Es ist nicht, was Sie haben auf CNN gesehen
Der landschaftlich malerische Balkanstaat Bosnien und Herzegowina wurde in den frühen 90er Jahren von einem der grausamsten Kriege der jüngeren europäischen Geschichte heimgesucht. Mit dem Zerfall Jugoslawiens 1991 begann die Tragödie am Balkan der nach Schätzungen des deutschen Auswärtigen Amtes im Krieg 1992 etwa 100.000 Menschen zum Opfer fielen und eine Flüchtlingskatastrophe mit etwa 1,325 Mio. Flüchtlingen und Vertriebenen auslöste. Die Trennung der ehemaligen Kriegsparteien und die Stabilisierung der Sicherheitslage wurde unter der Führung der NATO von 1995 an erreicht. Seit Ende 2004 sorgt die EU-geführte EUFOR für Sicherheit und Stabilität. Die Wunden des Krieges sind noch lange nicht verheilt und so werden auch Besucher oftmals an die Schrecken der jüngeren Geschichte erinnert. Nichtsdestotrotz hat sich eine rege und stetig wachsende Tourismusindustrie gebildet und vor allem die Hauptstadt Sarajewo lockt mit ihrer multikulturellen Geschichte immer mehr Reisende an.
Politisch gesehen ist Bosnien und Herzegowina heute dezentralisiert und besteht aus einem mehrheitlich serbischen (christlich orthodoxen) Landesteil, der „Republika Srpska“, und dem mehrheitlich bosniakisch (muslimischen) und kroatisch (katholischen) Landesteil „Föderation Bosnien und Herzegowina“. In beiden Landesteilen gibt es einige sehr sehenswerte Städte und Gebiete und so ist besonders ein Besuch der größten Stadt der Herzegowina, der Stadt Mostar zu empfehlen. Mostar ist seit dem Bürgerkrieg eine verwaltungstechnisch geteilte Stadt mit einer kroatischen Stadt am westlichen Ufer der Neretva und einer bosniakischen auf der Ostseite. Verbunden werden die beiden Städte durch Mostars Wahrzeichen der „Alten Brücke von Mostar“ oder „Stari Most“. Dieses einmalige Kulturgut wurde Mitte des 16. Jahrhundert im Auftrag des osmanischen Sultan Süleyman I. gebaut und am 9. November 1993 nach mehrstündigen Beschuss durch die kroatische Armee gezielt zerstört. Mit der Unterstützung der Weltbank wurde ab 1995 der originalgetreue Wiederaufbau der Brücke begonnen. Und so konnte 2004 die neue „Alte Brücke“ wiedereröffnet werden. Nicht nur wegen der architektonischen Einmaligkeit sondern auch die große Symbolkraft der Brücke machen Mostar neben Sarajewo zu einem Fixpunkt auf jeder Reise nach Bosnien und Herzegowina. ...

