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Wenn man mit einem der kleinen »Inselhüpfer« die Virgin Islands anfliegt, bietet sich ein bezaubernder Anblick: Unter dem Flugzeug liegen, so weit das Auge reicht, kleine, größere und winzige Inseln, dazwischen breitet sich das in allen erdenklichen Blau- und Grünschattierungen schimmernde Meer aus - durchzogen von weißen Federstrichen der Kielwasserlinien, die die Yachten hinterlassen.
Schon Kolumbus muss die immense Anzahl der Inseln beeindruckt haben, denn er benannte die Gruppe nach den elftausend Jungfrauen, die im 5. Jh. nach Chr. die Gefolgschaft der heiligen Ursula gebildet haben sollen. Übertrieben hat er damit schon ein wenig, denn es sind tatsächlich nur um die 100 Eilande, die sich östlich von Puerto Rico als nördlichste Gruppe der Kleinen Antillen aus dem Meer erheben. Geografisch bilden die Inseln eine Einheit, nur zwei liegen etwas abseits: St. Croix im Süden und Anegada im Norden. Politisch sind die Inseln zweigeteilt: im Osten die British Virgin Islands, im Westen die US Virgin Islands. Die kulturellen Unterschiede sind durch ihre Geschichte und die Auswirkungen der zwei politischen Systeme zu erklären.
Die British Virgin Islands sind ruhiger als ihre amerikanischen Schwestern. »Laid back« (»ganz entspannt«) ist die Grundeinstellung der Inselbewohner. Weder in Road Town, der Hauptstadt auf Tortola, noch in einer der Hotelanlagen oder kleineren Siedlungen kommt Hektik oder Eile auf. Unter den Einheimischen hat sich viel von der britischen Lebensart gehalten, die sich im subtropischen Klima von ihrer besten Seite zeigt.
Die Inseln liegen in zwei losen Ketten nördlich und südlich des Sir Francis Drake Channel. Die Gewässer gehören zu den besten Segelrevieren der Welt: relativ sturmsicher, navigatorisch nicht sehr fordernd und mit einer großen Auswahl an schönen Ankerplätzen in kleinen Buchten und gut ausgestatteten Marinas. Nicht ohne Grund hat hier die weltweit größte Yachtcharterfirma ihr Hauptquartier.
Nachdem Kolumbus die Inseln entdeckt hatte, blieben sie lange Zeit in spanischem Besitz. 1672 fielen sie an die englische Krone. Heute sind sie britische Kronkolonie, das heißt, die englische Königin ist nominell das Staatsoberhaupt, doch ihre inneren Angelegenheiten regeln die Inselbewohner weitgehend autonom.
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