Hotels als Schauobjekte
Das gibt es wohl an keinem anderen Touristenziel: Die Hauptattraktionen sind die Hotels selbst.
Schon die ersten Hotelkasinos, die nach der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada entstanden, wurden durch ihre prunkvolle Ausstattung zu Sehenswürdigkeiten. Die Fremont Street und einige Hotels auf dem Strip vermitteln noch einen Eindruck davon, wie es früher in der Spielerstadt zuging: The Riviera zum Beispiel, auch das etwas pompösere Tropicana, das sich den neuen Trends nicht ganz entzogen hat - sie alle wurden in den 1950er-Jahren eröffnet. Die in den 80er- und 90er-Jahren entstandenen gigantischen Themenhotels locken heute nicht nur das gewöhnliche Spielerpublikum an. Manhattan-Skyline, Eiffelturm und Canal Grande in Miniaturausgabe: Las Vegas ist die Stadt der perfekten Fälschungen und Plagiate. Auch wenn es manchmal heißt, Geld töte die Phantasie, diese Stadt beweist das Gegenteil. Weiße Tiger, Hammerhaie, Achterbahnen rund ums Hotel, echte Gemälde von Monet und Renoir, Trapezkünstler über den Spieltischen, der Comer See mitten in der Wüste - wer glaubt, nun habe er alles gesehen, wird schon im nächsten Kasino neue Überraschungen erleben.
In jedem der großen Hotels könnten Sie sich tagelang umsehen und amüsieren, ohne dass es Ihnen an irgendetwas fehlen würde. Denn jedes bietet Dutzende von Geschäften, Restaurants aller Kategorien, sorgsam, oft exotisch bepflanzte Gartenanlagen, gut ausgestattete Fitnessstudios, manchmal auch Tennisplätze, exquisite Wellnessbereiche, großzügige Pools (Benutzung leider nur für Hotelgäste, aber hier und da kann man wenigstens einen Blick darauf werfen - auch das lohnt sich), Bars, Shows und mindestens eine besondere Attraktion. Höher, besser, größer, schneller heißt die Devise der Stadt. Kein Wunder, dass gerade hier die aufregendsten Vergnügungsfahrten (rides) und die fortgeschrittensten Imax-Kinos zu finden sind.
Auch im Bereich der bildenden Künste versucht die Stadt der Gigas und Megas mitzuhalten. In Las Vegas sind Werke zu sehen, wie sie sonst im Louvre oder im Vatikan hängen. In der Bellagio Gallery of Fine Art, im Guggenheim/Hermitage Museum und im Wynn Las Vegas sind weltbekannte Gemälde von Tizian oder Rembrandt, Henri Matisse oder Vincent van Gogh zu finden.
Einige Museen informieren über die Geschichte der Stadt und des Glücksspiels, zeigen die Entstehung der ersten Glitzerpaläste in der Wüste, huldigen großen Namen wie beispielsweise Liberace, die mit der Entstehung dieser Oase eng verbunden sind. Wieder andere präsentieren Kuriositäten und Devotionalien aus dem Entertainment, von maßgefertigten Limousinen bis hin zu prachtvollen Gewändern und Elvis Presleys berühmten blue suede shoes. Wagen Sie einen Blick aufs Kuriose!
Zum Beeindruckendsten, was Las Vegas zu bieten hat, gehört der Blick von einem der Aussichtstürme auf die Stadt - im Hintergrund Berge und Wüste. Ein überwältigender Kontrast, zumal, wenn die Sonne langsam sinkt und die Lichter nach und nach angehen. Auch wenn Las Vegas die Stadt der Imitationen ist, so etwas haben Sie noch nie gesehen!
Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich direkt auf dem Strip. Doch auch wenn ein Hotel direkt neben dem anderen liegt, täuschen Sie sich nicht: Die Kasinoanlagen sind so riesig, dass ein kleiner Besuch im Nachbargebäude zum langen Fußmarsch ausarten kann. Trotzdem bleiben die eigenen Beine meist das beste Fortbewegungsmittel. Erstens entgeht Ihnen so nichts, und zweitens bleiben fast alle anderen Transportmittel (Taxi, Trolley, Bus) im ständig stockenden Verkehr stecken. Eine empfehlenswerte Alternative für längere Entfernungen ist die neue Monorail.
Zu Ihrer Orientierung: Der Las Vegas Boulevard verläuft vertikal ungefähr durch die Mitte der Stadt. Er ist unterteilt in North und South. Der Strip ist ein Teil des südlichen Boulevards, deshalb die häufige Anschrift S. (= South) Las Vegas Blvd. Der Übersichtlichkeit halber haben wir den insgesamt gut 6 km langen Strip dreigeteilt und Downtown extra beschrieben.