Trotz ihrer Größe (rund 300 000 Ew.) besitzt die Stadt im Herzen Kubas den Charme einer historisch gewachsenen Provinzmetropole. Ihr Wahrzeichen sind die tinajones, große Tonkrüge, in denen die Reichen zur Regenzeit Wasser sammelten. Diego de Velázquez gründete die Stadt 1515 unter dem Namen Santa María Puerto Príncipe an der Küste. Wegen vieler Piratenüberfälle und der sumpfigen Umgebung wurde sie 1516 an das Ufer des Río Caonao und 1528 ins Landesinnere an ihren jetzigen Platz verlegt. 1923 erhielt sie den heutigen Namen - nach einem Kaziken aus vorkolumbischer Zeit. Eine aristokratische spanische Oberschicht, die überwiegend aus Toledo stammte, kam hier mit Zuckerrohranbau und Viehzucht zu Wohlstand, der sich u. a. in einem regen kulturellen Leben manifestierte. Camagüey ist die Heimat des berühmten Dichters Nicolás Guillén (1902-89), des Entdeckers des Gelbfieberimpfstoffs Carlos F. Finlay (1833-1915) und des Freiheitskämpfers Ignacio Agramonte (1841 bis 73).
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