Grenzenlose - Schon kurz hinter der Stadtgrenze von Tijuana beginnt die Einsamkeit.
Niederkalifornien oder, wie die Mexikaner sagen, Baja California erstreckt sich wie ein langer Finger rund 1300 km in den Pazifischen Ozean. Die im Durchschnitt nur 90 km breite Halbinsel ist eine Welt für sich: Während die Landschaft mit ihren verschiedenen Braun-in-braun-Tönen, mit Dornensträuchern, Kaktushainen und kahlen Felsformationen einen fast lebensfeindlichen Eindruck erweckt, ist die Tierwelt an den beiden Küsten von großer Mannigfaltigkeit. Das mexikanische Tourismusministerium will gegen den Widerstand von Umweltschützern entlang der Küste von Baja California ein touristisches Mammutprogramm durchführen. Die »Escalera Náutica« soll 27 Yachthäfen umfassen, die pro Jahr 60 000 Sportboote aus den USA aufnehmen können. Mit den dazugehörigen Straßen wird das Projekt auf fast 2 Mia. Dollar geschätzt.Seitdem auch Chartermaschinen Los Cabos anfliegen, boomt die Gegend. Manche einsam gelegenen Hotels haben Teleskope aufgestellt: Die Gewässer liegen an der Route der Wale, die jährlich von Dezember bis April hierher kommen, um ihre Jungen zur Welt zu bringen.Nicht minder aufregend ist auf dem Festland die Sierra Madre Occidental, die in ihrem nördlichen Teil mit atemraubenden Schluchten aufwarten kann. Mit der Eisenbahn gelangt man zur Kupferschlucht, einem Cañon, der noch größer, noch spektakulärer ist als der viel berühmtere Grand Canyon in den USA.

