Die enormen Wasserfälle von Iguazú sind Argentiniens tropisches Paradies
Das argentinische Mesopotamien wird durch die Flüsse Paraná und Uruguay begrenzt, die über weite Strecken hinweg auch die Landesgrenzen zu Uruguay, Brasilien und Paraguay bilden.
Zwischen diesen beiden gewaltigen Strömen liegen die Provinzen Entre Ríos, Corrientes und Misiones. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten bildeten sie eine isolierte Halbinsel, die nur zu Brasilien einen Grenzübertritt auf dem Landweg erlaubte. Heute ist das argentinische Mesopotamien über gewaltige Brücken und einen Unterwassertunnel von Santa Fe nach Paraná ans restliche Staatsgebiet Argentiniens angeschlossen.
Die wichtigsten Orte der drei Provinzen sind durch ein dichtes Omnibusnetz miteinander verbunden. Die Hauptstädte und Puerto Iguazú werden außerdem täglich von den Fluglinien Aerolíneas Argentinas, Lan und Austral angeflogen.
Das Zweistromland übt durch die träge Schönheit der beiden Ströme und seine tropische Atmosphäre einen besonderen Reiz aus. Die Luft ist schwül und angefüllt mit dem Aroma unzähliger Blüten. Abends tanzt man Chamamé oder trifft sich mit den Nachbarn vorm Hauseingang auf einen Mate. Die Stadt Corrientes hat sich vor allem wegen ihres farbenfrohen Karnevals einen Namen gemacht.
Landwirtschaftlich sind diese Provinzen von großer Bedeutung. In Entre Ríos werden vorwiegend Soja, Flachs, Zitrusfrüchte und Sonnenblumen angebaut, während sich das morastige Corrientes eher für den Anbau von Reis eignet, aber auch riesige Tabakpflanzungen zu bieten hat. Zu den wirtschaftlichen Stützpfeilern von Misiones gehören der Anbau von Yerba Mate und der Holzeinschlag. Der Reichtum an Edelhölzern scheint der Provinz allerdings zum Fluch zu werden, denn geschützt wird der subtropische Regenwald lediglich im Nationalpark Iguazú. Außerhalb aber wird allerorten Raubbau an den Urwaldriesen getrieben.
Auch die Wildtiere dieser einzigen tropischen Region Argentiniens sind ohne Ausnahme vom Aussterben bedroht: Puma, Ozelot, Wildkatze und Jaguar werden wegen ihrer wertvollen Felle gnadenlos verfolgt. Ähnlich bedenklich steht es um zahlreiche Papageienarten, die ihre Käufer in Europa und Nordamerika finden.
Trotzdem ist eine Reise nach Misiones ein unvergleichliches Erlebnis. Die Provinz besitzt mit den Wasserfällen von Iguazú eines der großartigsten Naturspektakel Lateinamerikas. Im Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay stürzen sich insgesamt 275 Wasserfälle 70 m in die Tiefe. Gleichzeitig ist die Provinz mit den Ruinen ehemaliger Missionsstädte aus dem 17. Jh. übersät, die zum Teil noch so gut erhalten sind, dass man eine lebhafte Vorstellung davon erhält, wie die Guaraníindianer in ihnen gelebt und gearbeitet haben....

