eine alte und wunderschöne Stadt im zentralen Bosnien
Hauptstadt des Mittelbosnischen Kantons
Bevölkerung: ca. 70.000 Ew. (Gemeinde)
Gelegen im engen Tal der Lašva wird Travnik im Norden durch den Vlašić-Gebirgszug und im Süden durch die Abhänge des Vilenica-Gebirges begrenzt. Die Stadt blickt auf eine bewegende Geschichte zurück. Sie gehörte zum mittelalterlichen bosnischen Staat, wovon die sehr gut erhaltene Altstadt Zeugnis ablegt. Während der türkischen Besatzung wird Travnik für 150 Jahre Residenzstadt der Statthalter des Sultans, der Wesire. Die Stadt entwickelt sich zum bedeutendsten Handels- und Handwerkszentrum und dem ersten diplomatischen Mittelpunkt Bosniens. Zahlreiche Moscheen, Koranschulen und andere Bauten aus osmanischer Zeit prägen noch heute das Stadtbild. Während der österreich-ungarischen Okkupation entwickelt sich Travnik zum industriellen Zentrum. Holzverarbeitung und Textilindustrie sind bis heute die wichtigsten Industriezweige. Nach der Erklärung von Bosnien-Herzegowinas Unabhängigkeit formiert sich serbisch-nationalistischer Widerstand, der das Land 1992 in den fürchterlichsten Bürgerkrieg Europas nach dem Zweiten Weltkrieg stürzt. Die Stadt selbst hatte nur mäßige Kriegsschäden, aber viele Tote zu beklagen. Seit dem Vertrag von Dayton 1995 im Dezember 1995 gehört Travnik zur Föderativen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina und ist Hauptstadt des Mittelbosnischen Kantons. Seit 1998 hat sie den UN-Status einer Offenen Stadt, in der alle Volksgruppen friedlich zusammen leben.
Durch die Lage Travniks am Rande des Vlašić-Gebirgszuges (1943 m) entwickelte sich der Tourismus. Berühmt ist auch der Travniker Schafskäse, ein Exportschlager bis nach Amerika.
Travnik ist eine malerische Stadt mit dem Charme einer sichtbaren wechselvollen (auch Bau-) Geschichte. Hier wurde der Literatur-Nobelpreisträger Ivo Andriÿ geboren, der seine Heimat in vielen Werken verewigt hat und dessen Geburtshaus ein beachtliches Museum beherbergt.


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