Buon appetito!
Die Italiener geben sich den Freuden der Tafel bedingungslos hin, sie genießen ihr Essen - oft über Stunden hinweg. Wer in Florenz essen, dabei satt und nicht arm werden will, sollte Folgendes beachten.
Trattorien bieten häufig ein menu a prezzo fisso, d.h. ein Tagesgericht zum Festpreis, an, das meist auf einer Tafel vor der Tür angeschlagen ist. Selfservicelokale sind vielleicht billiger, im Allgemeinen aber nicht zu empfehlen, da sie Einheitskost bieten. Je nach Gusto können Sie sich auch in einer der vielen Bars, wine bars und enoteche verköstigen, die ab mittags zum Teil raffinierte Spezialteller und Menüs bereithalten. Hier ist die Weinauswahl groß, und es geht leger zu. Oftmals müssen Sie dabei Glas und Teller in der Hand balancieren.
Wenn Sie eher gepflegt speisen und die berühmt gute Küche der Toskana genießen wollen, ist der Besuch eines ristorante oder zumindest einer trattoria zu empfehlen. Normalerweise sind die Küchen 12.30-14.30 und 19.30-22.30 Uhr geöffnet. Vor allem abends ist es ratsam, einen Tisch vorzubestellen. Viele Restaurants sind im August, wenn die meisten Florentiner verreist sind, und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen.
In der trattoria, manchmal auch osteria genannt, ist die Atmosphäre locker-gemütlich, man wählt unter den specialità della casa (Spezialitäten des Hauses) und trinkt dazu einen vino della casa (Hauswein). Allerdings kann sich auch ein absolutes Spitzenrestaurant trattoria nennen: Ein Blick auf die Kreditkartenhinweise und den Preisaushang schafft rasch Klarheit.
Zu den Preisen der Gerichte wird fast immer pro Person ein Entgelt für pane e coperto (Brot und Gedeck) erhoben, das von 1 Euro bis zu 5 Euro variieren kann. Hinzu kommen oft noch 10-16 Prozent Bedienungszuschlag auf den Endpreis der Rechnung. Üblich ist überall ein Trinkgeld (zehn Prozent). Lassen Sie sich aber zuerst genau herausgeben. Il resto, den Rest, lassen Sie dann einfach auf dem Tisch zurück.
Die Küche der Toskana ist sehr traditionsgebunden und orientiert sich im Wesentlichen an dem Angebot der jeweiligen Saison. Die Region bietet von Fisch bis Wild, von Artischocken bis Kastanien, von Feigen bis Kakifrüchten alles. Auf Frische und Geschmackstreue wird besonderen Wert gelegt. Schwere Soßen und undefinierbare Beilagen sind ebenso verpönt wie Auswüchse kulinarischer Modetrends. Fleischspeisen werden meist gebraten, Gemüse nur leicht gedünstet und dann mit einem Schuss Olivenöl verfeinert. Doch die Gemüsebeilage, die contorni, müssen Sie extra bestellen.
Die Speisenfolge in einem Restaurant sieht im Allgemeinen so aus: antipasto (Vorspeise), primo piatto (erster Gang), secondo piatto (Hauptgang), contorno (Beilage), dolce (Süßspeise) oder formaggio (Käse) und caffè (Espresso). Zum Abschluss sollten Sie sich einen digestivo oder ein Gläschen vin santo gönnen.
Die Antipasti sind in den Restaurants meist in Vitrinen ausgestellt, man trifft seine Wahl dort. Typisch ist ein aus prosciutto (Schinken), finocchiona (Fenchelsalami) und crostini (getoastete Brotscheiben mit Leberpastete) zusammengestellter Vorspeisenteller (antipasto misto oder toscano). Im Sommer isst man auch gern Schinken mit Melone. Der beliebteste Käse in der Toskana ist pecorino, würziger Schafskäse aus der Gegend um Siena oder von Sardinien; man bekommt ihn stagionato (gereift) oder fresco (frisch).
Achtung: Im Zentrum wird in den Bars und Cafés beinahe immer der Preis verdoppelt, wenn Sie sich hinsetzen, anstatt den Kaffee und die brioche, eine Art Croissant, im Stehen am Tresen zu verzehren