Auf Spurensuche in der Megalopolis
Die richtige Einstimmung auf São Paulo gewinnen Sie beim Anflug aus Rio de Janeiro. Wie eine Riesenpizza aus Beton und Asphalt dehnt sich die größte Metropole des Subkontinents aus. In diesem Großstadtdschungel leben und arbeiten mehr als 10 Mio. Paulistas. Aber São Paulo ist ein gut organisiertes Chaos: Hier schreit keiner, niemand drängt sich auf. Man geht leise miteinander um, reiht sich ein, stellt sich an. Die Männer tragen Anzüge in gedeckten Farben. Die Taxis haben Taxameter, die Metro hält den Fahrplan ein - für brasilianische Verhältnisse geht's zu wie in Hamburg: korrekt, aber etwas steif.Arbeit und Brot - deshalb ziehen die Menschen in die Stadt. Selbst in den schlimmen Baracken am Stadtrand hoffen sie, ein besseres Leben zu finden. Im Umfeld von São Paulo werden 60 Prozent des industriellen Umsatzes von Brasilien erarbeitet und 50 Prozent der Energie verbraucht. Schwerindustrie, Fahrzeugbau, Stahl- und Textilkombinate, Chemiekonzerne, Papiermühlen, Banken und Versicherungen sind in und um São Paulo so zahlreich vertreten wie in allen übrigen brasilianischen Bundesstaaten zusammen.


