Vom Meer aus gesehen, aus der Entfernung, ist Neapel, die am dichtesten besiedelte Stadt Europas (1,2 Mio. Ew.), wunderschön verheißungsvoll. Zur Kulisse gehört südlich der breite Kegel des Vesuvs, nach dem Ätna der zweitgrößte tätige Vulkan Italiens, wenn auch seit 50 Jahren passiv. Seit 3000 Jahren lebt diese Stadt: zunächst aus drei griechischen Siedlungskernen zusammengeschmolzen, dann römisch, byzantinisch; ab 1159 wurde sie Teil des sizilianischen Königreichs und Sitz der französischen, spanischen, habsburgischen und bourbonischen Könige Neapels. Nach 1860, der italienischen Nationalstaatsbildung, verlor sie ihren monarchischen Glanz. Zu Bauspekulation, mafioser Kriminalität und Arbeitslosigkeit kamen 1980 die großen Schäden eines Erdbebens.
Den frischen Wind, der in den Neunzigerjahren aufkam - mit einem engagierten Bürgermeister, Bürgervereinen, Restaurierungen von Palazzi und Museen, der Öffnung neuer Hotels -, haben die Machenschaften der Camorra, heute aktiver denn je, zum Erliegen gebracht. Das überschattet das Lebensgefühl der Neapolitaner, wobei die Stadt selbst ein attraktives Reiseziel bleibt.
Ein erster Stadtspaziergang könnte die schnurgerade, 3 km lange Straßentrasse Via Benedetto Croce-Via San Biagio dei Librai-Via Vicaria Vecchia entlangführen, die die Altstadt durchschneidet und deshalb allgemein Spaccanapoli genannt wird: Palazzi, Kirchen, Seitengassen mit lebhaftem Treiben. Ausführlich berichtet der Marco Polo Band »Golf von Neapel«.
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