Der Victoria-See
Der Westen Kenias gehört zu den von Touristen selten besuchten Regionen des Landes. Zu Unrecht. Es ist eine kontrastreiche, reizvolle Landschaft: fruchtbares Farmland, satt-grüne Teeplantagen bei Kericho, tropischer Regenwald in der Kakamega Forest Reserve, ein nahezu unberührter Nationalpark, der Mount Elgon an der Grenze zu Uganda - und der Victoria-See, der größte Süßwassersee Afrikas, der zweitgrößte der Welt. Er erstreckt sich über Kenias Grenze hinweg nach Tansania und Uganda und umfasst eine Gesamtfläche von der Größe Bayerns. Den Namen gab ihm der erste Europäer, der auf der Suche nach den geheimnisvollen Quellen des Nils an seine Ufer kam: der Engländer John Hanning Speke. Er widmete die »Entdeckung« seiner Königin Victoria.Die Seeregion ist die Heimat des viertgrößten Stammes Kenias, der Luo, was so viel heißt wie »Fischesser«. Fischfang ist neben der Rinderzucht für viele in den kleinen Orten am See noch immer die Lebensgrundlage. Die Fischerdörfer sind nur über kleine Pisten zu erreichen und ihre Bewohner zumeist abgeschnitten von den Errungenschaften der Zivilisation - tief verwurzelt in Glaube und Kultur der Vorväter. Hier ist man z. B. davon überzeugt, dass eine Python die heilige Beschützerin eines Ortes ist, und opfert ihr kostbare Hühner. Hier muss jeder Mann, auch wenn er im fernen Nairobi stirbt, zurücktransportiert und dort begraben werden, wo er geboren wurde - wenn nicht, wird sein Geist die Familie verfolgen.Eine Warnung: Baden Sie nicht im See, das Wasser ist an vielen Stellenmit Bilharziose-Parasiten verseucht. Auch die Malariaprophylaxe sollte beachtet werden.

