Mondlandschaften mit Vulkankegeln - Chiles Norden ist ein bizarrer Ort für das Gespräch mit der Erde.
Er überwältigt zuallererst mit seinen Dimensionen. Endlose Geröllfelder und Sanddünen ziehen am Busfenster vorbei. Dabei ist die Atacamawüste, einer der trockensten Orte der Welt, alles andere als monoton: Die Kräfte der Erde haben eine abwechslungsreiche Landschaft geformt, und die ewige Sonne taucht die zerklüfteten Gefilde mal in grelles Flimmern, mal in rötlichen Glanz. Staubbleiche, unter den Wüstenwind geduckte Hütten zeigen die spärliche Präsenz des Menschen an. Siedlungen konzentrieren sich um die Kupferminen und -häfen, in den fruchtbaren Flusstälern und den grünen Oasen.Alle paar Jahre, wenn sich mit dem Klimakobold El Niño Regenwolken in die Atacama verirren, sprießen plötzlich die im Wüstensand schlummernden Pflanzensamen und zaubern bunte Blütenteppiche ins graugelbe Einerlei - ein Fest, nicht nur für Botaniker! Der Desierto Florido lässt sich nach Winterregen im September/Oktober und am besten zwischen Copiapó und La Serena beobachten. Die Wüste ist eingebettet zwischen Pazifik und Küstenkordillere sowie dem Altiplano, der vergleichsweise grünen, tierreichen Anden-Hochebene auf 4200 m, über der schneebedeckte Vulkane aufragen. Einsame Felsenstrände locken ebenso wie verlassene Salpeterminen, Mumien und Geysire.

