Auf den Spuren des Urkontinents Gondwanaland - keine der tropischen Inseln gleicht der anderen
Die Seychellen sind kein Reiseziel, in dem es »nur« Sonne, Sand und Meer gibt. Der Zauber, den die Inseln im Indischen Ozean versprühen, rührt nicht nur daher. Es ist auch die satte tropische Vegetation, es sind die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt die freundlichen, lebenslustigen Menschen, die eine Reise in den Archipel vor der afrikanischen Küste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Beflügelt von der Poesie, die einen überkommt, wenn man z. B. durch das Vallée de Mai auf der Insel Praslin streift, könnte man sagen: Der liebe Gott muss einen kreativen Tag gehabt haben, als er sich daran machte, die Seychellen vor der afrikanischen Küste ins Meer zu streuen. Keine Insel gleicht der anderen, auf jeder gibt es etwas Besonderes. Es wuchert üppig, und wer von jenseits des Äquators kommt, ist beeindruckt von der Vielfalt an Formen und Farben, von der Dichte und Größe der Bäume und Sträucher. Dennoch ist die Natur auf den Inseln nicht sehr artenreich und auch nicht mehr ursprünglich. Die Siedler haben den Urwald bis auf wenige Reste gerodet. Neu eingeführte Pflanzen verdrängten überdies die verbliebene einheimische Vegetation. Aber immer noch finden sich hier Pflanzen und Tiere, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Zu den etwa 80 endemischen Pflanzen zählt auch die Coco de Mer, die Seychellennuss. Selbst in Europa wurde sie zu einer gesuchten Rarität, nicht zuletzt, weil sie als Inbegriff der Fruchtbarkeit galt. Eine Besonderheit sind auch die Riesenschildkröten, »lebende Fossilien« eines längst vergangenen Erdzeitalters. Von ihnen gibt es allein auf den Seychellen mehr als 150 000 Exemplare. Einst dienten die behäbigen Tiere als lebende Wegzehrung für die Weiterfahrt über die Weltmeere. Heute steht ihrer Vermehrung niemand mehr im Wege. Unter strengen Schutz gestellt wurden auch dreizehn Landvogelarten, die es nur auf den Seychellen gibt, dazu etliche Seevögel wie die kleine Noddyseeschwalbe, die mächtigen Fregattvögel oder der Rotschwanztropikvogel. Der Tourismus soll überschaubar bleiben; Charterfluggesellschaften bekommen keine Landegenehmigung. Limitiert ist auch die Zahl der Hotelbetten, neue Unterkünfte werden nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. So wird der Besucherstrom in relativ engen Grenzen gehalten. Pro Jahr sind es nicht viel mehr als 125 000 Touristen, denen der Besuch der Inseln möglich ist. Und das, obwohl der Tourismus mittlerweile zu den wichtigsten Devisenquellen zählt....
