Safari-Hauptstadt der Welt
Nairobi ist Kenias Metropole und mit 2,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt Ostafrikas. Nairobi liegt rund 150 km vom Äquator entfernt, auf 1600 m Höhe, mit gemäßigtem, angenehmem Klima, eingebett in eine reizvolle Landschaft zwischen der Hügelkette der Ngong-Berge auf der einen und der offenen Savanne des Nationalparks auf der anderen Seite. Eine Stadt, die aus den Nähten platzt: Fährt man vom 15 km entfernten Flughafen Jomo Kenyatta ins Zentrum, erreicht man schon nach wenigen Kilometern ein Industrieviertel, dort wo sich noch vor wenigen Jahren Savanne erstreckte. Je näher man dem Zentrum kommt, desto dichter wird der Verkehr. LKW, Busse, Matatus vor allem, Sammeltaxis, die sich hupend ihren Weg durch die Blechlawine erzwingen.
Wer länger auf Safari war, kann in Nairobi wieder »auftanken«: Hier finden Sie Banken und Wechselstuben, diplomatische Vertretungen, Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Buchläden, Internetcafés, Geschäfte, in denen es alles zu kaufen gibt, was auch in Europa im Angebot ist, sowie Restaurants, in denen die Küchen aller Kontinente vertreten sind: indisch, chinesisch, japanisch, italienisch oder mexikanisch.
Nairobi - der Name ist abgeleitet von Enkare Nyrobi aus der Masai-Sprache und heißt »Ort des kalten Wassers«. Das Dreieck zwischen Uhuru Highway, Haile Selassie Avenue, Tom Mboya Street und University Way bildet das Zentrum der Stadt. Hier beherrschen moderne Hochhäuser das Straßenbild, mit spiegelnden Glas- und Stahlfassaden, Bürogebäude, Ministerien, Geschäfte und Hotels der gehobenen Preisklasse. Eine Narbe im Stadtbild ist hier der Platz, an dem eine gewaltige Bombe, vermutlich von Anhängern Osama Bin Ladens gezündet, die US-Botschaft in Trümmer legte.
Weiter nördlich schließen sich an: die Universität, der staatliche Fernseh- und Rundfunksender, eines der ältesten und nobelsten Hotels der Stadt, das Norfolk, und schließlich das National Museum. Westlich von Uhuru Highway und Park folgen weitere Hotels der Luxusklasse und Krankenhäuser. Dahinter liegen Kilimani, Upper Hill und Hurlingham, Wohnviertel der schwarzen Mittelklasse. Hinter Nairobi Hill, dem ältesten Wohnviertel der Europäer, dehnen sich mit Lavington, Spring Valley und Upper Parklands Wohngegenden der besser Verdienenden aus.
Nairobi ist eine kosmopolitische Stadt. Hier leben auch viele Afrikaner aus den Nachbarländern Äthiopien, Somalia und Uganda - Flüchtlinge zumeist -, eine große Zahl von Asians und eine weiße Minderheit, Engländer vor allem, in der zweiten und dritten Generation in Kenia. Doch man lebt meist neben- nicht miteinander. Vornehme Villen auf parkgroßen Grundstücken, mit Tropengärten, Pools, Ställen und Tennisplätzen, von Dienstpersonal umhegt, von Sicherheitsleuten bewacht: Das ist das Bild in Karen im Südwesten, dem vornehmsten Viertel, das ausschließlich der noch immer überwiegend weißen Upper Class vorbehalten ist. Am anderen Ende der sozialen Skala: die nur von Afrikanern bewohnten Viertel Eastleigh und Pangani und der trostlose, stetig wachsende Elendsgürtel. Die größten Slumviertel sind Mathare Valley und Kibera. Deren Bewohner kommen in der amtlichen Statistik nicht vor. Eine Million Menschen, so vorsichtige Schätzungen, leben in den Slums, in Behausungen aus Pappe, Wellblech, Plastiksäcken, ohne Strom, ohne Wasserversorgung, ohne sanitäre Anlagen - und ohne Zukunft. Hohe Arbeitslosigkeit, Armut, eine Existenz am Rande der Gesellschaft - all das Ursachen für die hohe Kriminalitätsrate. Einbrüche, Überfälle, Vergewaltigungen, Autodiebstähle gehören zum Alltag. Die Konsequenz: Unübersehbar sind die Heerscharen von Wachpersonal, die zum Schichtwechsel morgens und abends zu ihren Arbeitsplätzen in die Wohnviertel marschieren. In den besseren Bezirken verschanzen sich die Bewohner hinter Stacheldraht und Alarmanlagen. Soweit möglich, meidet man das Stadtzentrum. Vieles hat sich auf die Außenbezirke verlagert, besonders nach Westlands. Läden, Cafés, Restaurants, Bars - in Westlands ist ein neues Zentrum entstanden.
Natürlich kann man sich auch in Nairobi bewegen, ohne Angst haben zu müssen, gleich überfallen zu werden. Vorausgesetzt, man beachtet ein paar Vorsichtsmaßnahmen: Die teure Uhr, der Schmuck und die prall gefüllte Brieftasche sollten im Hotelsafe bleiben. Abends nicht zu Fuß durch die Stadt gehen, sondern ein Taxi nehmen, das zweifelsfrei auch ein Taxi ist. Einige Viertel am besten meiden, wie die River Road, den Uhuru Park nach Einbruch der Dunkelheit und Mathare Valley und Kibera. Am besten, man macht es wie die Einheimischen und bevorzugt besonders abends das Angebot außerhalb des Stadtzentrums, wie etwa in Westlands....


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