Das Seebad Mar del Plata (540000 Ew.), einst die Stadt der Freude genannt und das reinste Mekka für phantasievolle Architekten, besitzt mittlerweile eine beängstigende Skyline.
Die Stadt scheint nur noch aus Hoteltürmen und Einkaufszentren zu bestehen. Längst ist die Zeit vorbei, als sich wohlhabende porteños hier ihre Wochenendhäuser bauen ließen. Heute ist Mar del Plata hauptsächlich ein Ferienort für Familien aus ganz Argentinien, während sich die Schickeria vorwiegend an Uruguays Strände, etwa nach Punta del Este, zurückgezogen hat.
An den langen, feinsandigen Stränden ziehen sich wie ein Gürtel Badehäuschen und Strandzelte um den Ort und versperren die Sicht auf den tobenden Atlantik. Besonders beliebt bei den Besuchern sind die hoffnungslos überfüllten Strände Playa Bristol und Playa Popular, an denen das Hotel Provincial und das Kasino stehen. Mar del Plata muss zu Saisonzeiten von Anfang November bis Ostern den Ansturm von 3 Mio. Badegästen über sich ergehen lassen. Gäste, die gar nicht daran denken, sich gleichmäßig über die 20 km Sandstrand zu verteilen. Immer wieder sieht man Gruppen von applaudierenden Jugendlichen durch die Sonnenbadenden schreiten. Das bedeutet: Hier ist ein Kind verloren gegangen! Mit dem Kleinen auf den Schultern versucht man nun, durch Klatschen seine Familie wiederzufinden. Auch im Stadtzentrum herrscht Gedränge in den Einkaufszentren der Fußgängerzonen. Wie die meisten Städte Argentiniens ist auch Mar del Plata im Schachbrettmuster angelegt worden.
Im Winter, sagen die Einheimischen, kann man das wirkliche Mar del Plata erleben, die Stadt der Fischer und Hafenarbeiter. Dann wird es sogar so still, dass man abends das Meer rauschen hört. Die Hotelburgen stehen dann ab April leer, und viele Geschäfte und Restaurants sind geschlossen.
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