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Foto von finsnflukes
Jeder Tag auf der Welt beginnt in Tonga. Westlich, dicht neben der internationalen Datumsgrenze gelegen, begrüßt der annähernd 700 km² große und 170 Inseln zählende Staat immer als Erster den neuen Tag. Tonga besteht im Wesentlichen aus vier Inselgruppen: Tongatapu, Ha'apai, den Niua-Inseln und Vava'u, die sich alle erstaunlich voneinander unterscheiden. Tongatapu und Vava'u sind am besten auf Touristen eingestellt und bieten Erholung mit Südseeflair. Taucher zieht es vor allem in die Korallengärten rund um Vava'u und die unzähligen Riffe von Ha'apai, passionierte Wanderer sind meist von der wilden Landschaft der Niua-Inseln fasziniert. Alle Tonga-Besucher sind sich aber in einem immer einig: Das Land bezaubert mit seinen sauberen, türkisfarbenen Wasserbuchten, den endlosen feinsandigen Stränden, dem Überfluss an saftigen Früchten, seinen Tänzen und Legenden und durch die sorglose Lebenslust seiner Bewohner.
Als einziges Land in der Südsee war Tonga nie Kolonialbesitz. Auf über 1000 Jahre Monarchie können die rund 100 000 Einwohner zurückblicken. Seit dem Tod der beim Volk beliebten Königin Salote 1965 regiert ihr Sohn König Taufa'ahau Tupou IV. in Tonga.
Der schwergewichtige Herrscher bestimmt die Mitglieder des Kabinetts, des Kronrates und einen Teil der Parlamentsabgeordneten. Viele sind Adelige und/oder mit der Königsfamilie verwandt. Laut Verfassung gehört alles Land dem König, aber jeder Tongaer hat das Recht auf 3,4 ha, die er innerhalb eines Jahres mit 200 Kokospalmen bepflanzen muss - zumindest auf dem Papier.
Demokratisches Gedankengut ist noch suspekt, doch Reformdruck und Opposition wachsen. Immer häufiger wird die Vetternwirtschaft der 33 Adelsfamilien entlarvt, manchmal auch verhindert, wie die Verbrennung von Giftmüll aus den USA, an der die Königstochter gut verdienen wollte. Aufgeflogen ist auch das Geschäft mit tonganischen Pässen, die Tupou IV. vorzugsweise an zahlungskräftige Chinesen verkauft hatte. Crownie, der kräftig an seinem Playboyimage arbeitende Kronprinz, hat sich außerhalb der Stadt einen neuen, bestens bewachten Palast mit Hubschrauberlandeplatz gebaut - sicherheitshalber!
Doch der größte Teil der Tongaer scheint der Monarchie noch ergeben. »Freundliche Inseln« nannte James Cook das Neuland, nach den liebenswerten Einheimischen, die heute noch »dick« schön finden, obwohl immer häufiger vor den damit verbundenen Gesundheitsschäden gewarnt wird. Auch der übergewichtige König bemüht sich jetzt ums Abspecken: Öffentlichkeitswirksam und mit Leibwächtern radelt und rudert er sich fit.
Noch liegt Tonga etwas abseits der internationalen Flugverbindungen. Der Flughafen auf der Hauptinsel Tongatapu heißt Fua'amotu, ist zweieinhalb Flugstunden von Auckland und 25 Min. Fahrt von Tongas Hauptstadt Nuku'alofa entfernt. Peau Vava'u Air fliegt mindestens dreimal täglich nach Vava'u, der reizvollsten Inselgruppe Tongas (Hin- und Rückflug ca. 180 Euro). Der 75-Minuten-Flug gehört, bei klarem Wetter, zu den schönsten Flugerlebnissen der Südsee (am besten auf der rechten Flugzeugseite), auch wenn die engen Propellermaschinen ängstlichen Naturen die Lust am Anblick der Inselgruppen im tiefblauen Pazifik nehmen können. Einige Flüge gehen über Ha'apai, sodass man dort auf dem Hin- oder Rückflug nach Vava'u einen Zwischenstopp einlegen kann. Peau Vava'u Air fliegt einmal in der Woche mit einer Twin Otter nach Apia (Samoa) mit Stopp auf den nördlichen Inseln Niuatoputapu und Niuafo'ou. Berücksichtigen Sie eventuelle Verspätungen, um den Anschluss an Ihren internationalen Flug nicht zu verpassen! Fliegen Sie lieber 24 Stunden früher ab. Peau Vava'u Air, Taufa'ahau Road, Nuku' alofa, Tel. 878 88 96, Fax 286 37, www.peauvavau.to
Die Touristenströme haben den Weg nach Tonga noch nicht gefunden, bis heute ist die Inselgruppe wenig vom Tourismus verändert. Männer wie Frauen tragen auf der Straße ihre Ta'ovala, die um die Hüften gewickelte Bastmatte - je kleiner, desto größer der gesellschaftliche Status des Trägers. Trotz Überbevölkerung wird Kinderreichtum als Segen betrachtet. Geachtet werden auch Transvestiten, die so genannten Fakaleitis, zu denen Knaben oft erzogen werden, wenn Mädchen als Hilfe im Haushalt fehlen.
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