Herrlich ist bereits die etwa sechsstündige Anreise von San José nach Golfito, quer durch Costa Ricas unterschiedliche Landschaftstypen. Zunächst geht es in Serpentinen auf den höchsten Pass des Landes, den 3491 m hohen, meist nebelverhangenen Cerro de la Muerte, dann durch enge Kurven in das Valle del General. Kilometerweit erstrecken sich grüne Ananasfelder über die rote Erde. Im Nationalpark La Amistad folgt die Straße Flussläufen und passiert mehrere Wasserfälle. Ab Palmar Norte wird es schwül, die Vegetation tropisch: Orchideen, Bananen, Palmen. Bald wird der Blick frei für den Golfo Dulce und Golfito.
Sie ist heute die kleinste Hafenstadt des Landes. Ein halbes Jahrhundert zuvor avancierte der Hafen zur Nummer eins beim Bananentransport, 20 000 Menschen ließen sich in der Umgebung nieder, in der Altstadt eröffneten Bars und Bordelle. Heute geht es ruhiger zu in Pueblo Cívico, wie die Altstadt genannt wird. Nur noch die großen Häuser im Norden von Golfito erinnern an die mit Schule und Krankenhaus ausgestattete Siedlung der US-Angestellten. Eine neu errichtete Freihandelszone (depósito, zollfreies Einkaufen) und der Ausbau des Tourismus sollen Besucher bringen und Arbeitsplätze erschließen.
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