Der kurze Flug von Lima führt in eine beschauliche Kolonialstadt (120 000 Ew.) in einem Hochtal der Anden auf 2746 m Höhe. Während der Kolonialzeit war sie ein wichtiger Brückenkopf zwischen Lima und Cuzco. Über 30 prächtige Kirchen und die prunkvollen Prozessionen zur Karwoche erinnern an diese Glanzzeit. Die Verbindungsstraße führte damals noch über zahlreiche Schluchten und alte Inka-Hängebrücken - wie jene von San Luis Rey, die am 20. Juli 1714 riss und fünf Reisende mit in den Abgrund nahm - ein Unglück, das Thornton Wilder in »Die Brücke von San Luis Rey« literarisch verewigt hat.
Ayacucho hieß ursprünglich Huamanga und wurde erst 1824 umbenannt, nachdem der venezolanische Freiheitskämpfer José Antonio de Sucre in der nahen Pampa de Quinea einen entscheidenden Sieg für die Unabhängigkeit Perus davongetragen hatte. In den 1980er-Jahren litt die Universitätsstadt unter dem Ruf, das geistige Zentrum der maoistischen Terrororganisation »Sendero Luminoso« gewesen zu sein. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Auch sind viele Künstler, die damals wegen der ständigen Razzien aus der Stadt geflohen waren, wiedergekehrt und haben sich im nahen Quinua niedergelassen.
Ayacucho ist der Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Ruinen der Wari-Kultur (600 bis 1100 n. Chr.), die lange vor den Inka schon Städte mit einem Straßennetz verbunden hatten. Wer etwas Zeit mitbringt, kann von hier aus auch die Inkaruinen von Vilcas Huaman besuchen oder im Nationalpark Titankas die größte Ansammlung der mächtigen Bromeliaceenart Puya raimondii bestaunen.
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