Afrokuba mit Traumküsten
Man sagt den Leuten im Osten Kubas, dem oriente, nach, es kümmere sie herzlich wenig, wer in Havanna regiert und wie. Fidel Castro stammt aus dem Oriente. Seine Wiege stand nahe der schönen Bahía de Nipe, einer Region, die, mit dem Rücken zum restlichen Kuba, aufs Meer schaut. Der mangelnde Untertanengeist hat hier historische Wurzeln. So breiteten sich in der Region schon in vorkolumbischer Zeit große eigenständige Kazikenreiche aus. Über 1500 Jahre alte indianische Friedhöfe und andere Fundstellen bei Banes und Guardalavaca zeugen von dieser Taíno-Zivilisation. Im Osten begann auch das Kolonialzeitalter: Hier ging Kolumbus an Land, hier setzte er das älteste erhaltene Holzkreuz in die Erde, auf der später mit Baracoa die erste Kolonialstadt Kubas entstand, zugleich Sitz des Gouverneurs - bis diesem Santiago de Cuba als Inselhauptstadt besser gefiel. Dort ankerten die ersten Sklavenschiffe und landeten die Flüchtlinge aus Sainte-Domingue, dem späteren Haiti, mit denen Kubas Kaffee- und Zuckerwirtschaft ihren Aufschwung nahm. Schließlich, fast ein halbes Jahrtausend, nachdem die Spanier mit der Hinrichtung des Kaziken Hatuey den indianischen Widerstand erstickt hatten, reiften hier auch die Pläne zu zwei Revolutionen.Naturfreunde können sich auf schöne Küstenstriche freuen: Westlich von Santiago de Cuba fällt die Sierra Maestra bei Kubas höchstem Gipfel, dem Pico Turquino, zu einer Steilküste und dem Cayman-Graben ab. Im äußersten Osten schufen mehrere Gebirgszüge eine von wilden Buchten und Flussmündungen geprägte Küste, die im Norden übergeht in eine Landschaft der Karstberge, Buchten und Cayos.Hauptmagnet des Ostens aber bleibt Santiago de Cuba, die »Heimat der kubanischen Musik«.

