benachbarten Sabah ist die Kopfjagd abgeschafft. Ein Großteil der Iban (rund ein Drittel der Bevölkerung) pflegt als Animisten aber nach wie vor eine spirituelle Beziehung zu den Ahnen und zur Natur.Als Sarawak 1963 der Malaysischen Föderation beitrat, wurde vereinbart, dass Gewinne aus der Nutzung natürlicher Ressourcen unter allen Bundesstaaten aufzuteilen sind - Sarawak ist reich an Erd-öl, Erdgas und Holz. Die Nutzung der Wälder birgt freilich auch Konflikte mit den Einheimischen: Durch die Arbeit der Holzfäller werden Flüsse verschmutzt, Gräber im Urwald zerstört und Tiere verscheucht.Sarawak wirkt absolut faszinierend: Die Hauptstadt Kuching stammt aus der Brooke-Ära (1841 bis 1945), als das Land von britischen »Rajas« regiert wurde. Von der Boomtown Miri gelangt man zu den imposanten Höhlen im Gunung Mulu National Park, und es lockt ein Abstecher nach Brunei. Natur pur bietet der Bako National Park. Wer sich an eine der zahlreichen Reiseagenturen wendet, kann auch Abenteuertouren in entlegene Regenwaldgebiete unternehmen.

