Europas Südwesteck, ein grandioses, vom Wind bestürmtes und von Wellen bedrängtes Kap
Ab Sagres rollen Sie 5 km lang auf einer Landzunge durch eine vom starken Wind gebürstete Natur zu Europas südwestlichstem Punkt. Alleine dieser Superlativ ist die Anreise wert. Darüber hinaus ist das Kap ein faszinierender Flecken. Hautnah erleben Sie hier die Naturgewalten Wind und Wasser. An manchen Tagen steigt die Gischt der an den Felsen zerschellenden Wellen weit über die bis zu 75 m hohen Klippen hinaus! Es gibt kein Dorf, keine Kneipe, kein Hotel - nur ein 150 Jahre alter, 24 m hoher Leuchtturm mit knallroter Kappe trotzt der öden Einsamkeit. Mit 90 km Sichtweite ist das Leuchtfeuer aus seinen 3000-Watt-Lampen den anderen am Atlantik weit überlegen. Täglich dient es mehr als 200 vorbeischippernden Öltankern als sichere Orientierung. Sie können den Turm besteigen, feste Öffnungszeiten gibt es aber nicht. Die Anlage klebt am Felsen, unten wütet das Meer. Die Aussicht in Richtung Norden ist überwältigend.
Neben den Parkplätzen werden Pullis, Socken u. a. aus Schafswolle zu günstigen Preisen verkauft. Außerdem gibt es hier die Letzte Bratwurst vor Amerika: Am gleichnamigen Imbissstand (nicht immer geöffnet!), dessen Name patentiert ist, verkauft ein deutsches Ehepaar seit 1995 original Nürnberger Rostbratwürstchen, die einmal pro Woche frisch aus Franken eingeflogen werden.
Auf der Fahrt zurück können Sie der Einsiedelei Beliche (1 km vom Kap entfernt) einen Besuch abstatten. Dramatisch schön über einer Bucht liegt die kleine burgähnliche Anlage. Einst hatte hier Prinz Heinrich der Seefahrer seinen Wohnsitz, vermuten Historiker, die in der runden Kapelle Santa Catarina den letzten Rest der »Prinzenstadt« (Vila do Infante) zu erkennen glauben. Ansonsten aber gibt es keine Spuren der prinzlichen Anwesenheit mehr.

