Cayos und Koloniales
Das Herz Kubas liegt wie ein Puffer zwischen dem kosmopolitischen Havanna im Westen und dem karibischen Santiago im Osten: ruhig, ländlich, im Süden gar behäbig und bodenständig mit dem Escambray-Mittelgebirge. Im nahen Santa Clara verhalf Che Guevara mit seiner erfolgreichen Offensive einst der Revolution zum Sieg. Stauseen verleihen der Berglandschaft einen Hauch Schwermut, der sich an der Südküste allerdings schnell auflöst. Cienfuegos, der alte Zuckerhafen des Südens, glänzt mit einem aufpolierten Zentrum und pulsierendem Leben. Nur eine Autostunde weiter südlich erhebt sich auf einem Hügel das koloniale Altstadtkleinod Trinidad mit Kirchen und aristokratischen Wohnpalästen, die vom verblichenen Glanz der Zeiten des Zuckerbooms zu Anfang des 19. Jhs. erzählen. Und Camagüey, die »goldene Mitte« und drittgrößte Stadt Kubas, besticht mit einer lebendigen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwartskultur.Die Neuzeit hat ihre Domäne hoch im Norden, wo sich der lang gestreckte Archipiélago de Camagüey vor die Küste legt, durch zwei Landbrücken mit der Hauptinsel verbunden. Ungezählte kleine cayos, Koralleninseln mit schneeweißen Stränden, liegen hier wie Glieder einer Kette, von Riffen gesäumt in glasklarem Wasser an der Meerenge zu den Bahamas: ein Paradies für Schnorchler, Taucher und Hochseefischer. Hier haben sich Cayo Coco, Cayo Guillermo und Cayo Santa María mit erstklassigen Ferienresorts zu touristischen Zielen entwickelt. Kubaner benötigen eine Sondergenehmigung, wenn sie die Inseln besuchen wollen. Am östlichen Ende der schon im 17. Jh. zu Ehren des spanischen Königs »Jardines del Rey« benannten Inselkette liegt Playa Santa Lucía, ebenfalls ein beliebter Ferienort, z. B. für Taucher und Naturfreunde.

