Zwischen Irish Stew und Haute Cuisine
Die Zutaten sind erstklassig: Irische Gewässer liefern Austern, Garnelen und Seefisch, sattgrüne Wiesen zartes Rind- und Lammfleisch. Und doch war die kulinarische Tradition in Irland einst so arm wie die Bevölkerung.
Diese Zeiten sind seit den 1990er-Jahren vorbei. Die Dubliner wurden wohlhabender und konnten sich ein gutes Restaurant leisten. Sie reisten und fanden Geschmack an den Küchen der weiten Welt. Zuwanderer aus aller Welt brachten ihre Spezialitäten auf die Grüne Insel. Als einheimische Köche schließlich die französische, asiatische und mediterrane Art entdeckten, hochwertige heimische Zutaten zu würzen und zuzubereiten, wurde die „moderne irische Küche„ geboren.
Schattenseite der Kaufkraft ist der unaufhaltsame Preisanstieg. Dublin gehört zu den teuersten Städten Europas, vor allem in der Gastronomie. Deshalb wird man, auch wenn das Essen im Restaurant gut schmeckt, im Vergleich zum deutschsprachigen Raum mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zufrieden sein.
Zum Glück gibt es aber einige Möglichkeiten, Geld zu sparen. Eine Fülle von Cafés und Pubs bieten preiswerten Mittagstisch. Abends macht das „Pre-Theatre Menu„, auch „Early Bird Menu„ genannt, ein Essen in den feinen Restaurants erschwinglich: Gäste, die bereits ab ca. 18 Uhr erscheinen, bestellen zum Festpreis zwei bis drei Gänge, müssen aber bis spätestens 20 Uhr den Tisch verlassen. Auch die vielerorts angebotenen Mittagsmenüs bieten Normalverdienern die Chance, in den besten Adressen günstiger zu speisen.
Dubliner Restaurants servieren das Mittagessen in der Regel zwischen 12 und 14 Uhr, Abendessen von etwa 18.30 bis 22, manchmal bis 23 Uhr. Die meisten Pubs in Irlands Hauptstadt öffnen ab 11 Uhr und schließen um 23.30 Uhr, freitags und samstags zwischen 0.30 und 1.30 Uhr.
Die moderneren Dubliner setzen eher auf internationale Küche und vernachlässigen ihre traditionellen Gerichte. Wenn Sie gern Irish Stew, Bangers & Mash oder Colcannon probieren wollen, ist ein Pub mit guter Hausmannskost, z.B. Porterhouse, The Stag's Head oder O'Shea's Merchant, meistens eine bessere - und günstigere - Empfehlung als die mittelmäßigen Restaurants, die irische Speisen für amerikanische Touristen auf der Suche nach ihren Wurzeln bieten. Bestellt wird im Pub meist an der Theke. Wenn Sie im Restaurant das Schild „Please wait to be seated„ sehen, warten Sie, bis die Bedienung Ihnen einen Tisch zuweist. Schauen Sie auch, ob ein „service charge„ auf der Karte ausgewiesen ist. Ist der Zuschlag für die Bedienung nicht aufgeführt und Sie waren zufrieden, ist ein Trinkgeld von etwa zehn Prozent angebracht.
Eine Menge Restaurants recht unterschiedlicher Qualität hat sich in Temple Bar angesiedelt. Nördlich der Dame Street haben sich viele Lokale zwischen der Grafton Street und der South Great George's Street etabliert. Feine Adressen sind vor allem um die Plätze Merrion Square und St. Stephen's Green zu finden. Liebhabern von Fisch und Meeresfrüchten ist ein Ausflug zur Küste bei Howth oder Sandycove zu empfehlen.