Kuta hat immer noch den schönsten Strand Balis, der sich in einer sanften Kurve vom Flughafen und Tuban Richtung Nordwesten über Legian und Seminyak zieht und von dort bis zum Tanah Lot. Die Brandung ist aufregend bis gefährlich, der Sonnenuntergang spektakulär. Zwischen eingeölten Touristen bieten Balinesinnen Massagen an, javanische Händler versuchen, gefälschte Rolex- oder Cartier-Uhren zu verkaufen. Überfüllt ist der Strand nur im Süden, Richtung Seminyak wird er leerer. Kuta wächst nach Norden hin immer weiter zu. Ein gutes Beispiel dafür ist die Jl. Abimanyu: Vor mehreren Jahren war sie noch eine stille Dorfstraße in Seminyak, auf der man zwischen Reisfeldern zu seinem Strandlosmen ging. Inzwischen säumen nicht nur rechts und links Restaurants, Losmen und Shops die Straße, auch das Zentrum des nächtlichen Vergnügens hat sich mit einer großen Zahl von Diskos und Bars hierher verlagert.
Aus einem kleinen Fischerdorf, das im Schatten des mächtigen Fürstenhofes von Badung lag, wurde über Nacht ein Touristenmekka. In den 1930er-Jahren war Kuta ein verträumter Ort, Treffpunkt von reichen Weltenbummlern, die in das kleine Kuta Beach Hotel kamen. Im Krieg wurde es von den Japanern zerstört. Bis in die 1960er-Jahre gab es keinen Tourismus auf Bali, dann entdeckten Rucksacktouristen und australische Surfer Kuta. Rasch entstanden an dem leeren Küstenstreifen Pensionen (Homestays, Losmen), Restaurants und Läden. Es hatte sich herumgesprochen, dass es in Asien diese wunderbare tropische Insel gibt, auf der man für nur wenig Geld unter (fast) ewiger Sonne leben konnte.
Aus Kuta wurde der Rummelplatz Balis: eine Ansammlung von kleinen Shops, Schnellrestaurants und Spielhöllen, Bars und Diskotheken, Losmen und großen Hotels. Gamelanorchester versuchen, sich am Abend gegen die Rockmusik durchzusetzen. Doch nicht nur Touristen übervölkern diesen Ort, auch Javaner sind von der Nachbarinsel gekommen, um hier schnelle Rupiahs zu machen.
Dann der Bombenanschlag im Jahr 2002. Der leere Platz, den die Bomben verursacht haben, wurde nicht wieder bebaut, gegenüber wurde ein Denkmal für die Opfer errichtet.
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