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Sri Lanka

Sri Lanka

von Marcopolo

Die Insel lächelt wieder: neue Hoffnung, neue Qualität, neue Trends

Wie eine Perle, so wirkt es auf der Landkarte, hängt die Tropeninsel am indischen Subkontinent - in Äquatornähe, wo seit altersher an weißen Palmenstränden und auf legendären Bergspitzen das Paradies vermutet wurde. Keinem anderen Land hat man schönere Namen gegeben. In der Antike war vom Teich der roten Lotosblüten die Rede, von Lankadiva, der Insel der Götter, von Taprobane, dem kupferfarbenen Land. Auch Sri Lanka, der neue alte Staatsname, hat eine poetische Bedeutung: Strahlend schönes Land heißt, frei übersetzt, die Insel, die einige Jahrhunderte, während der europäischen Kolonialherrschaft, unter dem Namen Ceylon bekannt war. Auch dieser Begriff wurde immer wieder, wie in den Legenden aus uralten Zeiten, mit dem Garten Eden verglichen.

»Es ist das Paradies, wahrhaftig, es ist das Paradies«, soll Hermann Hesse ausgerufen haben, als er 1911 mit dem Schiff Colombo erreichte. Wie der Dichter des »Siddharta« und spätere Literaturnobelpreisträger haben viele frühe Reisende geschwärmt. Der große Naturforscher Ernst Haeckel hat vor etwas über 100 Jahren mehrere Monate im Süden der Insel verbracht, in Weligama, dem berühmten Ort der Stelzenfischer, den er Bellagama nannte, das schöne Dorf. Und Wilhelm Geiger, um die Wende zum 20. Jh. Deutschlands bedeutendster Indologe, schrieb gleich nach der Ankunft in sein Tagebuch: »Zum erstenmal sah ich hier den ganzen märchenhaften, Augen und Sinne bestrickenden Zauber tropischer Vegetation.«

Ausgerechnet auf dieser von der Natur so üppig ausgestatteten Insel, mit den Zeugnissen einer weltweit bewunderten Hochkultur und den vielen Tempeln und Heiligtümern friedfertiger Weltanschauungen gesegnet, ausgerechnet hier war oft genug die Hölle los. Von 1983 bis 2003 hat ein blutiger Bürgerkrieg etwa 70 000 Opfer gefordert und das Land und seine Wirtschaftsentwicklung gelähmt. Auch der Tourismus, nach Agrarprodukten wie Tee, Kokos oder Kautschuk wichtigster Devisenbringer, litt erheblich unter dem Bruderkampf. Die singhalesisch dominierte Staatsmacht versuchte, sich mit hartem Einsatz der tamilischen Separatisten zu erwehren. Diese, Mitglieder der größten Minderheit im Vielvölkerstaat, kämpften 20 Jahre, vorwiegend mit den Mitteln des Terrors, um einen eigenen Staat im Norden und Osten. Als endlich, nach erfolgreicher Vermittlung durch die Norweger, die Waffen schwiegen und sich die Menschen auf der Insel und ihre Besucher und Freunde endlich Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden und damit auf einen ökonomischen Aufschwung machten, warf der Tsunami das Land erneut zurück. Eine gewaltige Flutwelle, ausgelöst durch ein Seebeben vor Sumatra, hinterließ am Morgen des 26. Dezember 2004 binnen einer halben Stunde etwa 35 000 Tote, einige Hunderttausend Obdachlose und schwere Verwüstungen in fast allen Küstenregionen. Aber kurz darauf setzte eine zweite Welle ein, diesmal die der Hilfsbereitschaft, die alle Dimensionen der bis dahin gekannten weltweiten Solidarität sprengte. Schon im Sommer 2005 waren viele Strandhotels wieder geöffnet, die Infrastrukturen, vor allem an der touristisch bedeutsamen Südwestküste, weit gehend wieder hergestellt. Die Besucher treffen erneut - vielleicht sogar jetzt erst recht - auf Gastgeber, die sie besonders herzlich willkommen heißen, die ihnen ihre längst wieder aufgeräumten Küsten und natürlich auch das unzerstörte Land hinterm Strand (95 Prozent der Insel) zeigen wollen: die Teegärten und Reisterrassen, die Stauseen aus der Antike, das Bergland mit Dschungeln und den Resten des ursprünglichen Regenwalds, gewaltige Wasserfälle, wildreiche Nationalparks mit Savannen und Mangroven. Immer häufiger machen sich die Urlauber für ein paar Tage vom Strand auf, um aktiv und zugleich behutsam diese Natur kennen zu lernen. Sie wandern über die Hochebenen, sie fahren mit Kanus und Schlauchbooten die Flüsse entlang, sie nähern sich auf die landestypische Weise mit dem Bus und vor allem mit der Bahn den kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten. Auch die individuellen Rundreisen mit einem Mietwagen erschließen Land und Leute auf ideale und immer noch preiswerte Weise.

Inmitten der grünen Vielfalt liegen überall großartige Monumente einer jahrtausendealten Hochkultur, die vor allem in der Landesmitte buddhistisch geprägt ist. Die Urlauber schauen in ihren Hotels, in den Dörfern und den moderner werdenden Städten in die lächelnden Gesichter sanft wirkender Menschen. Und sie werden kaum sagen können, ob es Tamilen oder Singhalesen, Hindus, Muslime oder Buddhisten sind.

Sri Lanka, das auch einmal die Perle der Welt genannt worden ist, wird wohl nie das Paradies gewesen sein, das hier so oft beschworen wurde. Aber wer mit offenen Sinnen durchs Land reist, wird bald zustimmen: An vielen Stellen kommt die Insel unserer Vorstellung vom Garten Eden, allen Problemen zum Trotz, doch ziemlich nahe.

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Sri Lanka Fakten

  • Hauptstadt: Sri Jayewardenepura Kotte
  • Einwohnerzahl: 20926315
  • Fläche: 65610
  • Zeitzone: UTC +5,5h
  • Sprachen: Sinhala 74% (Amtssprache),Tamil 18%, Englisch ist gebräuchlich
  • Religionen: Buddhisten 70%, Islam 8%, Hindus 7%, Christen 6%
  • BIP pro Kopf: 5271
  • Alphabetisierung: 90.4
  • Stromspannung: 230 V (50 Hz)
  • Steckdosen: D
  • Telefonvorwahl: 94
  • Internet-Endung: .lk

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