Eine altdeutsche Bilderbuchstadt im ewigen Wind
Ein so typisch altdeutsches Städtchen (25 000 Ew.) wird man selbst in Deutschland vergeblich suchen. Das Stadtbild entstand zwischen 1908 und 1914 und ist auch heute noch authentisch erhalten. Eine melancholisch anmutende Stimmung liegt über den sanddurchwehten Straßen und sandgepuderten, aber gepflegten Häusern. Wer spätabends durch die Straßen streift, wird schnell von einer erst romantisch, dann ungewohnt wirkenden Einsamkeit eingeholt. In Lüderitz werden die Bürgersteige zeitig »hochgeklappt«, in den paar Restaurants und Kneipen ist nicht viel los, aber über der Stadt steht bei Dunkelheit verlässlich das bekannteste Sternbild des Südhimmels, das Kreuz des Südens. Es leuchtet auch über den Townships der Schwarzen, Benguela und Nautilus, die der Stadt vorgelagert sind.
Die Arbeitslosigkeit ist in Lüderitz besonders hoch, die Hoffnungen der Einheimischen richten sich vor allem auf die Japaner und ihr Interesse an Langusten sowie auf die deutschen Touristen. Um die Stadt attraktiver zu machen, wurde eine Waterfront nach Kapstadter Vorbild (aber kleiner!) gebaut. Dazu wurden die alten Hafengebäude restauriert, die Geschäfte und Kneipen sollen die Besucher anlocken.


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